Haustiere

Was kostet ein Hund?

Sie sind niedlich, treue Begleiter und brauchen viel Aufmerksamkeit: Wenn ein Hund zu Hause einzieht, kommen auf die neuen Besitzer viele Aufgaben zu – auch finanzielle.

Man sagt, der Hund sei der beste Freund des Menschen. Kein Wunder also, dass er auch hierzulande so beliebt ist: Alleine im Jahr 2021 haben mehr als 12 Millionen Menschen in Deutschland mindestens einen Hund an ihrer Seite, wie eine Umfrage von Statista ergibt. 

Diese treuen Gefährten lassen sich die Deutschen auch etwas kosten. Dabei sind die Investitionen in Belohnungssnacks, Spielzeuge und Co vor allem in der Pandemie nochmal deutlich angestiegen. Während deutsche Tierhalter also im Jahr 2019 noch 5,6 Milliarden Euro für ihre Hunde ausgaben, dürfte die Höhe der Ausgaben mittlerweile höher ausfallen.

Doch wofür eigentlich? Mit welchen Kosten muss man als Neu-Hundebesitzer rechnen? Eine Auflistung.

Achtung vor unseriösen Händlern

Viele Hunde-Liebhaber denken bei den Kosten zunächst an den Kaufpreis. Und der kann es je nach Rasse in sich haben: Seriöse Züchter verlangen für einen Welpen zwischen 700 - 3.000 Euro.

Vorsicht bei günstigen Angeboten: Dahinter könnten sich skrupellose Welpenhändler verbergen, warnt die Verbraucherzentrale Hamburg. Über Kleinanzeigen verkaufen sie die oftmals kranken Hundebabys zu einem vermeintlichen Schnäppchenpreis.

Auf Nummer sicher gehen Sie bei einer Adoption über das Tierheim. Dort verfügen die Hunde in der Regel schon über die notwendigen Impfungen sowie Untersuchungen und kosten in etwa zwischen 200 bis 350 Euro. 

Ist der richtige Züchter oder ein Tierheim gefunden, ist der Kaufpreis allerdings erst der Anfang. Hunde-Besitzer müssen laut VDH außerdem mit folgenden Kosten rechnen:

  • Anschaffung: Wer einen Hund zu Hause Willkommen heißen will, braucht zunächst eine Erstausstattung. Dazu gehören neben Leine und Halsband auch Futternäpfe, ein Hundebett und eine Decke. Kosten: 100 bis 270 Euro 
  • Futter: Die Kosten für die Mahlzeiten eines Hundes variieren je nach Rasse und Qualität des Futters. Hier müssen Besitzer mit 25 bis 50 Euro pro Monat rechnen.
  • Hundesteuer: Auch für Vierbeiner müssen Halter Steuern zahlen. Je nach Gemeinde sind das für den Ersthund 25 bis 160 Euro pro Jahr. In München zahlt man beispielsweise 100 Euro jährlich.  Kampfhunde werden mit 800 Euro im Jahr besteuert. Wer seinen Hund aus dem Tierheim geholt hat, muss u. U. für die erste Zeit gar keine Hundesteuer zahlen, berichtet Stiftung Warentest.
  • Tierarzt: Auch wenn das Tier gesund ist, muss es trotzdem regelmäßig zum Tierarzt. Für Entwurmungen und Impfungen müssen Hundehalter mit 60 bis 250 Euro im Jahr rechnen. Doch ist der Vierbeiner krank oder wurde er bei einem Unfall verletzt, können die Kosten in die Höhe steigen.
  • Sonstige Kosten: Hinzu kommen nach Bedarf gegebenenfalls Kosten für eine Hundeschule, Hundebetreuung oder den Hundefrisör. 

Lohnt sich eine Hunde-Krankenversicherung?

Operationen, Impfungen oder Kastration: Um sich vor explodierenden Kosten beim Tierarzt zu schützen, bieten einige Anbieter eine Krankenversicherung für Hunde an. Aber ist das sinnvoll? Laut Verbraucherschützer lohnen sich solche Versicherungen eher selten: „Die Policen sind teuer, und nicht alle Behandlungen werden bezahlt. Zudem werden meist nur gesunde Tiere versichert“, warnt die Verbraucherzentrale NRW. Außerdem werden die Verträge umso teurer, je älter der zu versichernde Hund ist. Die Verbraucherschützer raten dazu, selbst Geld für den Ernstfall zurückzulegen.

Tierhalterhaftpflicht ist jedoch ein Muss

Welche Versicherung aber laut Verbraucherzentrale ein Muss ist, ist die Haftpflichtversicherung für Tierhalter. „Denn richten Haustiere einen Schaden an, muss deren Halter für den Schaden aufkommen. Für seine Haftung ist kein Verschulden erforderlich. Er haftet mit seinem gesamten Vermögen und auch mit seinem Einkommen notfalls ein Leben lang", erklärt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Rennt der Hund zum Beispiel auf die Straße und verletzt dabei Dritte, springt die Hundehaftpflichtversicherung ein. In manchen Bundesländern ist sie sogar Pflicht und kostet Im Durchschnitt zwischen 35 und 50 Euro jährlich. Die tatsächlichen Kosten hierfür hängen jedoch unter anderem von der Rasse, der Höhe der Selbstbeteiligung und des gewünschten Leistungsumfangs ab.

Hundekosten teilweise von der Steuer absetzen

Für treue Vierbeiner müssen Besitzer mit einigen Kosten rechnen. Doch die gute Nachricht: Einige dieser Ausgaben sind als haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzbar. „Haushaltsnahe Dienstleistungen sind alles, was man theoretisch auch selbst machen könnte“, erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Dazu gehören zum Beispiel Hundetrainer, Betreuer, die mit dem Hund Gassi gehen und Tierfriseure. Aber: „Es muss ein Bezug zum Haushalt vorliegen“, erklärt Klocke. Das bedeutet: Der Trainer oder Betreuer muss den Hund zu Hause besuchen oder ihn zumindest an der Haustür abholen. Außerdem können nur Ausgaben für Profis abgesetzt werden, die eine Rechnung stellen. Kosten für Therapiehunde können in einigen Fällen laut eines Urteils des Finanzgerichts Münster (Az.: 10 K 2852/18 E) sogar als Werbungskosten abgesetzt werden. Und als Steuerpflichtiger können Sie unter bestimmten Voraussetzungen sogar die Hundehaftpflichtversicherung als Sonderausgaben absetzen. 

Die Seele baumeln lassen

Und das mit einem finanziellen Puffer in der Hinterhand. Damit Sie tiefenentspannt auf spontane Abenteuer reagieren können.