Meilen sammeln leicht gemacht
Bonusprogramme clever nutzen
In der Business-Class in die Karibik fliegen oder kostenlos im Luxus-Hotel übernachten: Wer Bonusprogramme clever nutzt und ordentlich Meilen sammelt, kann sich solche Reiseträume erfüllen. Die gute Nachricht: Dafür muss man heute nicht mehr ständig im Flugzeug sitzen. Auch mit alltäglichen Ausgaben kann man Punkte sammeln. Wie das funktioniert und für wen sich das lohnt, zeigen wir hier.
Wie funktioniert Meilen sammeln?
Beim Meilensammeln bekommt man für bestimmte Ausgaben Bonuspunkte, auch Meilen genannt. „Der Irrglaube war, dass ich Meilen immer nur im Flugzeug sammeln kann. Aber das wurde immer weniger“, sagt Dominic Hanning, Betreiber der Website meilenjunkies.de.
Neben Flügen lassen sich Meilen inzwischen auch über Hotelübernachtungen, Cashback oder Zahlungen mit Kreditkarten sammeln. Die gesammelten Meilen können später gegen Prämien eingelöst werden: etwa für Flüge, Upgrades oder andere Vorteile.
Für wen lohnt sich Meilen sammeln?
„Eigentlich für jeden, der gerne mit dem Flieger in den Urlaub fliegt“, sagt Hanning, denn gerade bei Flügen lassen sich große Gegenwerte erzielen. Aber auch Gelegenheitsreisende können vom Meilensammeln profitieren – vorausgesetzt, sie sammeln strategisch. Dabei gibt es verschiedene Optionen.
So lassen sich Meilen sammeln
Mit Flügen: Der klassische Weg führt über Flüge und Vielfliegerprogrammen wie Miles & More. Nach der kostenlosen Registrierung werden bei Flügen mit Partner-Airlines automatisch Meilen gutgeschrieben. Wie viele das sind, hängt unter anderem von der Strecke, Buchungsklasse oder dem Preis ab. Viele Programme bieten dafür Meilenrechner auf ihren Websites an.
Mit Cashback: Bei Programmen wie Payback sammelt man Punkte beim Einkaufen, etwa im Supermarkt oder in der Drogerie. In der Regel gibt es einen Punkt pro zwei ausgegeben Euro. Die gesammelten Punkte lassen sich übrigens im Verhältnis eins zu eins zu Miles & More übertragen. „Das hat einen viel höheren Gegenwert als sich die Punkte auszahlen zu lassen oder beim nächsten Einkauf verrechnen zu lassen“, erklärt Hanning.
Mit Hotels und mit Mietwagen: Auch Übernachtungen und Mietwagenbuchungen können auf das Meilenkonto einzahlen. Viele größere Anbieter haben Kooperationen mit Fluggesellschaften und schreiben beispielsweise für Hotelnächte Meilen gut.
Mit Kreditkarte: Eine andere Möglichkeit ist, mit Kreditkarten Meilen zu sammeln. Dabei werden die getätigten Ausgaben automatisch in Meilen umgewandelt. Wichtig: Jahresgebühren und Konditionen vorher genau prüfen. Häufig gibt es auch Willkommensboni, die den Meilenstand zu Beginn deutlich erhöhen.
Tipps, um das Maximum herauszuholen
Um möglichst viel aus den gesammelten Meilen herauszuholen, sollte man ein paar Regeln beachten:
- Regelmäßig nach Aktionen Ausschau halten: Hanning rät, bei Cashback-Programmen Coupons zu nutzen, um Extra-Punkte zu erhalten. Aber: „Man sollte nur das kaufen, was man ohnehin kaufen wollte.“
- Meilen für Business- oder First-Class-Flüge einsetzen: Wie attraktiv das sein kann, zeigt ein Beispiel: Laut Hanning sind über die Buchungsplattform von Miles & More bereits für 66.000 Meilen Business-Class-Flüge in die USA und zurück möglich. Zum regulären Ticketpreis kostet ein solcher Flug teils mehrere Tausend Euro. Allerdings fallen auch bei Prämienflügen in der Regel Zuzahlungen für Steuern, Gebühren und Airline-Zuschläge an.
- Flexibel sein: Wer außerdem bei Reisedaten nicht festgelegt ist, spart oft viele Meilen.
Achtung vor typischen Fehlern
Zu typischen Fehlern beim Meilensammeln gehört, Punkte verfallen zu lassen, weil Fristen übersehen werden, oder sie über ungünstige Buchungsportale oder Prämienshops einzulösen. Außerdem lohnt es sich laut Hanning oft nicht, seine Meilen für Economy-Flüge einzusetzen: „Die Zuzahlungen sind meist genau die gleichen wie bei der Business-Class.“ Der Mehrwert ist also entsprechend gering.
Wichtig: Vor jeder Buchung Preise vergleichen, denn nicht selten gibt es Flüge oder Hotels anderswo günstiger, auch wenn man dafür vielleicht keine Meilen sammeln kann. Auch die Verbraucherzentrale warnt davor, dass Kunden im Prämienfieber häufig bessere Konkurrenzangebote aus dem Blick verlieren.