Einlagensicherung bei Banken in Deutschland

Im März ging die Insolvenz der Greensill Bank durch die Presse. Die BaFin hat die Bank wegen drohender Überschuldung geschlossen. Der Schock für die Anleger*innen war natürlich riesig – zum Glück aber nur von kurzer Dauer. Mittlerweile haben die meisten Geschädigten ihre Einlagen bereits zurück erhalten.

Möglich machen das die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken und der freiwillige Einlagensicherungsfonds deutscher Banken, in dem die Greensill Bank Mitglied ist. Sie schützen die Guthaben der Privatpersonen und übernehmen die Entschädigung im Insolvenzfall.

Wie sind Banken mit Sitz in der EU gesichert?

Grundsätzlich sind alle Anlagen in der EU pro Person und Bank mit mind. 100.000 € abgesichert. Dazu muss jedes EU-Land einen nationalen Sicherungsfonds aufbauen, der mindestens 0,8 % der geschützten Einlagen umfasst.  

Für Kreditinstitute mit Sitz in Deutschland ist das die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB - www.edb-banken.de). Sie wird von der BaFin beaufsichtigt und schützt pro Person bei jedem ihr zugeordneten Kreditinstitut Einlagen mindestens bis zu einer Höhe von 100.000 € sowie 90 % der Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften, max. den Gegenwert von 20.000 €.

Darüber hinaus sichern sich viele private Banken in Deutschland über den freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken ab. Mitglieds-Banken sind mit 15 % des haftenden Eigenkapitals des jeweiligen Kreditinstituts abgesichert. Da das Minimum für haftendes Eigenkapital für Banken in Deutschland 5 Millionen Euro beträgt, sind alle Anlagen also mit mind. 750.000 € abgesichert – pro Person. In der Praxis liegt diese Summe oft viel höher, wie man am Beispiel der ING gut sieht: 2020 hatte die ING ein haftendes Eigenkapital von 9,24 Mrd. Euro. 15 % davon sind 1,37 Mrd. Euro pro Anleger*in.

Ob Ihre Bank dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken angeschlossen ist und wie Ihr genauer Schutzumfang aussieht, fragen Sie unter https://einlagensicherungsfonds.de/ ab.

Der Bundesverband deutscher Banken e.V. plant, die Sicherungsgrenze des Einlagensicherungsfonds bis 2025 stufenweise zu senken. Auch hier brauchen Sie sich keine Sorgen machen - nach heutigem Stand würde der Fonds die Guthaben bei uns ab 2025 immer noch bis zu 797 Millionen Euro pro Person sichern.

Natürlich sind Ihre Gelder auch bei anderen Instituten abgesichert. Die Sparkassen haben z.B. das Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe und die Volks- & Raiffeisenbanken sind der BVR Institutssicherung GmbH und der zusätzlichen freiwilligen Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) angeschlossen.

Welche Konten sind geschützt?

Die o.a. Fonds sichern sogenannte Sicht-, Spar- und Termineinlagen natürlicher Personen ab. Das bedeutet, Ihre Girokonten (Sichteinlagen), Sparkonten und z.B. Festgelder (Termineinlagen) sind geschützt.

Wertpapiere fallen nicht unter den Schutzschirm. Trotzdem müssen Sie sich darum aber keine Sorgen machen. Die Wertpapiere in Ihrem Depot werden von den Banken nur verwaltet und bleiben somit Ihr Eigentum. Sie können Ihre Werte also jederzeit verkaufen oder übertragen.

Gemeinschaftskonten sind doppelt abgesichert, denn jeder Kontoinhaber bzw. Kontoinhaberin hat einen separaten Anspruch auf Entschädigung - bei der EdB sind also somit mind. 200.000 € abgesichert und bei unseren Kundinnen und Kunden dank des Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken ca. 2,74 Mrd Euro.

Was passiert, wenn Ihre Bank den Hauptsitz im Ausland hat?

Liegt Ihr Geld bei einer deutschen Zweigstelle einer Bank mit Sitz im EU-Ausland, arbeitet das deutsche Einlagensicherungssystem eng mit dem jeweiligen EU-Land, in dem Ihre Bank ihren Sitz hat, zusammen. Die Formalitäten klären Sie mit dem deutschen Fonds, die tatsächliche Entschädigung leistet aber der Fonds im EU-Ausland.

Auch deutsche Niederlassungen eines Kreditinstituts mit Sitz außerhalb der EU sind Mitglieder der deutschen gesetzlichen Entschädigungseinrichtung EdB und sichern Ihre Kundinnen und Kunden darüber ab.  

Als Kleinanleger*in in der EU können Sie den Banken also ruhig Ihr Geld anvertrauen. Und mit etwas Recherche sind auch große Anlagen abgesichert – natürlich lohnt es sich, wie bei jeder Anlage, vorher zu vergleichen.