Rohstoffknappheit bremst die Wirtschaft

Über Ursachen und Folgen

Knappe Rohstoffe machen der Wirtschaft schwer zu schaffen. Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Hinzu kommen Lieferengpässe bei Vorprodukten. Das wirkt sich auf die globalen Lieferketten und die Produktion in Unternehmen aus.

Eine Verknappung von Rohstoffen bei gleichzeitig hoher Nachfrage führt unweigerlich zu höheren Rohstoffpreisen und damit zu einer Verteuerung der Produktion. Das bekommen nicht zuletzt Verbraucher*innen beim Einkaufen durch teils drastische Preissteigerungen zu spüren.

Verknappung – An welchen Rohstoffen es derzeit besonders mangelt

Zu den Produkten, die besonders von Verknappung betroffen sind, zählen Experten zufolge:

  • Stahl
  • Kunststoffe
  • Holz
  • Aluminium
  • Kupfer.

Einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags vom August 2021 zufolge leiden unter der Rohstoffknappheit in Deutschland vor allem Unternehmen aus der Gummi- und Kunststoffindustrie sowie das Baugewerbe, die Fahrzeugindustrie und die Elektrotechnik.

Rohstoffpreise auf einem hohen Niveau

Weil die Rohstoffe so knapp und damit heiß begehrt sind, ist es auf breiter Front zu einer Verteuerung gekommen. Nach Angaben der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hatten die Preise der Industriemetalle Kupfer, Aluminium und Zinn im März 2022 ihre bisherigen Höchststände erreicht.

Inzwischen sinken die Preise, wie aus dem Preismonitor Juli 2022 der DERA hervorgeht. Demnach notierte im Juli der Preis im Vergleich zu den Allzeithochs aus dem März:

  • für Zinn um rund 50% niedriger als noch im März 2022
  • für Aluminium um etwa 38% niedriger und
  • für Kupfer um rund 25% niedriger.

„Zurückzuführen sind die teilweise rückläufigen Preise auf die aufkommenden Rezessionssorgen und die weltpolitischen Entwicklungen“, erläutert Siyamend Al Barazi, Arbeitsbereichsleiter Rohstoffwirtschaft von der DERA in der BGR. Auf der anderen Seite allerdings befinden sich die europäischen Prämien auf LME-Industriemetalle (LME steht für London Metal Exchange, also Londoner Metallbörse; sie gilt als das Weltzentrum für den Handel mit Industriemetallen) auf einem hohen Niveau. Dazu zählen etwa Stahl und Aluminium.

Rasanter Anstieg der Nachfrage einer der Gründe für Rohstoffknappheit

Eine der Gründe für den weltweiten Rohstoffmangel ist ein rasanter Anstieg der Nachfrage. Das liegt unter anderem daran, dass zu Beginn der Corona-Pandemie die Nachfrage nach Waren sank. Infolge dessen gingen weltweit die Produktionskapazitäten und Fördermengen zurück.

Die zwischenzeitlich stark gestiegene Nachfrage können Rohstofflieferanten nicht bedienen, da sie nicht schnell genug an Rohstoffe kommen. „Nahezu alle Branchen haben aktuell einen erhöhten Rohstoffbedarf“, sagt Martin Wedig von der Vereinigung Rohstoffe und Bergbau e.V. in Berlin. Mit dem Ukraine-Krieg haben sich die Engpässe durch unterbrochene Lieferketten noch einmal verschärft.

Lieferketten auch durch mangelnde Frachtkapazitäten unterbrochen

Rohstoffe etwa aus China kommen per Schiff nach Deutschland. Treten Probleme bei den Abläufen auf See und in den Häfen auf, hat dies unmittelbare Auswirkungen auf den Welthandel. Stauen sich vor einem einzigen Hafen Container, können sie nicht pünktlich be- und entladen werden. In der Folge geraten Lieferketten aus den Fugen. Das war vor allem während der Corona-Pandemie in China aufgrund der dort geltenden strengen Lockdown-Regeln der Fall. Weitere Probleme sind

  • fehlende Übersee-Container und
  • mangelnde Frachtkapazitäten.

Rohstoffknappheit – was tun?

„Dass Rohstoffe knapp sind, ist kein neues Problem – sie sind schon dauerhaft knapp“, betont Wedig. Politik und Industrie hätten nicht frühzeitig auf die sich abzeichnende Rohstoffknappheit – insbesondere bei den für die Energiewende jetzt so wichtigen Metallrohstoffen – reagiert. Daher sei es wichtig, heimische beziehungsweise europäische Rohstoffe zu erschließen und sich somit unabhängiger von Asien und den USA zu machen. „Eine Steigerung des Recyclings und bessere Kreislaufwirtschaftskonzepte  können die Abhängigkeiten weiter reduzieren“, erklärt Al Barazi.

Wie Verbraucher die Rohstoffverknappung zu spüren bekommen – drei Beispiele

  1. Weniger Wohnungen: In Deutschland sind 2021 nur 293.393 Wohnungen und damit 4,2 Prozent weniger als im Vorjahr fertiggestellt worden. Diese Zahlen nennt das Statistische Bundesamt. Das Ziel der Bundesregierung von jährlich 400.000 neuen Wohnungen ist damit verfehlt. Als Ursache für die maue Entwicklung gelten Lieferengpässe, Rohstoffknappheit und Preissteigerungen.
  2. Nachgefragte Batterien: Auf Deutschlands Straßen sollen bis 2030 aus Klimaschutzgründen rund 15 Millionen Elektroautos unterwegs sein. Aber: Ein zentraler Rohstoff für den Bau von Elektroautobatterien – nämlich Lithium – ist knapp und weltweit begehrt. Die Folge davon ist, dass es zu Preissteigerungen bei Elektroautobatterien kommt.
  3. Teure Möbel und Leuchten: Die Preise für Möbel und Leuchten sind deutlich angezogen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Gründe: Möbelhersteller sehen sich mit Rohstoffknappheit und unterbrochenen Lieferketten konfrontiert. Das liegt etwa an der begrenzten Verfügbarkeit von Holzwerkstoffen, die Kostensprünge beim Einkauf zur Folge hat.
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