Achtung Nebenkosten

Wie viel Haus kann ich mir wirklich leisten? | 02.10.2019

Hausnebenkosten

In Zeiten niedriger Zinsen lohnt sich der Hauskauf besonders, oder? Auch wenn Zins und Tilgung problemlos bezahlt werden können – eine Immobilie verschlingt nach dem Kauf jede Menge Geld. Und das monatlich. Auf diese Kosten müssen Sie achten:

Mit Nebenkosten von vier Euro pro Monat und Quadratmeter rechnen

Wer Hauseigentümer ist, muss keine Miete mehr zahlen, hat für das Alter vorgesorgt, und kann unbeschwert das Leben genießen. Soweit die Theorie. Doch in der Praxis kommen zu den meist vierstelligen monatlichen Aufwendungen für Zins und Tilgung nicht zu vernachlässigende Nebenkosten hinzu. Angehende Immobilienbesitzer sollten diese von Anfang an mit in ihre Finanzplanung einkalkulieren. "Für ein Haus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche, das von zwei Personen bewohnt wird, sollte mit durchschnittlich vier Euro je Quadratmeter und Monat gerechnet werden", sagt Stefan Wagner, Baufinanzierungsexperte bei Dr. Klein, einem bundesweit tätigen Finanzdienstleister. Bei diesem Beispiel wären das 600 Euro monatlich und 7.200 Euro pro Jahr. 

Großer Kostenfaktor: Heizung und Strom

Grundsätzlich lässt sich zwischen den Kosten der öffentlichen Hand und privaten Aufwendungen unterscheiden. Zu ersteren gehören die Grundsteuer, Müll- und Straßenreinigungsgebühren sowie Entgelte für Wasser, Abwasser und in manchen Fällen Regenwasserentsorgung. Bei der zweiten Gattung seien die Nebenkosten eines Hauses etwa für Heizung und Strom ein großer Kostenfaktor, sagt Wagner. Vor allem bei älteren, nicht energetisch sanierten Häusern schlägen diese besonders zu Buche. Hinzu kommen Ausgaben für Schornsteinfeger, Telefon und Internet. Nicht vergessen sollten Immobilienbesitzer Ausgaben für wichtige Versicherungen: "Gebäude-, Hausrat- und gegebenenfalls eine Elementarschadenversicherung sollten auf alle Fälle abgeschlossen werden", rät Wagner. Auch eine Haftpflichtversicherung sei ratsam, da diese die Folgekosten übernimmt, sollte ein Passant beispielsweise durch einen herabfallenden Dachziegel verletzt werden. Wer sein Haus vermietet, benötigt zudem eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung. 

Instandhaltungsrückstellungen nicht vergessen

Größter Posten auf der Nebenkostenliste dürfte meist ein Punkt sein, den Hausbesitzer mitunter komplett vergessen: Rücklagen für Reparaturen und Instandhaltung. "Hierfür sollten ein Euro je Quadratmeter und Monat gespart werden", sagt der Finanzexperte. Bei dem eingangs genannten Beispielshaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche sind das 150 Euro monatlich oder 1.800 Euro im Jahr. Angehende Hausbesitzer sollten bei ihrer Finanzplanung außerdem darauf achten, ob beispielsweise Straßenausbaugebühren in der Zukunft fällig werden könnten, oder ein Anschluss an die Kanalisation ansteht. Wer sich jetzt wundert: Vor allem in ländlichen Gebieten sind Klärgruben im eigenen Garten auch heute keine Seltenheit.

Wenn Bäume zur Kostenfalle werden

Soweit zu den offensichtlichen Kosten. Zwei Kostenarten, die nicht alle im Blick haben liegen in den Pflichten eines Hausbesitzers begründet. Das ist zum einem dessen Verantwortung, dass von seinem Grundstück keine Gefahren ausgehen dürfen. Zum anderen besteht oftmals die Pflicht, Gehwege von rutschigem Laub oder Eis und Schnee freizuhalten. Mitunter müssen dafür Dienstleister beauftragt werden. Wagner: "Auch mit diesen Themen müssen sich Hausbesitzer auseinandersetzen." Denn aufgrund der Rechtsprechung muss ein Eigentümer regelmäßig die Bäume seines Grundstückes auf morsche Äste und grundsätzlich die Standfestigkeit prüfen. Und das bei Laubbäumen zweimal im Jahr – einmal begrünt und einmal laubfrei. Da nicht alle Hausbesitzer über das nötige Know-how verfügen, kommen sie um einen Baumgutachter nicht herum – und der kostet.

