Was Inflation mit unserem Geld macht

Das müssen Sie wissen

Geldbeutel
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Mal teurer, mal billiger: Die Preise von einzelnen Waren und Dienstleistungen schwanken. Kommt es allgemein zu Preissteigerungen, ist von Inflation die Rede. Man kann dann mit einem Betrag von beispielsweise zehn Euro nicht mehr so viel kaufen wie noch vor Kurzem. Somit ist Inflation eine Geldentwertung.

Die Folgen: Die Kaufkraft der privaten Haushalte lässt nach, auf Unternehmen kommen steigende Kosten zu – bei einer gleichzeitig sinkenden Investitionsbereitschaft. Sparerinnen und Sparer tendieren bei einer hohen Inflation dazu, ihr Geld in Sachwerte zu investieren, um Wertverlusten zu entgehen. Für Schuldner ist Inflation dagegen oft positiv, weil der reale Wert ihrer Schulden sinkt.

Inflation ist nicht gleich Inflation – diese verschiedenen Arten gibt es

  • Nachfrageinflation: „Bei dieser Art von Inflation steigen die Preise, weil die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen das Angebot übersteigt“, erläutert Jan-Christopher Scherer vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Dazu kommt es, wenn viele Menschen auf einmal mehr kaufen oder investieren wollen. Das führt zu einem Nachfrageüberschuss. Die Produktion kann der gestiegenen Nachfrage nicht schnell genug nachkommen. „Auslöser für eine Nachfrageinflation können etwa staatliche Konjunkturprogramme sein“, so Scherer.
  • Kosten- oder Angebotsinflation: Steigende Produktionskosten haben eine Kosteninflation zur Folge. Hierbei erhöhen Unternehmen die Preise für ihre Produkte, um damit höhere Kosten für Rohstoffe, Löhne, Energie oder Steuern aufzufangen.
  • Importierte Inflation: Steigen die Preise für importierte Güter, Dienstleistungen oder Rohstoffe, kommt es zur sogenannten importierten Inflation. „Oft sind Faktoren wie Wechselkursschwankungen oder globale Preisanstiege der Auslöser“, sagt Scherer. Geben Unternehmen diese Preissteigerungen im Inland weiter, steigt das allgemeine Preisniveau.
  • Geldmengeninflation: Wächst die Geldmenge einer Volkswirtschaft schneller als die Menge der produzierten Güter und Dienstleistungen, liegt eine Geldmengeninflation vor. „Wenn die Zentralbank die Geldmenge bei gleichbleibender Produktion von Gütern ausweitet, stehen der gleichen Gütermenge mehr Währungseinheiten gegenüber“, so Scherer. Mehr Geldeinheiten pro Gut bedeuten höhere Preise.

Schleichende und galoppierende Inflation

Von einer schleichenden Inflation ist die Rede, wenn Preissteigerungen von Produkten und Dienstleistungen kaum wahrnehmbar sind, also in der Regel nahe des Zwei-Prozent-Ziels der Europäischen Zentralbank (EZB) liegen. Anders sieht das bei der galoppierenden Inflation aus. Hier liegen sehr hohe Preissteigerungen vor. Das Geld verliert schnell an Wert, die Kaufkraft sinkt enorm. Die Folgen sind neben wirtschaftlicher Instabilität ein Vertrauensverlust in die Währung.

Was es mit dem Verbraucherpreisindex auf sich hat

Die Inflation lässt sich unter anderem anhand des Verbraucherpreisindex bemessen. Das Statistische Bundesamt berechnet und veröffentlicht diesen jeden Monat. „Hierfür bilden die Statistiker einen repräsentativen Warenkorb aus etwa 700 Güterarten und vergleichen die Preisentwicklung des Warenkorbs über die Zeit“, erläutert Scherer.

Die prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindex in einem Monat gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Inflationsrate. Sie zeigt an, wie sich im Durchschnitt die Preise für private Verbrauchsausgaben in Deutschland im Schnitt verändern.

Wie man sich gegen Inflation schützen kann

Eine Möglichkeit für Privatleute, sich gegen Inflation zu schützen, besteht darin, in Sachwerte wie Immobilien oder Gold zu investieren. Diese sind von der Geldwertentwicklung weitestgehend unabhängig – das heißt, sie verlieren ihren Wert auch dann nicht, wenn die Inflation sehr hoch ist. Viele Fachleute raten dazu, einen kleinen Teil des Portfolios zur Absicherung mit Sachwerten zu bestücken, generell aber den Fokus auf eine möglichst breite Streuung der Anlagen zu richten.

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Illustration eines Smartphones unter der Lupe