ETF-Anlegerzahl seit 2022 mehr als verdoppelt – Frauen und junge Erwachsene treiben Wachstum
- ETFs mit Investitionsschwerpunkt Europa gewinnen an Bedeutung
- Sparraten steigen deutlich
Frankfurt am Main, 19. Mai 2026 – Die Zahl der ETF-Anlegerinnen- und Anleger in Deutschland wächst. Eine aktuelle Auswertung anonymisierter Kundendepots der ING Deutschland zeigt: Die Anzahl der aktiven ETF-Anleger – gemessen an Käufen im Zeitraum Januar bis März des jeweiligen Jahres – ist seit 2022 von 629.000 auf 1,3 Millionen gestiegen und hat sich damit mehr als verdoppelt.
Parallel dazu hat auch der Anteil der Direkt-Depot-Kundinnen und -Kunden mit mindestens einem ETF im Depot von 922.000 auf 1,8 Millionen zugelegt. Gemessen an allen Depot-Kundinnen und -Kunden hat sich ihr Anteil von 41 Prozent auf 55 Prozent deutlich ausgeweitet.
„Die Zahl der ETF-Anleger unter unseren Kundinnen und Kunden hat sich seit 2022 mehr als verdoppelt. Das zeigt, dass ETFs sich in letzten Jahren zu einer der beliebtesten Form der Geldanlage und dem langfristigen Vermögensaufbau entwickelt haben“, erläutert Thomas Dwornitzak, Leiter Investieren, bei der ING Deutschland.
Frauen holen auf, Männer investieren mehr
Besonders deutlich zeigt sich das Wachstum bei Anlegerinnen: Während die Anzahl der Anleger von 384.000 auf 755.000 und damit um 96 Prozent wuchs, stieg die Zahl der aktiven ETF-Anlegerinnen von 245.000 auf 581.000 und mit 137 Prozent deutlich stärker als die ihrer männlichen Pendants. Damit haben Frauen gegenüber Männern erheblich aufgeholt.
Trotz des starken Wachstums bleibt ein Unterschied beim Investitionsvolumen: Im Schnitt investieren Männer 167 Euro in Sparpläne (2022: 153 Euro), während Frauen mit 141 Euro leicht darunter liegen (2022: 132 Euro). Auch beim gehaltenen Investmentvolumen bestehen noch Unterschiede: So beträgt das durchschnittliche Kapital in ETFs der Männer 46.000 (2022: 33.000 Euro). Das der Frauen 33.000 Euro (2022: 26.000 Euro). Beide Gruppen setzen hingegen auf eine breite Diversifikation im Hinblick auf Produkte und halten im Schnitt je 6,2 (Männer) und 5,2 (Frauen) unterschiedliche ETFs.
Zahl der jüngsten Anlegerinnen und Anleger fast vervierfacht
Auch nach Alterskohorten zeigt die Auswertung klare Unterschiede. So spart die Gruppe der 30- bis 49-jährigen Millennials mit einer durchschnittlichen Sparrate von 173 Euro am meisten, dicht gefolgt von den 18- bis 29-Jährigen mit 171 Euro pro Monat.
„In beiden Altersgruppen haben die Sparraten mit 17 und 21 Prozent im Vergleich zu 2022 deutlich zugelegt. Ein Zeichen dafür, dass die Generationen den langfristigen Vermögensaufbau im Blick haben und dem Kapitalmarkt offen gegenüberstehen“, so Thomas Dwornitzak.
Auch die jüngsten Anlegerinnen und Anleger sind bereits investiert: Die unter 18-Jährigen legen durchschnittlich immerhin schon 87 Euro pro Monat über ETFs am Kapitalmarkt an. Sie verzeichneten zudem den stärksten relativen Zuwachs der Anlegerzahlen: Mit einem Anstieg von ca. 55.000 auf über 221.000 hat sich die Zahl der jüngsten aktiven Anlegerinnen und Anleger fast vervierfacht.
Trend zu Europa: EU-ETFs deutlich im Aufwind
Die Daten zeigen zudem einen markanten Stimmungswandel bei der regionalen Ausrichtung der ETF-Investments. So ist bei den ETF-Anlegerinnen und Anlegern der ING das Nettokaufvolumen von ETFs mit Anlageziel Europa seit April 2022 massiv gestiegen: von 3,9 Millionen Euro im April 2022 auf 29 Millionen Euro im März 2026. Der Anteil von Europa-ETFs am Gesamtnettokaufvolumen stieg von damit von 1,0 auf 4,4 Prozent. Auch die Entwicklung der Sparplanzahlen weist in diese Richtung: Die Anzahl der Europa-ETF-Sparpläne wuchs mit 348 Prozent deutlich stärker als die Anzahl der ETF-Sparpläne insgesamt – die 127 Prozent zunahmen – und der Anteil von Europa-ETFs an allen ETF-Sparplänen hat sich im Betrachtungszeitraum nahezu verdoppelt.
US-ETFs bleiben zwar mit einem Anteil von sechs Prozent an allen Transaktionen und Sparplänen konstant, auffällig ist allerdings der Rückgang beim Nettokaufvolumen: von 35 Millionen Euro im März 2022 auf 17 Millionen Euro im März 2026 haben sich die neu investierten Mittel der ING-Kundinnen und Kunden halbiert. Insgesamt ist der Anteil der USA am gesamten Kaufvolumen um 2,5 Prozentpunkte gesunken, während der EU-Anteil um 1,3 Prozentpunkte zulegte.
World-ETFs bleiben klarer Favorit
Das mit Abstand beliebteste Produkt über alle Altersgruppen und Geschlechter sind ETFs auf globale Aktienindizes (World). Sowohl bei den bereits gehaltenen als auch bei gekauften Produkten dominieren sie deutlich. Bei den 5-Top-Produkten der Männer waren 2022 vier World-ETFs und ein DAX-ETF die beliebtesten Produkte, während es 2026 vier World-ETFs und ein S&P-500-ETF sind. Bei Frauen belegten sowohl 2022 als auch 2026 fünf World-ETFs die Spitzenpositionen.
Mit Blick auf die Übergewichtung der USA in diesen Produkten zeigt die Fokussierung auf World-ETFs, dass hier noch Konzentrationsrisiken in den Portfolios herrschen und mehr Aufklärung zur Diversifizierung der Geldanlage in Deutschland nötig ist. Grundsätzlich machen die Zahlen der Auswertung jedoch Mut und unterstreichen, dass die Kapitalanlage in Deutschland gerade über ETFs immer stärker an Beliebtheit gewinnt und das Thema Altersvorsorge – besonders bei Jüngeren und bei Frauen – zunehmend ernst genommen wird.
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