Privatkunden

Nachhaltigkeit

Wohin mit dem alten Handy?

Viele Verbraucher kaufen sich alle paar Jahre ein neues Handy und lassen ihre gebrauchten Geräte in der Schublade versauern. Dabei gibt es nachhaltigere Alternativen – die manchmal sogar noch Geld einbringen.

Bessere Kamera, mehr Speicher, schnellere Prozesse: Viele Handyliebhaber wollen immer auf dem neuesten Stand sein. Laut Bitkom kaufen die Deutschen jedes Jahr mehr als 22 Millionen neue Smartphones. Die Folge: In deutschen Schubladen schlummern jede Menge alte Handys und bleiben dort ungenutzt liegen. Der Digitalverband schätzt, dass es im Jahr 2018 etwa 124 Millionen Stück waren. Nachhaltigkeit geht anders. Doch was tun mit den alten Geräten, die immer kurzlebiger werden?

Alte Smartphones gehören nicht in den Hausmüll

Alte Geräte haben vor allem an einem Ort nichts zu suchen: „Wer funktionstüchtige Handys weitergibt, leistet einen Beitrag zum Umweltschutz. Aber auch defekte Geräte sollten unbedingt recycelt werden und gehören nicht in den Hausmüll“, sagt Bitkom-Umweltexperte Kai Kallweit. Denn dadurch gehen wertvolle Ressourcen verloren und die Umwelt wird zusätzlich belastet. Das bayerische Landesamt für Umwelt hat ausgerechnet, dass in einem Handy durchschnittlich etwa 8 Gramm Kupfer, 4 Gramm Kobalt, 0,2 Gramm Silber und 0,025 Gramm Gold stecken. Zu schade für den Müll. Außerdem können durch die Wiederverwendung der Schubladen-Handys laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) bis zu sieben Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden.

Gebrauchte Handys weiterverkaufen

Wer für sein funktionsfähiges Altgerät noch Geld bekommen möchte, kann es im Internet verkaufen. Verbraucher, die ihr Handy selbst per Kleinanzeige verkaufen, bekommen mehr Geld als bei einem Ankaufsportal, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Das sei allerdings auch mit mehr Aufwand verbunden. Auf Ebay Kleinanzeigenetwa stellen Nutzer Ende Januar 2020 ihr iPhone 8 mit 64 GB- Speicherplatz für zwischen 250 und 320 Euro zum Verkauf ein. Gutes Geld, das sonst nur in der Schublade versauern würde.

Neu: Ankauf per Automat

Eine recht neue Möglichkeit, sein altes Handy loszuwerden, ist der Ankauf am Automaten. Die Elektrohandelsketten Media Markt und Saturn bieten diese Rückgabe mittlerweile in einigen Filialen in Deutschland an. Das Prinzip: Das gebrauchte Mobiltelefon wird an den Automaten angesteckt, der Wert automatisch ermittelt und als Einkaufsgutschein ausgegeben. Das Gute ist: Auch defekte Handys werden vom Automaten angenommen und intakte Ersatzteile des Telefons weiterverwendet.

Altgeräte in Sammelboxen spenden

Es gibt einige Umwelt- und Sozialorganisationen, die Sammelboxen für gebrauchte Mobiltelefone aufstellen. Über die DUH-Seite handysfuerdieumwelt.de können Altgeräte kostenlos und umweltfreundlich abgegeben werden. „Mit unseren Sammelboxen können alte Handys an Sammelstellen einfach und bequem erfasst und ihnen ein zweites Leben gegeben werden. Je mehr Bürger, Kommunen und Unternehmen mitmachen, desto besser für die Umwelt“, sagt Barbara Metz von der DUH. Hierbei werden die Geräte zunächst darauf geprüft, ob sie entweder repariert oder recycelt werden können. Außerdem werden die persönlichen Daten vollständig vom Telefon gelöscht. Ein wichtiger Schritt beim Abgeben seines Handys.

Abgabe bei Mobilfunkbetreibern und Recyclinghöfen

Kommunale Recyclinghöfe nehmen ebenfalls kostenlos Alt-Telefone an. Außerdem nehmen viele Mobilfunkbetreiber die gebrauchten Geräte zurück. Manchmal bekommen Kunden dafür im Gegenzug sogar Rabatte. Übrigens: Seit Juli 2016 sind große Händler dazu verpflichtet, Elektrogeräte zurückzunehmen.

Tipps für längere Lebensdauer

Damit das Handy nicht nach kürzester Zeit gegen ein neues eingetauscht werden muss, können Verbraucher vorbeugend handeln. Die DUH und die Verbraucherzentrale geben auf ihren Seiten Tipps, mit denen Nutzer länger etwas von ihren Geräten haben:

  • Schäden vorbeugen: mit Schutzhüllen, Displayfolien oder wasserdichten Taschen.
  • Oberflächen reinigen: Mit Mikrofasertüchern lassen sich die Bildschirme regelmäßig pflegen.
  • Extreme Temperaturen vermeiden: Viele Handys vertragen weder Kälte, noch starke Hitze besonders gut.
  • Aktuelle Software herunterladen: Regelmäßige Updates schützen das Gerät vor Viren.
  • Reparieren lassen: Ist das Display gesprungen oder funktioniert die Kamera nicht mehr, können Verbraucher mithilfe von Repair-Cafés oder Reparaturwerkstätten versuchen, das Handy zu retten. Hier undhier finden Nutzer eine passende Werkstätte.
Autor: ING