Vorsorge, Kinderbetreuung und Co.

Wie Sonderausgaben die Steuern senken

Sonderausgaben können Steuern senken. Doch welche Kosten fallen genau darunter und wie viel lässt sich dadurch sparen? Antworten auf diese Fragen, finden Sie hier.

Private Ausgaben werden vom Finanzamt nicht anerkannt. So die grundsätzliche Regelung. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Sonderausgaben. Welche dieser privaten Kosten steuerlich absetzbar sind, ist genau definiert. „Im Einkommensteuergesetz gibt es eine Liste“, sagt Udo Reuß, Steuerexperte beim Verbraucherportal „Finanztip“. „Was nicht darauf steht, kann auch nicht abgesetzt werden.“ Hier erfahren Sie, wie Sie damit Ihre Steuern senken können.

Aufwendungen für die Vorsorge werden anerkannt

Die wichtigsten Ausgaben, die anerkannt werden, sind die Vorsorgeaufwendungen. Dazu zählen zum Beispiel Beiträge zur Altersvorsorge, erklärt Erich Nöll vom Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BVL). Absetzbar sind bis zu 23.712 Euro. Für zusammenveranlagte Ehepaare oder Lebenspartner gilt der doppelte Betrag. Allerdings erkennt das Finanzamt für das Steuerjahr 2018 nur 86%der Ausgaben an, für 2019 dann 88%von 24.305 Euro. Erst von 2025 an gilt der volle Betrag. Beiträge zur Altersvorsorge tragen Steuerzahler in der Steuererklärung in die Anlage Vorsorgeaufwand ein. „Das sind Ausgaben, die jeder hat – und sie lohnen sich“, erklärt Nöll. Eingetragen werden Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, zu einem berufsständischen Versorgungswerk oder zur Rürup-Rente.

Auch Kirchensteuer und Ausbildungskosten sind Sonderausgaben

Zudem werden Beiträge zur Kranken-, Pflege- und zu anderen Versicherungen berücksichtigt. Der Punkt „Sonstige Sonderausgaben“ sollte aber nicht vergessen werden. „Hier lassen sich Kirchensteuer, Spenden, Ausgaben für Kinderbetreuung oder Ausbildungskosten absetzen“, erklärt Nöll. In der Anlage Vorsorgeaufwand können Steuerzahler auch die sonstigen Ausgaben für Vorsorge eintragen. So sind Beiträge zur (Basis-) Krankenversicherung sowie die Beiträge für die gesetzliche Pflegeversicherung grundsätzlich in voller Höhe absetzbar. Bleiben die Beiträge unter der Grenze von 1.900 Euro bzw. 2.800 Euro (gilt insbesondere bei Selbständigen), sind Kosten weiterer Versicherungen, etwa der Berufsunfähigkeits-, Privathaftpflicht- oder Risikolebensversicherung absetzbar.

Auch die Kosten der ersten Berufsausbildung zählen bisher zu den Sonderausgaben. „Allerdings läuft das bei vielen Studenten ins Leere, weil sie nichts verdienen“, sagt „Finanztip“-Experte Reuß. Jedoch entscheidet das Bundesverfassungsgericht voraussichtlich dieses Jahr, ob diese Ausgaben Werbungskosten sind. Reuß rät daher, die Kosten unbedingt bei den Werbungskosten in Anlage N einzutragen. „Die Steuerbescheide sind dann in diesem Punkt vorläufig, bis das Gericht entschieden hat.“

Ausgaben für Kinderbetreuung absetzen

Wer Kinder hat, kann die Kosten für eine Kinderbetreuung oder die Schulgebühren einer Privatschule in der Anlage Kind geltend machen. Von Gebühren für Kita, Kindergarten, Tagesmutter oder Hort sind zwei Drittel der Aufwendungen, höchstens 4.000 Euro je Kind als Sonderausgaben abziehbar. Dieser Höchstbetrag setzt also Aufwendungen in Höhe von 6.000 Euro je Kind voraus.

Genau wie die Ausgaben für Kirchensteuer und Spenden müssen Unterhaltszahlungen in den Mantelbogen der Steuererklärung eingetragen werden. Wer Unterhalt zahlt, muss zusätzlich die Anlage U ausfüllen, die auch der Ex-Partner und Empfänger der Zahlungen unterschreiben muss.

Wir freuen uns, wenn dieser Artikel zum Thema Steuern hilfreich für Sie war.
Wichtig: Es handelt sich hierbei um allgemeine Tipps, die eine Prüfung des Einzelfalls nicht ersetzen können. Haben Sie dazu Fragen? Dann wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater oder Ihr zuständiges Finanzamt.

Autor: ING