Zeit für den Depot-Check!

Diese 5 Punkte sollten Anleger jetzt prüfen

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Ein gut aufgestelltes Depot braucht nicht ständig Aufmerksamkeit. Ganz ohne Kontrolle sollte es aber auch nicht bleiben. Das Ende von Urlaubszeiten, in denen man etwas Abstand vom täglichen Börsengeschehen gewonnen hat, bietet eine gute Gelegenheit, das Depot mit frischem Blick zu betrachten. Passt die Struktur noch zu den Anlagezielen? Haben sich Risiken verschoben und besteht Anpassungsbedarf? Ein Depot-Check hilft, persönliche Ziele und Depotaufstellung wieder in Einklang zu bringen.

Inhaltsverzeichnis
  1. 1. Welches Anlageziel verfolge ich?
  2. 2. Renditeerwartung und Risikobereitschaft abstimmen
  3. 3. Depotstruktur überprüfen
  4. 4. Klumpenrisiko vermeiden
  5. 5. Sparrate anpassen

1. Welches Anlageziel verfolge ich?

Bevor die einzelnen Depotpositionen im Detail betrachtet werden, ist es wichtig, das Anlageziel klar zu benennen. Was soll mit der Geldanlage erreicht werden? Wird auf ein bestimmtes Ziel in 2 bis 3 Jahren wie zum Beispiel eine größere Reise oder die Anschaffung eines neuen Autos gespart? Oder soll langfristig Vermögen zur Altersvorsorge aufgebaut werden? Die Antwort darauf hat Einfluss auf die Anlagestrategie und die Auswahl der Anlageprodukte. 

So sind Aktien für einen kurzfristigen Anlagehorizont weniger geeignet, da damit weniger Zeit bleibt, um etwaige Kursrückgänge wieder aufzuholen. Wird das Geld kurzfristig benötigt, ist es möglich, dass aufgrund fallender Kurse die Rendite nicht den Erwartungen entspricht oder im ungünstigsten Fall sogar ein Verlust realisiert werden muss. 

Verzinste Anlageprodukte wie Tagesgeld, Festgeld oder Anleihen bieten demgegenüber eine kalkulierbare Rendite. Zudem besitzen sie einen festen Rückzahlungstermin, der sich auf den Zeitpunkt geplanter Anschaffungen abstimmen lässt. Auch eine Staffelung in Anlageprodukte mit verschiedenen Laufzeiten ist möglich, um die Flexibilität zu erhöhen.

2. Renditeerwartung und Risikobereitschaft abstimmen

Die Definition des Anlageziels führt direkt zum nächsten Punkt: der Abstimmung von Renditeerwartung und Risikobereitschaft. Grundsätzlich geht am Kapitalmarkt eine höhere Renditechance mit einem höheren Risiko einher. Anlageklassen wie Aktien oder Rohstoffe, die Chancen auf höhere Renditen als verzinsliche Anlagen bieten, unterliegen in der Regel größeren Kursschwankungen. Dementsprechend müssen Anlegerinnen und Anleger bei Investitionen in Aktien neben einem langfristigen Anlagehorizont von mindestens 10 Jahren auch eine größere Risikobereitschaft mitbringen und Kursrückgänge verkraften können. 

Anhaltspunkte für die Renditeerwartungen bieten im Bereich Aktien beispielsweise der MSCI World, MSCI ACWI oder der FTSE Global All Cap. Die aktuellen Factsheets der Indizes enthalten u. a. Angaben zur Wertentwicklung für verschiedene Zeiträume der Vergangenheit.  

Wichtig zu wissen: Für Investitionen in risikoreiche Anlageklassen wie Aktien sollte nur Geld verwendet werden, das längerfristig nicht benötigt wird und dessen Verlust (Totalverlustrisiko) im schlimmsten Fall zwar ärgerlich, aber nicht existenzbedrohend ist. 

Im Bereich Anleihen kann der Bloomberg Global Aggregate Bond Index eine Orientierung für die Renditeerwartung globaler Anleihen mit Investment-Grade-Rating bieten. Für Anlegerinnen und Anleger aus dem Euroraum kann die Betrachtung des währungsgesicherten Bloomberg Global Aggregate Bond Index EUR Hedged sinnvoll sein, welcher Währungsrisiken absichert. Dieser gibt ein realistischeres Bild der Renditeentwicklung wieder, das nicht durch größere Wechselkursbewegungen verzerrt wird.

3. Depotstruktur überprüfen

Als Nächstes geht es an die Struktur des Depots. Die Zusammensetzung sollte in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Passen die einzelnen Positionen noch zum Anlageziel und decken sie sich mit der persönlichen Risikobereitschaft? Das Rendite-Risiko-Profil eines Depots lässt sich durch die Gewichtung der verschiedenen Anlageklassen steuern. So weist beispielsweise ein Depot mit einem Aktienanteil von 100 % in der Regel ein höheres Risiko auf als ein Depot, das jeweils zur Hälfte in Aktien und Anleihen mit Investment-Grade-Rating investiert ist.