Schneeräumpflicht kann teuer werden

Wer ein Haus besitzt, hat nicht nur die Pflicht dafür zu sorgen, dass von seinem Eigentum keine Gefahr für andere ausgeht, er wird von der Kommune meist auch in die Pflicht genommen bei Schnee und Eis den Gehweg zu räumen oder zu streuen. Und zwar zwischen 7 Uhr morgens und 22 Uhr am Abend. Bei starkem Schneefall muss sogar mehrmals am Tag geräumt werden. Wer berufstätig oder verreist ist, muss daher tagsüber einen Dienstleister mit der Beseitigung des Schnees beauftragen – oder auf Nachbarschaftshilfe hoffen. 

Absurde Kosten

Grundsätzlich sind Kommunen immer wieder sehr einfallsreich, Geld von Immobilienbesitzern zu kassieren. Ein Beispiel aus Absurdistan: Die Stadtverwaltung bittet einen Grundstücksbesitzer einen Baum auf eigene Kosten fällen zu lassen, da die Wurzeln die Platten auf dem Bürgersteig hochdrücken, wodurch eine Stolperfalle entsteht. Der Hausbesitzer ist einverstanden. Aber: Die Stadt verlangt, dass der Eigentümer die Fällung des Baums zunächst bei der Kommune beantragt, da das Gehölz unter die Baumschutzsatzung fällt und eigentlich nicht gefällt werden darf. Kostenpunkt: 50 Euro. Das hat der Autor dieser Zeilen selbst erlebt.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (4)


Kommentare

Anhoerenswert

12.10.2019

Ja, es ist erstaunich, dass auch hier Flüchtlingsfeindegerede von einem Dibakontoinhaber zu Hausnebenkosten kommentiert wird.
Da wäre eigentlich viel zu beantworten. Angefangen mit den Flüchtlingen, die auch durch Deutsche mitbedingt aus todesbedrohlichen oder auch sehr verarmten Gebieten hier Schutz oder besseres Leben suchen. Und das ist zu steuern und wird ja ohnehin immer mehr beschränkend.
Hausbesitzer wird von denen, wenn nur Jemand, der wirtschaftlich sehr erfolgreich wird.
Und das die auch von hier mit atomar-fossilen Energiebelastungen ausgehenden Klimaexistenzgefahren ausgehen ist von sehr überzegender Wissenschaftssicht längst offenbar:
Auch für E-Mobilität braucht es schnellen Aufbau auch gerade mit Haussolarenergie und Speichern uw., was politisch nicht länger behindert werden darf, da es auch wissenschaftlich zu rund 8 GW a mit nur 0,1 Cent/ kWh der EEG-Umlage sehr preisgünstig gerade auch für Hausbesitzer ist. Dazu ist auch Diba-Rat und -Förderung sicherlich hilfreich.


Dr. Sachlich

11.10.2019

Jetzt fängt auf dieser Plattform auch der Pessismismus an und das Gerede, dass man aus Dresden und Umgebung hört.
Schade!


Am Tag X

09.10.2019

Das Problem ist hohe Zuwanderung. Deutschland kann nicht die ganze Welt aufnehmen und ernähren, geschweige denn in Arbeit bringen. Die nächste Flüchtlingswelle steht schon wieder vor der Tür. Die Politik hat das zu verantworten, weil es ein hausgemachtes, totgeschwiegenes und beschönigtes Problem ist. Auch die Verharmlosung durch die Mainstream Medien ist ein Grund. Das Ganze wird aber noch sehr übel enden.


"Zins und Tilgung können problemlos bezahlt werden"

02.10.2019

Ihr seit mir vielleicht Witzbolde. Wer außer Beamten und Ärzten hat denn heute noch für mindestens 15 Jahre einen gesicherten Arbeitsplatz am Wohnort? Wo doch schon beginnend durch die Digitalisierung und die unkalkulierbaren Belastungsexplosionen infolge CO2 Vermeidung demnächst alles auf den Kopf gestellt wird. Und allein in der KFZ-Industrie mehr als 1 Million Arbeitsplätze auf der Kippe stehen, ganz zu schweigen von den 500 000 Arbeitsplätzen im Bereich Kraftwerke, Braunkohle und Erdöl. Und dann wären da noch die Wirtschaftskriege und - Sanktionen.