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Bei der EU-Spitzenpostenverteilung zeigen sich alte Gewohnheiten

Chart of the Week

Es gibt wohl kaum jemanden, der diesen Ausgang für die EU-Spitzenpostenverteilung vorhergesehen hat. Nachdem die Entscheidung über die Besetzung der europäischen Top-Jobs mehrmals vertagt wurde, ist seit dieser Woche das Personalpaket geschnürt. Geht es nach dem Europäischen Rat, in dem die 28 Staats- und Regierungschefs der EU sitzen, gibt es mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen als EU-Kommissionspräsidentin und IWF-Chefin Christine Lagarde als EZB-Präsidentin zukünftig gleich zwei Frauen auf den Spitzenpositionen des europäischen Wirtschafts- und Währungskonstrukts.

 

Die Entscheidung liegt nun in den Händen des Europäischen Parlaments, das am 16. Juli über die Personalie von der Leyen abstimmen wird. Eine echte Überraschung ist die Ernennung allemal, waren die Namen von der Leyens und Lagardes im Zuge des Postenkarussells nicht erwähnt worden – Lagardes Name schwang zwar immer mal wieder mit, aber nur, wenn es um den Posten des Kommissionspräsidenten ging. Als Nachbesetzung für Mario Draghi’s EZB-Position stand bis dato gar keine Frau in der engeren Auswahl.

Inhaber europäische Spitzenpositionen nach Nationalität (seit 1999)

Quelle: ECB, EU, EUR-Lex, ING Economic & Financial Analysis
  • Der Posten des EU-Ratspräsidenten wurde bereits mit dem Belgier Charlie Michel besetzt, während der Italiener David-Maria Sassoli ebenfalls bereits vom Europäischen Parlament zum neuen Präsidenten gewählt wurde. Die Position des EU-Außenministers, die an den Spanier Josep Borrell gehen soll,  muss noch vom EU-Kommissionspräsidenten bestätigt werden.

 

Doch zumindest, was die Nationalitäten angeht, ist man bei alten Gewohnheiten geblieben, wie unser Chart der Woche zeigt. Mit Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien und Spanien werden die Top-Jobs voraussichtlich wieder einmal von Kernländern besetzt. Besonders divers geht es an der Spitze nämlich nicht zu, wenn man bedenkt, dass die EU aus (noch) 28 Mitgliedsstaaten besteht. Weder finden sich skandinavische Länder bei den fünf diskutierten Positionen wieder, noch sticht die Vielfalt der Osterweiterung ins Auge. Mit einem EZB-Präsidenten, einem Kommissionspräsidenten, einem hohen Vertreter für Außen- und Sicherheitspolitik und zwei Präsidenten des Europäischen Parlaments steht Italien an der Spitze der Spitzenjobs.

 

Wenn wir die Vize-Positionen miteinbeziehen, wird das Bild immerhin wieder eine ganze Ecke diverser. Unter anderem finden sich dann auch Finnland, Bulgarien, Griechenland, Lettland, Estland oder die Slowakei in der Auflistung wieder.

 

Letztlich sollte die Nationalität bei der Ausübung der Spitzenpositionen aber sowieso keine Rolle spielen. Dass die Zinsen unter Mario Draghi beispielsweise auf einem historischen Tief sind, hat nichts mit seiner Nationalität zu tun. 

 

 

Auch in unserer Podcast-Folge 18 geht es um die Spitzenpositionen in Europa: Wie geht es jetzt weiter für EU und EZB?

Autor: Inga Fechner