Sachspenden oder Geld: Was ist sinnvoll?

Richtig spenden: So geht’s

Ukraine-Krieg, Gasknappheit und Inflation: Auch in diesem Jahr sorgen die Nachrichten für Betroffenheit. Doch die Hilfsbereitschaft hierzulande ist enorm. Die Deutschen spenden so viel wie noch nie, zeigt eine Erhebung, die jährlich im Auftrag des Deutschen Spendenrats durchgeführt wird. Demnach haben sie im Jahr 2021 rund 5,8 Milliarden Euro gespendet. Das sei das beste Ergebnis seit Beginn der Erhebung im Jahr 2005. Auch der prozentuale Anteil der Spender an der Bevölkerung stieg auf insgesamt 30,1%. Dabei betrug die durchschnittliche Spende 42 Euro. Aufgrund des Ukraine-Kriegs gibt es in Sachen Spenden weitere erfreuliche Zahlen: Denn im März 2022 stieg das private Gesamtspendenvolumen gegenüber dem Vorjahresmonat um 163%.

Doch nicht alle Deutschen haben die Möglichkeit, große Summen zu spenden. Die gute Nachricht: Auch mit kleinem Geldbeutel kann man anderen Menschen in schwierigen Zeiten unter die Arme greifen.

Sachspenden: sinnvolle Alternative?

Sachspenden, wie Kleidungsstücke, Hygieneartikel oder Lebensmittel, sind bei vielen Deutschen beliebt. „Oft haben Menschen das Gefühl, Sachspenden sind persönlicher als Geld“, sagt Max Mälzer vom Deutschen Spendenrat. Doch wie sinnvoll sind Sachspenden eigentlich? „Häufig gehen Angebot und Nachfrage deutlich auseinander“, erklärt Mälzer und beschreibt, welche Probleme etwa während der Ukraine-Krise aufgetreten sind. „Wenn Leute unkoordiniert Sachspenden in die Ukraine verschicken, dann verstopfen sie die Nachbarsländer und die Hilfsorganisationen kommen nicht mehr richtig durch.“ Außerdem sei das bei den hohen Benzinpreisen wesentlich teurer, als Geld sinnvoll im Land einzusetzen.

Weitere Nachteile von Sachspenden zählt der Deutsche Spendenrat auf seiner Seite auf:

  • Die Transporte für Sachspenden müssen organisiert werden.
  • Es muss erst überprüft werden, ob die Qualität der Sachspenden ausreicht.
  • Brauchbares muss von Unbrauchbarem getrennt werden.
  • Es fallen Lagerkosten an.

Auch viele Hilfsorganisation stehen dem Thema Sachspenden negativ gegenüber: „Wir bitten, von Sachspenden abzusehen“, sagt etwa Diana Stănescu, Pressereferentin bei „Aktion Deutschland Hilft“, und fügt hinzu: „Spendende können meist als Außenstehende nicht wissen, was wirklich gebraucht wird.“ Sachspenden können nur dann sinnvoll sein, wenn Organisationen gezielt dazu aufrufen, erklärt Mälzer. „Wenn ich herausfinden möchte, ob meine Sachspende wirklich gebraucht wird, sollte ich vorher anrufen“, rät er.

Sind Geldspenden besser?

Im Gegensatz zu Sachspenden, sind Geldspenden laut der Experten wesentlich effizienter. „Geldspenden ermöglichen den Hilfsorganisationen, genau das zu beschaffen, was die Menschen in Krisenregionen wirklich brauchen“, erklärt Stănescu. „Generell gilt: Jeder Euro hilft.“

Zeitspenden: Ehrenamtlich helfen

Wer kein Geld übrig oder Angst hat, dass das Geld nicht ankommt, kann noch etwas anderes spenden: seine Zeit. Denn sich ehrenamtlich zu engagieren und sich Zeit für andere zu nehmen, kann ebenfalls sehr wertvoll sein. „Bei einer Zeitspende wird eine ehrenamtliche Tätigkeit geleistet und anschließend auf die vorher vereinbarte Vergütung verzichtet“, erklärt Mälzer.

Viele Deutsche wollen derzeit geflüchteten Menschen aus der Ukraine helfen. Daneben gibt es noch unzählige andere Bereiche, in den man sich engagieren kann. Zum Beispiel:

  • Katastrophenschutz
  • Jugendarbeit
  • Altenheime
  • Unfall- und Rettungsdienst
  • Natur- oder Tierschutz

Wie viel Zeit man für dafür aufbringen muss, ist ganz individuell. „Es gibt Freiwillige, die nur einmal im Jahr an der Kaffeetheke des Kindergartenfestes helfen. Andere begleiten einen Bewohner eines Altenheimes bis zu dessen Tod”, heißt es auf der Seite der Caritas.

Für Interessierte gibt es weitere passende Anlaufstellen fürs Ehrenamt.

Spenden: Alternativen für den kleinen Geldbeutel

Wer anderen etwas Gutes tun will, hat neben Geld-, Sach- und Zeitspenden noch eine Reihe anderer Möglichkeiten. Diana Stănescu von der Aktion Deutschland Hilft gibt zwei Beispiele:

  • An Geburtstagen, Jubiläen und anderen Anlässen kann man anstelle von Geschenken eine Spendenaktion starten.
  • Sie können einen Spendenlauf oder Flohmarkt ins Leben rufen und den Erlös anschließend spenden.

Spenden und Steuern sparen

Ein willkommener Nebeneffekt des Gebens: Wer an gemeinnützige Organisationen spendet, kann Steuern sparen. Doch nicht jede Spende lässt sich absetzen. „Nur wenn ich bei einer Zeitspende einen Anspruch auf ein Honorar habe und das beweisen kann, kann ich sie bei der Steuer absetzen“, erklärt Mälzer. Worauf Verbraucher beim Spenden noch achten müssen, haben wir zum Nachlesen für Sie zusammengestellt. 

Tipps fürs Spenden

Beim Spenden gibt es „Goldene Regeln“, die der Deutsche Spendenrat zusammenfasst. Dazu gehören:

  • Seriöse Organisationen finden: Prüfen, ob sie als gemeinnützig anerkannt sind und sich vorher gut über die Organisation informieren.
  • Geldspenden sind sinnvoller als Sachspenden.
  • Wenn Sachspenden, dann nur nach Aufruf.
  • Spenden ohne konkrete Zweckbindung werden bevorzugt.
  • Bei einer Fördermitgliedschaft sollten Kündigungsmöglichkeiten vorher geprüft werden.
Ihre Finanzen to go

Mit der App Banking to go haben Sie all Ihre Konten überall dabei. Und dank Pushnachrichten behalten Sie immer den finanziellen Überblick. Überzeugt?