Altersvorsorgedepot, jetzt handeln!
Gemeinsam lässt sich im Leben oft mehr erreichen. Das gilt auch bei der Altersvorsorge. Mit dem Gesetzesentwurf zum Altersvorsorgedepot hat die Bundesregierung Ende letzten Jahres den Grundstein dafür gelegt, die private Altersvorsorge über den Kapitalmarkt attraktiver machen.
In diesem Artikel haben wir für Sie zusammengestellt, was sich durch die „Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge“ ab Januar 2027 ändert.
Sie wollen mit Ihrer privaten Vorsorge nicht so lange warten? Es gibt auch jetzt schon sinnvolle Möglichkeiten privat vorzusorgen, zum Beispiel mit dem Direkt-Depot der ING und günstigen Wertpapier-Sparplänen.
„Die Rente ist sicher.“ Mit diesem Satz warb der frühere Sozialminister Norbert Blüm für die gesetzliche Altersvorsorge. In Deutschland soll die finanzielle Absicherung im Alter durch ein Drei-Säulen-Modell sichergestellt werden. Dazu zählen
- die gesetzliche Rente,
- die betriebliche Altersvorsorge und
- die private Altersvorsorge.
Gesetzliche Rente ist reformbedürftig
Tatsächlich mussten sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lange Zeit wenig Sorgen um die gesetzliche Rente machen. Doch mit Blick auf die demografische Entwicklung in Deutschland sind Zweifel am sogenannten Generationenvertrag durchaus berechtigt. Insbesondere bei der jungen Generation. Kamen 1962 noch sechs Beitragszahler auf einen Rentenbezieher, wird dieses Verhältnis bis 2050 auf nur noch 1,3 Beitragszahler je Rentenbezieher schrumpfen (Prognose des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung und des Instituts der deutschen Wirtschaft).
Da die Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt zur gesetzlichen Rente nicht ins Unermessliche steigen können, ist eine Reform des Rentensystems erforderlich. Dazu zählt auch eine stärkere Eigenverantwortung in Sachen private Altersvorsorge. Dies möchte die Bundesregierung mit der Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge grundlegend reformieren. Das Bundesfinanzministerium schreibt: „Die private Altersvorsorge soll renditestärker, kostengünstiger, einfacher und flexibler werden. Damit wird es wieder attraktiv, privat für das Alter vorzusorgen. Dafür wird das Angebot an geförderten Produkten zeitgemäß erweitert. Neben Produkten mit garantierten Leistungen sind künftig auch Altersvorsorgedepots ohne Garantie möglich.“
In die richtige Richtung gedacht
Das Kernstück des Gesetzesentwurfes bildet ein Dreigestirn aus verschiedenen Produkten und Depotmodellen, die erstmalig ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden können.
- Altersvorsorgedepot: Im Altersvorsorgedepot entscheiden Kundinnen und Kunden selbst, in welche Wertpapiere sie investieren. Welche Einschränkungen es in Hinblick auf die Auswahl geben wird, ist noch nicht final entschieden, ETFs und andere Fonds sind aber vorgesehen. Eine Kapitalgarantie ist für das Altersvorsorge-Depot nicht vorgesehen.
- Standarddepot: Beim Standarddepot handelt es sich um eine Art Basisprodukt, für alle, die die Auswahl ihrer Wertpapiere nicht selbst übernehmen wollen. Vorgesehen ist dabei eine Kombination aus zwei Wertpapieren mit unterschiedlichen Risikoklassen. Kundinnen und Kunden können dann entscheiden, wie viel Risiko sie zulassen möchten und in welcher Verteilung die beiden Produkte entsprechend in ihr Depot gekauft werden. Auch hier ist keine Kapitalgarantie vorgesehen.
- Garantieprodukt: Für alle, die ein höheres Sicherheitsbedürfnis haben, gibt es weiterhin die Möglichkeit ein Produkt mit 80 % oder 100 % Kapitalgarantie zu wählen.
Als besonderer Anreiz, sich mit einer privaten Altersvorsorge zu beschäftigen, ist eine staatliche Förderung angedacht, die mit der Höhe der eingezahlten Beiträge steigen sollte. Konkret ist vorgesehen:
- Für eingezahlte Beträge bis 1.200 Euro pro Jahr
- gibt es pro gespartem Euro 30 Cent Grundzulage vom Staat dazu (Ab 2029 sogar 35 Cent)
- Für weitere 600 Euro (also von 1.201 Euro bis 1.800 Euro)
- gibt es 20 Cent pro gespartem Euro vom Staat
- Mit jedem Kind erhöht sich die Zulage um weitere 25 Cent pro gespartem Euro (maximal 300 Euro pro Kind)
- Maximal Einzahlung pro Jahr: 6.840 Euro
- Bis 25 und unter bestimmten Voraussetzungen: einmaliger Berufseinsteiger-Bonus von 200 Euro
- Der Mindestsparbetrag pro Person liegt bei 120 Euro im Jahr.
Ein Rechenbeispiel
Sie legen pro Monat 200 Euro für Ihre Altersvorsorge zur Seite – in einem Altersvorsorge- oder Standarddepot.
Ihre eigene Anlage:
200 Euro x 12 Monate = 2.400 Euro
Staatliche Förderung:
1.200 x 0,30 Euro = 360 Euro
+ 600 x 0,20 Euro = 120 Euro
= 480 Euro
Wenn Sie ein Kind haben:
1.200 x 0,25 Euro = 300 Euro
Als ledige Person werden aus ihren 2.400 Euro im Jahr also 2.880 Euro. Wenn Sie ein Kind haben, sind es sogar 3.180 Euro. Die Wertentwicklung der Anlageentscheidung ist dabei noch nicht berücksichtigt.
Wie greife ich auf die Altersvorsorge später zu?
Die angelegten Beträge müssen in der Ansparphase nicht versteuert werden. Stattdessen findet die Besteuerung in der Auszahlphase statt, wenn der persönliche Einkommensteuersatz in der Regel niedriger ist.
Dabei kann zu Beginn der Auszahlphase zwischen zwei Möglichkeiten gewählt werden: Entweder es wird eine lebenslange Leibrente ausgezahlt, also eine bestimmte monatliche Rentenzahlung bis zum Lebensende. Oder es wird ein befristeter Auszahlplan gewählt, der mindestens bis zum vollendeten 85. Lebensjahr läuft.
Unsere Haltung
Die ING begrüßt das Vorhaben eines staatlich geförderten Altersvorsorgedepots. Anlageprodukte wie ETFs ermöglichen breiten Gesellschaftsschichten ein effizientes und diversifiziertes Engagement am Kapitalmarkt. Ein staatlich gefördertes Altersvorsorgedepot ist eine wertvolle Ergänzung zu bestehenden Altersvorsorgemöglichkeiten in Deutschland und würde es Anlegerinnen und Anlegern ermöglichen, von den langfristigen Renditechancen des Aktienmarktes profitieren zu können. Dadurch würde letztlich das gesamte System der Altersvorsorge gestärkt und die Nachhaltigkeit auch der gesetzlichen Rente verbessert. Insbesondere das Standarddepot ermöglicht es allen, die bisher wenig Erfahrung mit Wertpapieren haben und gewisse Hürden verspüren, mit dem Anlegen anzufangen und für die eigene Zukunft vorzusorgen.
Unser Anspruch ist es Menschen, dabei zu unterstützen, ihre finanzielle Zukunft eigenverantwortlich und langfristig zu gestalten. Deshalb planen wir, zum Start des Altersvorsorgedepots ein Angebot bereitzustellen.