Wie funktioniert Geldverdienen? Mit diesen Tipps verstehen es schon die Kleinsten

Mit diesen Tipps verstehen es schon die Kleinsten

Wie landen die Münzen in Mamas Portemonnaie? Und woher kommen neue, wenn alle ausgegeben sind? Irgendwann möchten Kinder herausfinden, wie das geht – dieses Geldverdienen. Spielerischer Umgang hilft dabei, ein Gefühl für Geld zu entwickeln

Für außergewöhnliche Aufgaben im Haushalt kleines „Gehalt“ zahlen

„Meistens stellen Kinder Fragen rund ums Geld verdienen, wenn sie das Prinzip grundlegend verstanden haben“, sagt Julia Topar, Leiterin der Finanzbildung beim Bundesverband deutscher Banken. „Sie haben erkannt, dass jedes Eis, jedes Brötchen beim Bäcker und jedes Kleidungsstück Geld kostet und fragen sich dann natürlich, woher Mama und Papa es nehmen.“ Dann gehe es darum, Kindern zu erklären, woher das Geld überhaupt kommt.  „Wir können es ihnen vermitteln, indem wir sie spielerisch ein wenig eigenes Geld verdienen lassen“, sagt Julia Topar. Fürs Schneeschippen, Rasenmähen oder Autosaugen dürfe es durchaus ein kleines, angemessenes „Gehalt“ geben. „So erleben Kinder, dass sie für eine Leistung einen Gegenwert erhalten.“

Selbst verdientes Geld wird auch von Kindern wertgeschätzt

Wichtig sei jedoch, Kinder nicht für jede Mithilfe im Haushalt zu bezahlen, sondern sich auf außergewöhnliche Tätigkeiten zu beschränken. Außerdem sollten Eltern es nicht übertreiben und den Bonus nicht zu hoch ansetzen. Ein Betrag zwischen einem und fünf Euro sei in der Regel angebracht – abhängig vom Alter der Kinder und der Tätigkeit. „Je aufwändiger eine Aufgabe ist, desto besser bezahlt werden darf sie natürlich“, sagt Julia Topar. Der Effekt solcher Bezahlungen sei in der Regel groß. So beschreibt es auch Melina Jipp: „Kinder wertschätzen das verdiente Geld ganz anders als beispielsweise Taschengeld. Sie merken, dass sie etwas für das Geld getan und Zeit investiert haben und machen sich deshalb auch mehr Gedanken darüber, wie sie es wieder ausgeben.“

„Wie viel verdienst du?“ – Welche Antwort ist die richtige?

Wie sich Geld verdienen lässt, ist also hochspannend für Kinder. Und je älter sie werden, desto konkreter werden die Fragen. Besonders beliebt ist diese: „Mama, wie viel verdienst du eigentlich?“ So interessant sie auch für viele Kinder ist, so unangenehm ist sie für viele Erwachsene. Geld ist häufig ein großes Tabuthema. „Über Geld spricht man nicht“ – die Redewendung kennt schließlich fast jeder. Müssen Eltern über ihren Schatten springen? Müssen sie wirklich offenlegen, wie viel Geld in die Familienkasse fließt? „Das ist eine individuelle Entscheidung“, sagt Julia Topar. Sie rät aber dazu, die Fragen der Kinder ernst zu nehmen. „Kinder können nur dann ein Gefühl für Geld entwickeln, wenn wir es ihnen erklären.“

Konkrete Summen werden erst im Teenageralter wichtig

So sieht es auch Melina Jipp, Bankkauffrau und Autorin der Ratgeberbücher „Geld anlegen kindgerecht erklärt“ und „Geld und Konto kindgerecht erklärt“. Sie hält es allerdings nicht für nötig, Kinder auf den Cent genau über das eigene Gehalt aufzuklären. „Eine bestimmte Summe zu nennen, hilft Kindern meistens nicht“, sagt sie. „Eine solche Zahl können sie nicht einordnen.“ Sie rät, konkrete Gehälter erst dann zu besprechen, wenn das eigene Kind sich auf einen Job bewirbt – also im Teenageralter. Für Eltern von hartnäckig fragenden Kindern hat Julia Topar einen Tipp: „Um die Nennung bestimmter Summen zu umgehen, können Eltern beispielsweise das Durchschnittsgehalt nennen, das Menschen in Deutschland verdienen.“ Und dann könnten sie ihren Kindern erklären, ob das eigene Gehalt ungefähr diesem Durchschnitt entspricht – oder davon abweicht.

  • Gut zu wissen: Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst betrug bei Vollzeitbeschäftigten in Deutschland im Jahr 2020 laut Statistischem Bundesamt 3.975 Euro.

Fazit: Frühzeitige Aufklärung hilft, Geld und seinen Wert zu verstehen

Geld verdienen ist rundum ein spannendes Thema für Kinder – und Eltern sollten früh darauf achten, ihnen den Wert von Geld nahezubringen. Unsere Tipps im Überblick:

  • Kleinere Kinder können „eigenes Geld verdienen“, wenn sie besondere Tätigkeiten im Haushalt übernehmen.

  • Erwachsene sollten alle Fragen der Kinder ernstnehmen, dürfen aber selbst darüber entscheiden, wie sehr sie beim eigenen Verdienst ins Detail gehen möchten.

  • Jugendliche können echte Jobs wie Babysitting oder Zeitungaustragen übernehmen. So erfassen sie ganz automatisch den Wert von Geld und gehen in der Regel auch verantwortungsvoller damit um.