4. Klumpenrisiko vermeiden

Bei der Strukturierung des Depots sollte zudem auf eine breite Aufstellung (Diversifikation) geachtet werden. Das bedeutet, möglichst verschiedene Anlageklassen, Anlageregionen und Branchen zu berücksichtigen. Ziel ist es, ein sogenanntes Klumpenrisiko zu vermeiden. Damit ist das Risiko gemeint, dass einzelne Positionen im Depot ein zu hohes Gewicht haben und dessen Performance maßgeblich beeinflussen. 

ETFs und Fonds, die in eine Vielzahl an Wertpapieren aus unterschiedlichen Regionen und Branchen investieren, stellen eine Möglichkeit dar, um das Depot zu diversifizieren. Allerdings muss auch hier genauer hingeschaut werden. Wer beispielsweise einen ETF auf den MSCI World Index im Depot hat, sollte sich bewusst sein, dass der Anteil von US-Unternehmen in dem Index bei mehr als 70 % liegt (Stand: 31.08.2026). Kommt noch ein ETF auf den Bloomberg Global Aggregate Bond Index hinzu, ergibt sich zwar eine Diversifikation hinsichtlich der Anlageklassen (Aktien und Anleihen). Im Hinblick auf die regionale Aufstellung steigt der USA-Anteil im Depot jedoch weiter, da US-Anleihen beispielsweise im State Street SPDR Bloomberg Global Aggregate Bond EUR Hdg UCITS ETF mehr als 40 % ausmachen (Stand: 31.07.2026). Möchte man vermeiden, dass mit mehreren besparten ETFs die gleichen Regionen, Länder oder Branchen abgedeckt werden, ist ein Blick in die jeweiligen Factsheets der ETFs hilfreich. Diese geben Auskunft über die jeweilige Aufstellung und die Top-10-Positionen. 

Ein Klumpenrisiko kann sich auch aus der Wertentwicklung der einzelnen Depotpositionen ergeben. Die Märkte sind ständig in Bewegung. Immer wieder gibt es Entwicklungen, die die Kurse einzelner Unternehmen (z. B. KI-Aktien), Branchen oder Regionen stärker beeinflussen können. Größere Veränderungen einzelner Positionen können jedoch dazu führen, dass sich das Rendite-Risiko-Profil eines Depots ändert und nicht mehr zu den persönlichen Präferenzen passt. Die ist zum Beispiel dann der Fall, wenn in einem gemischten Depot Aktien stark an Wert gewinnen, während Anleihen kaum Wertveränderungen verzeichnen. Durch den Verkauf von Teilen der Aktienposition können zum einen Gewinne realisiert und zum anderen die Gewichtung der Anlageklasse im Depot wieder reduziert werden. Auch eine Aufstockung des Anleiheanteils ist möglich, um das ursprüngliche Rendite-Risiko-Profil wiederherzustellen.

5. Sparrate anpassen

Ein wesentlicher Faktor für den langfristigen Vermögensaufbau ist regelmäßiges Sparen. Mit einem Wertpapier-Sparplan kann das ganz einfach umgesetzt werden, schon ab 1 Euro im Monat. Die Möglichkeit, die Sparrate jederzeit kostenlos zu ändern oder den Sparplan auszusetzen, bietet Anlegerinnen und Anlegern dabei ein hohes Maß an Flexibilität in allen Lebenslagen.  

Wer einen oder mehrere Wertpapier-Sparpläne eingerichtet hat, kann im Rahmen des Depot-Checks die Höhe der Sparraten überprüfen und wenn möglich anpassen. Steht beispielsweise aufgrund einer Gehaltserhöhung oder einer Erbschaft mehr Geld zur Verfügung, kann die Sparrate erhöht werden. Dies ist vor allem im Hinblick auf den inflationsbedingten Kaufkraftverlust des angesparten Vermögens sinnvoll. Wie sich die Höhe der monatlichen Sparrate, die angenommene Rendite und der Anlagezeitraum auf den möglichen Endbetrag auswirken, kann mit dem Wertpapier-Sparplan-Rechner simuliert werden. 

Tipp: Wer die Verwaltung des eigenen Depots nicht selbst in die Hand nehmen möchte, kann über eine digitale Vermögensverwaltung nachdenken. Smart Invest bietet Kundinnen und Kunden der ING ein hohes Maß an Flexibilität, sowohl hinsichtlich der Anlagestrategie als auch bei der Höhe der investierten Beträge. Los gehts schon ab 20 Euro als Sparplan oder Einmalanlage.

Autor: Steffen Droemert

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