Änderungen bei der Pendlerpauschale

Auf dem Weg zur Arbeit: Fernpendler werden belohnt

Die Spritpreise steigen, seit Anfang 2021 verteuert die CO2-Steuer das Autofahren zusätzlich. Eine kleine Erleichterung kann da die vom Gesetzgeber beschlossene Erhöhung der Entfernungspauschale bringen. Zumindest für die, die mehr als 20 Kilometer zu ihrer Arbeitsstelle zurücklegen müssen.

Paragraph 9 des Einkommensteuergesetzes sollte eigentlich jeder Arbeitnehmer kennen. Denn er regelt unter anderem, welche beruflich bedingten Aufwendungen als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden können. Dazu gehören beispielsweise die Fahrten zur Arbeitsstätte.

 

Wie der Staat die Fahrt zur Arbeit unterstützt

Für jeden Kilometer zwischen Wohnort und Arbeitsstätte kann eine Entfernungspauschale angesetzt werden, aber nur für die einfache Entfernung. Grundsätzlich ist es laut Gesetz möglich, je Kilometer Arbeitsweg 30 Cent von der Steuer abzusetzen.

Seit Anfang 2021 bekommen Fernpendler allerdings einen Aufschlag: Vom 21. Kilometer an können 35 Cent abgesetzt werden - und für die Jahre 2024 bis 2026 sogar 38 Cent.

Anders als vielfach propagiert, schafft die Erhöhung der Entfernungspauschale selbst allerdings keinen Anreiz, auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umzusteigen. „Der Gesetzgeber wollte lediglich einen Ausgleich für die steigenden Kosten des Arbeitsweges durch Umweltschutzmaßnahmen schaffen“, sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler mit Blick auf die Einführung der sogenannten CO2-Steuer.

Entfernungspauschale auch für Fahrrad, Bus und Bahn

Dennoch macht es steuerlich keinen Unterschied, mit welchem Verkehrsmittel man den Weg zur Arbeit zurücklegt. Es ist daher egal, ob Arbeitnehmer für diese Strecke das Auto, das Fahrrad, den Bus oder die Bahn nutzen. „Die erhöhte Pauschale gilt allgemein, allerdings nicht für mit einem Flugzeug zurückgelegte Strecken“, betont Claudia Kalina-Kerschbaum, Geschäftsführerin der Bundessteuerberaterkammer.

Prinzipiell werden maximal 4.500 Euro steuerlich berücksichtigt. Wer mit dem eigenen Pkw fährt, hat aber die Möglichkeit, gegebenenfalls auch höhere Aufwendungen geltend zu machen. „Auch wenn man sich etwa eine Fahrkarte für den öffentlichen Verkehr angeschafft hat, kann man über die Werbungskosten im Einzelfall höhere Kosten absetzen“, sagt Klocke.

Für Kundenbesuche gilt Reisekostenrecht

Die Pendlerpauschale, wie sie im Volksmund genannt wird, lässt sich nur für Wege zur sogenannten ersten Tätigkeitsstätte veranschlagen, also in der Regel für die Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Müssen beispielsweise Kunden besucht werden, gilt das steuerliche Reisekostenrecht. So ist es dem Arbeitnehmer möglich, die Ausgaben bei der Steuer geltend zu machen, die ihm nicht vom Arbeitgeber ersetzt wurden.

„Für Dienstreisen kann der Arbeitnehmer die tatsächlichen Kosten für die Anfahrt geltend machen, wenn er zum Beispiel mit dem Zug fährt“, sagt Claudia Kalina-Kerschbaum. „Nutzt er das eigene Auto, kann er pauschal 0,30 Euro pro gefahrenen Kilometer ansetzen.“

Gut zu wissen: Im Gegensatz zur Entfernungspauschale lassen sich in diesem Fall die Kosten für Hin- und Rückweg berücksichtigen.

Erhöhung wirkt sich erst bei Steuererklärung aus

Konkret zu spüren bekommen Steuerzahler die mit der erhöhten Entfernungspauschale einhergehenden Erleichterungen erst dann, wenn die Steuererklärung 2021 ansteht. Doch auch danach ändert sich beim Ausfüllen der Steuererklärung bezüglich der Entfernungspauschale voraussichtlich nicht viel, auch wenn die Formulare für 2021 noch nicht vorliegen. Die notwendigen Angaben muss man nach wie vor in Anlage N – Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit machen. Isabel Klocke: „Dort müsste man einfach nur die Kilometerzahl einfügen – das ist unkompliziert.“

Autor: ING
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