Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser

Damit bleibt Ihr Banking sicher und unsere Internetseite wird auch in Zukunft optimal dargestellt.

Mehr Informationen
Bitte installieren und nutzen Sie den aktuellen Chrome Browser

Damit bleibt Ihr Banking sicher und unsere Internetseite wird auch in Zukunft optimal dargestellt.

Mehr Informationen

Per Steuererhöhung ins bargeldlose Zeitalter?

Chart of the Week

Dieses Mal wurde es tatsächlich durchgezogen. Vier Jahre später als ursprünglich geplant wurde die Mehrwertsteuer in Japan am 1. Oktober 2019 von 8% auf 10% angehoben. Doch die Sorge bleibt, dass die Erhöhung auch dieses Mal die Wirtschaft abwürgen könnte. Um einen weicheren Übergang zu gewährleisten, gibt es daher auch vorerst noch einige Ausnahmen, inklusive Anreizen zu mehr elektronischer Zahlung.  

 

So dürfen sich Verbraucher unter anderem bei Einkäufen bei Einzelhändlern über Rabatte von 2% bis 5% freuen – wenn sie bargeldlos bezahlen. Denn obwohl Japan den Ruf eines hochautomatisierten und digitalisieren Landes besitzt, wird der Großteil aller Transaktionen nach wie vor mit reichlich Bargeld abgewickelt. Unser Chart der Woche zeigt, dass Japan sogar den Spitzenplatz einnimmt, wenn es um den sich im Umlauf befindlichen Anteil der Scheine und Münzen gemessen am Bruttoinlandsprodukt geht. Auch in der Eurozone ist im Vergleich mit anderen Ländern verhältnismäßig viel Geld im Umlauf, in Japan dagegen jedoch fast doppelt so viel. Ganz anders dagegen in Schweden, wo das bargeldlose Bezahlen gar nicht mehr wegzudenken ist.  

Banknoten und Münzen im Umlauf in Prozent des Bruttoinlandprodukts (%)

Quelle: BIS, Red Book Statistics

An zu wenigen Angeboten zum bargeldlosen Bezahlen mangelt es dabei in Japan definitiv nicht. Eher verwirrt das gigantische Angebot unterschiedlichster Dienstleister, mit denen man bargeldlos bezahlen könnte. Das wiederum je nach Anbieter jedoch nicht überall, da manche elektronische Karte auf einzelne Läden oder Ketten beschränkt ist. Das ganze trägt nicht unbedingt zur vereinfachten Zahlung bei, kann man doch stattdessen überall mit Bargeld bezahlen. Und Ladenbesitzer freuen sich oft über die Scheine und Münzen, sparen sie so die Transaktionsgebühren, die bei der elektrischen Zahlung anfallen.

 

Da die Bargeldversorgung jedoch Geld kostet – Scheine und Münzen müssen unter anderem gedruckt, geprägt, sicher transportiert und die Bargeldautomaten gewartet werden – scheint die Regierung in Japan nun die Chance zu sehen, die Mehrwertsteuererhöhung mit einer Initiative zu mehr bargeldlosen Zahlungen zu kompensieren. Per Steuererhöhung ins bargeldlose Zeitalter? Nicht die erste unkonventionelle Maßnahme in Japan, die Nachahmer gefunden hat.

 

Um Japan geht es auch in unserer aktuellen Podcast-Folge: Japan - Land der Gegensätze?

 

Und mehr Infos zur Bargeld-Liebe der Deutschen gibt es in der Veröffentlichung "Der Abschied vom Bargeld kommt auf leisen Sohlen

Autor: Inga Fechner