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Achtung, Abzocke!

Würden Sie Haustürbetrüger erkennen?

Falsche Polizisten, angebliche Handwerker oder betrügerische Finanzbeamte: Haustürbetrüger schlüpfen in verschiedene Rollen, um an das Geld ihrer Opfer zu kommen.

Vorsicht, Abzocke! Jedes Jahr treiben Betrüger in ganz Deutschland ihr Unwesen und knüpfen ihren Opfern Wertsachen und Bargeld ab. Allein in Mecklenburg-Vorpommern wurde 2018 durch Trickbetrüger ein Gesamtschaden von etwa 520.000 Euro ergaunert, wie das Landeskriminalamt mitteilte. Den Enkeltrick, bei dem angebliche Verwandte vorgeben, in einer finanziellen Notlage zu stecken, kennen bereits viele Verbraucher. Doch die Betrüger scheinen immer einfallsreicher zu werden, um ihre Opfer zu täuschen. Dabei machen Sie auch keinen Halt vor deren Haustüren. Wir machen den Test: Hätten Sie diese Betrugsversuche erkannt?

1. Fall: Polizisten sichern Vermögen

Stellen Sie sich vor: Ein Polizeibeamter ruft bei Ihnen zu Hause unter der Nummer 110 an. Er erklärt Ihnen, dass es Hinweise auf einen geplanten Einbruch gäbe – und zwar in Ihrem Haus. Geld und Wertsachen seien bei Ihnen nicht mehr sicher. Deshalb würde ein Polizist vorbeikommen und Ihr Vermögen abholen, um es in Sicherheit zu bringen.

Tatsächlich handelt es sich hierbei um eine Betrugsmasche. Und die ist kein Einzelfall: Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz teilte mit, dass es allein in Rheinland-Pfalz im Jahr 2018 über 4.680 solcher Fälle gab. Bei 53 Fällen kam es zu einem Geldschaden. Laut Verbraucherzentrale benutzen die Betrüger dabei eine spezielle Technik, mit der beim Opfer die Polizei-Notrufnummer 110 auf dem Telefondisplay erscheint. In anderen Fällen sollten die Angerufenen ihr Geld von der Bank abheben, damit vermeintliche Polizisten überprüfen können, ob es sich um Falschgeld handelt.

2. Fall: Finanzbeamte verschaffen sich Zutritt

An Ihrer Tür stehen diesmal zwei Männer, die kurz ihren Ausweis zeigen. Sie seien vom Finanzamt und wollen Wertsachen im Haus überprüfen.

Auch hier liegt ein Betrugsversuch vor. Der konkrete Fall: Ein Opfer aus Paderborn war eingeschüchtert und ließ die angeblichen Beamten in ihr Einfamilienhaus. Sie durchsuchten die Zimmer – und nahmen schließlich Bargeld und Schmuck mit. Die Ausrede: Eine Auflistung der Gegenstände würde das Finanzamt später zuschicken. Komisch, dass diese nie ankam.

3. Fall: Mitarbeiter vom Jugendamt mit Forderungen

Ein anderes Szenario: Plötzlich klingelt es an Ihrer Tür. Sie öffnen und zwei Mitarbeiter vom Jugendamt begrüßen Sie mit einem blauen Dienstausweis. Sie würden gern in Ihre Wohnung kommen. Dann der Schock: Die beiden Mitarbeiter fordern die Herausgabe Ihres jüngsten Kindes.

Diese kuriose Masche spielte sich so oder so ähnlich in Duisburg, Gelsenkirchen und nun auch in Osterburken-Schlierstadt ab. Die Hausbewohner gewährten den Betrügern aber glücklicherweise keinen Zutritt. Bisher sei nach Angaben der Polizei unklar, ob die angeblichen Mitarbeiter des Jugendamts mit der Absicht der Kindesentführung von Tür zu Tür gehen, oder lediglich den Zugang zu fremden Wohnungen wollen. Gruselig ist es allemal.

4. Fall: Handwerker auf Mission

Was würden Sie diesmal tun: Es klingeln Handwerker bei Ihnen an der Tür und bieten Ihnen an, Ihre Dachrinne zu reparieren. Ein verlockendes Angebot, schließlich sind Ihre Rinnen schon seit einigen Jahren stark verrostet.

Lieber nicht. Denn: Der Hausbesitzer des beschriebenen Falls ist auf Rügen auf betrügerische Handwerker reingefallen. Sie haben nach getaner Arbeit 6.000 Euro verlangt – ohne Ausstellung einer Rechnung oder Angabe einer Kontoverbindung. Der Mann zahlte 4.000 Euro an, wurde dann aber doch misstrauisch und beglich den Restbetrag nicht mehr. Ein ähnlicher Fall wurde in Altenwalde gemeldet. Statt Handwerkern boten hier angebliche Gärtner einem älteren Ehepaar ihre Dienste an. Die Arbeiten sollten am Ende 4.000 Euro kosten. Ein Bankmitarbeiter verhinderte jedoch, dass das Paar die Summe von ihrem Konto abhob. Laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ist bei solchen Fällen besonders auffällig, dass die Arbeiten stets mit einer Vorkasse einhergehen. Hier sollten bei Verbrauchern alle Alarmglocken klingen.

Die Maschen sind teils schwer zu durchschauen

Ob als angebliche Polizisten oder Finanzbeamte: Unter zum Teil glaubwürdigen Vorwänden verschaffen sich Haustürbetrüger Zugang zu fremden Wohnungen. Oft sind Senioren davon betroffen. Weil die Trickbetrüger dabei geschickt vorgehen, sind die Maschen teils schwer zu durchschauen. Oft wird auch Druck ausgeübt der Betroffene nicht mehr rational denken lässt, wie die die Polizei Soest betont. Doch Sie können von bösen Überraschungen verschont bleiben – wenn Sie diese Tipps beherzigen.

Wichtige Tipps der Verbraucherzentrale und Polizei bei Haustürbetrügern:

  • Sicherheit geht vor: Öffnen Sie Ihre Haustür nur dann, wenn Sie den Sperrriegel vorgelegt haben.
  • Lassen Sie keine fremden Personen in die Wohnung, vor allem, wenn Sie alleine zu Hause sind.
  • Wichtig zu wissen: Die Polizei ruft niemals unter der Notrufnummer 110 an.
  • Außerdem bittet Sie die Polizei niemals telefonisch darum, Wertsachen oder Bargeld auszuhändigen – auch nicht, um das Geld auf Falschgeld zu prüfen.
  • Achtung bei Passwörtern und Kontodaten: Diese sollten Sie niemals am Telefon preisgeben.
  • Verlangen Sie von Amtspersonen (Polizisten, Finanzbeamten etc.) immer den Dienstausweis. Wichtig: Untersuchen Sie den Ausweis genau auf Stempel, Foto und Druck. Wenn Sie sich unsicher sind, rufen Sie die Behörde lieber vorher an (Telefonnummer selbst ermitteln!).
  • Bei angeblichen Handwerkern: Lassen Sie nur Handwerker (oder Gärtner) in Ihre Wohnung, die Sie selbst engagiert haben oder die Ihre Hausverwaltung vorher angekündigt hat.
  • Und noch etwas: Sensibilisieren Sie Verwandte, Freunde und Bekannte für die Betrügertricks – diese Prävention kann Schlimmeres verhindern!
Autor: ING