Mit Elan und soliden Finanzen durchs fünfte Jahrzehnt

Deine Finanzen in den 50ern

Was für Jahre, die 50er! Die Kinder gehen so langsam aus dem Haus oder sind schon gegangen. Für viele Menschen fängt jetzt eine neue Lebensphase an. Und auch wenn es womöglich noch ein paar Jahre dauert - der Ruhestand liegt nicht mehr in allzu weiter Ferne.

Schon genügend Geld für den Lebensabend zusammen?

Checken Sie Ihre Altersvorsorgeprodukte. Prüfen Sie über Ihre Renteninformation, wie viel Geld Sie aller Voraussicht nach von der gesetzlichen Rentenversicherung bekommen. Sie stellen fest, dass das Geld von vorne bis hinten nicht reicht? Keine Sorge! Sparen ist in jeder Lebensphase möglich. Was für Jüngere gilt, gilt auch für Ältere. Mit einer Ausnahme: Sparer ab 50 sollten weniger Risiken eingehen und nicht allzu langfristige Verträge abschließen.

  • Wer nicht weiß, welchen Betrag er monatlich sparen sollte, um den gewohnten Lebensstandard später auch halten zu können: Rentenrechner können helfen, wie beispielsweise der Rentenlückenrechner des deutschen Fondsverbands BVI.
  • Bedenken Sie bei Ihrer Kalkulation, dass Rentner andere Kosten als Erwerbstätige haben. Zum Beispiel zahlen Sie keine Beiträge mehr zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Dafür kann es im Alter häufiger vorkommen, dass Sie sich an Gesundheitsleistungen finanziell beteiligen müssen.
  • Es gibt verschiedene Optionen, für das Alter vorzusorgen. Dazu zählen vor allem Tages- und Festgeldkonten, Banksparpläne, ETF- und Fondsparpläne. Dabei sollten wichtige Dinge beachtet werden:
  • Streuen Sie Ihr Vermögen möglichst breit, um Verluste zu minimieren. Ältere Sparer sollten mehr auf Sicherheit setzen und weniger auf risikoreiche Investments. Bevor Sie Wertpapiere kaufen, informieren Sie sich bitte über die Risiken. Investitionen in ETFs und Fonds sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zu Verlusten des eingesetzten Kapitals führen.
  • Als grobe Faustformel gilt: 100 minus das Lebensalter des Anlegers - das Ergebnis entspricht ungefähr dem Prozentsatz, den man in Aktien investieren sollte. Die Überlegung dahinter: Über 50-Jährige haben im Gegensatz zu Jüngeren nicht mehr die Zeit, beim Sparen für den Lebensabend Kursschwankungen an der Börse über Jahrzehnte hinweg auszusitzen.

Wertpapierdepot auf den Prüfstand stellen

Sofern Sie bereits ein Wertpapierdepot besitzen, gilt es dieses den Bedürfnissen der Altersvorsorge entsprechend auszurichten. Stellen Sie es einmal im Jahr auf den Prüfstand. Passt der Anlage-Horizont noch oder sind Änderungen nötig? Was läuft gut und bringt üppige Renditen, was macht womöglich seit langem Verluste? Sind Produkte anhaltend verlustreich, ist es oft ratsam, sich davon zu trennen und sich nach Alternativen umzusehen. Die Verbraucherzentralen können Tipps geben.

Jetzt noch einen Immobilienkredit - warum nicht?

Es spricht nichts dagegen, auch im Alter von 50plus noch einen Immobilienkredit aufzunehmen - etwa, um sich Wohneigentum zuzulegen oder die in die Jahre gekommenen eigenen vier Wände sanieren zu lassen. Grundvoraussetzung hierfür ist: Ihre Bonität stimmt. Tipps zu günstigen Immobilienkrediten für Ältere gibt es unter anderem bei der Stiftung Warentest.

Versicherungen checken

Vergessen Sie nicht zu kontrollieren, ob Ihre Versicherungen noch zu Ihren Bedürfnissen passen. Hierbei hilft Ihnen der BedarfsCheck des Bundes der Versicherten (BdV). Wer sich lieber persönlich, aber in jedem Fall von unabhängiger Seite beraten lassen will, kann neben dem BdV etwa Verbraucherzentralen kontaktieren.

  • Tipp: Es gibt eine Reihe von Versicherungen, die von Experten als „nicht empfehlenswert“ eingestuft werden. Dazu gehört aus Sicht des BdV zum Beispiel eine Sterbegeldversicherung. Diejenigen, die Geld für ihre Beerdigung zurücklegen wollen, sollten nicht in eine Versicherung einzahlen, sondern extra dafür sparen. Der BdV bietet ein Infoblatt dazu.

Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht überprüfen

In Ihren 40ern haben Sie sich sicherlich schon um so wichtige Themen wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht gekümmert. Spätestens jetzt ist es an der Zeit zu prüfen, ob in beiden Dokumenten immer noch alles in Ihrem Sinne ist. Je präziser und anschaulicher Ihre Wünsche dort festgehalten sind, desto besser. Schauen Sie zum Beispiel in Ihrer Vorsorgevollmacht nach, ob Sie die dort genannte Person nach wie vor als „persönlichen Stellvertreter“ wollen.

Checken Sie Ihr Testament

Womöglich gehören Sie ja zu jenen, die längst ein Testament abgefasst haben. Falls nicht: Es ist höchste Zeit.

Falls sich Ihr bereits dokumentierter letzter Wille wieder geändert hat, können Sie in den meisten Fällen Ihr Testament wieder ändern.