So gelingt der Renteneinstieg – Teil I

Was Sie zu Ihrem Rentenkonto und Rentenantrag wissen müssen

Ob die Rente noch in weiter Ferne oder schon in greifbarer Nähe ist: Ihr Rentenkonto sollten Sie immer im Auge haben. Sie wollen bald den Rentenantrag stellen? Tipps, worauf Sie dabei achten sollten.

Monat für Monat das Gleiche: Der Arbeitgeber zieht vom Bruttolohn den Rentenbeitrag ab. Derzeit liegt der Beitragssatz bei 18,6 % des Bruttolohns – ein Betrag, den Arbeitnehmer aber nicht allein schultern müssen. Beschäftigte und Arbeitgeber zahlen ihn je zur Hälfte: also beide je 9,3 %. Wer ein Bruttoeinkommen von 3.500 Euro hat, zahlt 581 Euro in die gesetzliche Rentenversicherung ein.

Übrigens: Experten gehen davon aus, dass der Beitragssatz künftig steigen wird. Der Grund: Die geburtenstarken Jahrgänge verabschieden sich in absehbarer Zeit in den Ruhestand. Damit zahlen weniger Menschen in die Rentenversicherung ein, aber gleichzeitig ist mehr Geld für die Rente nötig. Die Höhe der Rente kann bei einer florierenden Wirtschaft steigen, aber im anderen Fall nicht sinken – hierfür gibt es eine staatliche Rentengarantie.

Jeder sammelt Entgeltpunkte

Wer in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert ist, sammelt im Laufe der Jahre Entgeltpunkte. Diese bestimmen später die Höhe der Rente. Nach Berechnungen des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen bezogen im Jahr 2019 Männer in Westdeutschland eine durchschnittliche Altersrente von 1.140 Euro, bei Frauen in Westdeutschland waren es dagegen im Schnitt 728 Euro. In Ostdeutschland lag die durchschnittliche Altersrente für Männer bei 1.100 Euro, für Frauen bei 1.034 Euro.

Rentenkonto muss vollständig und aktuell sein

Zurück zu den Einzahlungen: Für jeden Versicherten führt die Rentenversicherung ein Versicherungskonto, das sogenannte Rentenkonto. Damit Einzahlungen dem richtigen Konto zugeordnet werden können, besitzt jeder eine individuelle Versicherungsnummer. Ein vollständiges und aktuelles Versicherungskonto ist die Basis dafür, dass die Rente korrekt berechnet werden kann.

Es kommt auf jeden Monat an

„Gerade für Menschen, die nur kurz gearbeitet haben, ist jeder Monat wichtig“, sagt Dirk von der Heide von der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin. Denn gegebenenfalls steht die Frage im Raum, ob jemand überhaupt einen Anspruch auf eine gesetzliche Rente hat. Welche Daten zu einem Versicherten bereits erfasst sind, steht im Versicherungsverlauf der Rentenversicherung.

Gut zu wissen: Von einem bestimmten Zeitpunkt an erhalten Versicherte von der Rentenversicherung den Versicherungsverlauf automatisch. Unabhängig davon haben Versicherte die Möglichkeit, sich jederzeit einen aktuellen Verlauf schicken zu lassen.

Antrag auf Kontenklärung stellen

Sie haben Lücken oder Fehler in Ihrem Versicherungsverlauf entdeckt? Dann sollten Sie einen Antrag auf Kontenklärung stellen. Reichen Sie dafür Nachweise in Form von Zeugnissen oder Bescheinigungen beim Rentenversicherer ein. Berücksichtigt werden im Versicherungsverlauf neben der Berufstätigkeit auch Zeiten

  • der Ausbildung,
  • der Kindererziehung,
  • eines Wehrdienstes,
  • eines Freiwilligendienstes sowie
  • Phasen, in denen man arbeitslos gemeldet war oder krankheitsbedingt nicht arbeiten konnte.

Rentenantrag stellen

Die Regelaltersrente rückt immer näher? Dann denken Sie bitte daran, sie rechtzeitig zu beantragen. Denn das Geld fließt nicht automatisch. Der Antrag sollte mindestens drei Monate vor dem gewünschten Rentenbeginn gestellt werden, damit die Altersrente pünktlich überwiesen werden kann. „So lässt sich eine Unterbrechung zwischen dem bisherigen Einkommen und der Rente in der Regel vermeiden“, sagt von der Heide.

Wer von sich aus noch keinen Antrag gestellt hat, wird vom zuständigen Rentenversicherungsträger spätestens einen Monat vor Erreichen der regulären Altersgrenze über die Möglichkeit einer Antragstellung informiert.

Wichtig: Antragsteller müssen eine Mindestversicherungszeit von fünf Jahren haben. Die reguläre Altersgrenze für Versicherte, die in diesem Jahr 65 werden, liegt bei 65 und zehn Monaten. Sie steigt bis 2031 schrittweise auf 67 Jahre. Die Stiftung Warentest bietet dazu einen „Rechner Renteneintritt“.

Hilfe beim Ausfüllen der Formulare

Benötigen Sie Hilfe beim Ausfüllen der Formulare? Kein Problem – wenden Sie sich an die Beschäftigten in den bundesweit rund 160 Auskunfts- und Beratungsstellen der Rentenversicherung, an die ehrenamtlichen Versichertenberater oder die Versichertenältesten der Rentenversicherung.

Tipp: Den Rentenantrag können Sie auch komplett online stellen.

Weitere Infos gibt es in der Broschüre „Ihr Rentenantrag – so geht’s“ der Deutschen Rentenversicherung.

Kostenfreies Service-Telefon der Rentenversicherung

Sie haben Fragen rund um das Leistungsspektrum der gesetzlichen Rentenversicherung oder ein Anliegen? Beratung ist auch telefonisch möglich – und zwar am kostenfreien Service-Telefon der Deutschen Rentenversicherung unter der Telefonnummer 0800/1000 4800.

Autor: ING