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Bestattungskosten

Wann sich eine Sterbegeldversicherung lohnt

Eine Beerdigung kostet im Schnitt mehrere tausend Euro. Um den Hinterbliebenen diese Kosten zu ersparen, sorgen vor allem Ältere oft vor – und schließen eine Sterbegeldversicherung ab. Doch die macht sich nicht immer bezahlt.

Ein Todesfall in der Familie – für die Hinterbliebenen ist das eine emotional schwierige Zeit. Damit sie in dieser Phase wegen der vergleichsweise hohen Beerdigungs- oder Bestattungskosten nicht auch noch finanziell in Bedrängnis kommen, schließen vor allem Ältere häufig eine Sterbegeldversicherung ab.

Das ist eine Sterbegeldversicherung

Sterbegeldversicherungen können Interessierte über Versicherungsgesellschaften abschließen. Sie sind in der Regel eine Form der Kapital-Lebensversicherung. Der Versicherte zahlt Monat für Monat Beiträge – und die Hinterbliebenen erhalten im Todesfall die vereinbarte Versicherungssumme. Sie beträgt nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW in der Regel zwischen 4.000 und 10.000 Euro.

Nur ein Teil der Beiträge des Versicherten fließt in den Sparanteil. Die Anbieter verzinsen ihn. Mit dem Rest der Beiträge finanzieren sie den Risikoschutz und die Verwaltungskosten.

Höhe der Monatsbeiträge ist individuell verschieden

Fast alle Lebensversicherer bieten Sterbegeld-Policen an. Wie hoch der monatliche Beitrag für den Versicherten ausfällt, ist individuell unterschiedlich und hängt ab

  • von der Höhe der gewünschten Auszahlungssumme,
  • von der Länge des Zeitraums, in dem der Versicherte zahlt (zum Beispiel 20 Jahre),
  • vom Lebensalter: Je älter ein Versicherter ist, desto mehr zahlt er.

Viele Interessierte stellen sich die Frage: Lohnen sich Sterbegeld-Policen überhaupt? Verbraucherschützer beantworten dies mit einem klaren Nein. In der Regel sind die Policen für Versicherte ein Verlustgeschäft. Die Verbraucherzentrale Hamburg nennt auf ihrer Internetseite ein Beispiel:

Ein 66-Jähriger veranschlagt für seine Bestattung eine Summe von 8.000 Euro. Einen Betrag in dieser Höhe will er über eine Sterbegeld-Police absichern. Ein Versicherer bietet ihm einen Vertrag an. Die Konditionen: Der Mann soll 19 Jahre lang monatlich 56,52 Euro in die Police einzahlen. Die Abschluss- und Vertriebskosten für den Anbieter betragen einmalig 312,46 Euro. Außerdem fallen pro Jahr Verwaltungskosten in Höhe von 72,88 Euro an. Stirbt der 66-Jährige in den ersten drei Jahren nach Vertragsabschluss, bekommen die Hinterbliebenen nur die bis dato eingezahlte Summe überwiesen.

Das Beispiel zeigt: Eine Sterbegeldversicherung rechnet sich nicht immer. Stirbt der Versicherte sehr spät, hat er in der Regel viel mehr eingezahlt, als die Hinterbliebenen am Ende herausbekommen. In dem beschriebenen Fall hätte der Mann nach 19 Jahren fast 13.000 Euro für die Police aufgebracht, seine Erben erhielten aber nur die vertraglich vereinbarten 8.000 Euro. Unter dem Strich also ein Verlust von rund 5.000 Euro.

Alternativen zur Sterbegeldversicherung

Was also tun? Zur Sterbegeldversicherung gibt es Alternativen:

  • Jeden Monat selbst einen bestimmten Betrag für die eigene Bestattung sparen. Oder
  • eine Risikolebensversicherung mit einer geringen Versicherungssumme abschließen. Allerdings bekommen eine solche Police in der Regel nur jüngere Leute, die gesund und fit sind. Oder
  • über einen Fondssparplan Geld zur Seite legen.

Was dennoch für eine Sterbegeldversicherung sprechen kann

Eine Sterbegeldversicherung hat aber auch durchaus Pluspunkte, und zwar:

  • In der Regel zahlen Versicherer die vereinbarte Gesamtsumme auch dann aus, wenn der Versicherte einige Zeit vor Ende der Einzahlungen stirbt.
  • Auf den bei der Sterbegeldversicherung angesparten Betrag können Sozialbehörden in den allermeisten Fällen nicht zugreifen. Es darf also mit Pflegegeld oder Hartz-IV-Leistungen nicht verrechnet werden.

Tipp: Wer sich für eine Sterbegeldversicherung entscheidet, sollte nach einem Anbieter Ausschau halten, der keine Wartezeiten vertraglich vereinbaren will, sondern im Todesfall sofort die vereinbarte Summe zahlt. Mit anderen Worten: Vergleichen Sie unbedingt mehrere Angebote, bevor Sie unterschreiben.

Autor: ING