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Nicht verpassen: Stichtag 31.07.

Wichtige Termine für Ihre Steuererklärung

Wer eine Steuererklärung selbst erstellt und dazu verpflichtet ist, eine abzugeben, hat dafür bis zum 31. Juli des Folgejahres Zeit. Die Steuererklärung für das Jahr 2020 muss also bis zum 31. Juli 2021 beim Fiskus vorliegen. Was Sie beachten sollten.

So haben Sie mehr Zeit

Die einfachste Möglichkeit, die Frist zu verlängern, ist die Beauftragung eines Steuerberaters oder eines Lohnsteuerhilfevereins. Wenn diese die Steuererklärung erstellen, verlängert sich die Frist automatisch bis zum Jahresende. Also: Statt bis zum 31. Juli 2021 muss Ihre Steuererklärung für 2020 erst bis zum 31. Dezember 2021 beim Finanzamt vorliegen.

Achtung: Wer eine Steuersoftware nutzt oder sich einfach von einem Familienmitglied helfen lässt, kommt nicht in den Genuss dieser automatischen Fristverlängerung.

Finanzamt kann Verspätungszuschläge erheben

Selbstverständlich gibt es auch bei den Finanzämtern einen Ermessensspielraum: Manche Ämter sind so überlastet, dass sie erst im Herbst eine Erinnerung schicken, wenn bis dahin keine Steuererklärung abgegeben worden ist. Andererseits können die Behörden bei einer nicht pünktlich erfolgten Einreichung der Formulare Verspätungszuschläge, ja sogar ein Zwangsgeld erheben.

Gegen einen Verspätungszuschlag können Sie sich binnen eines Monats mit einem Einspruch zur Wehr setzen. Lehnt der Fiskus ihn ab, haben Sie die Möglichkeit, vor dem Finanzgericht zu klagen. Diesen Ärger können Sie aber vermeiden:

  • Steuerzahler, die den Abgabetermin 31. Juli nicht einhalten können, sollten sicherheitshalber einen Aufschub beantragen. Zu empfehlen ist hier die Beantragung einer sogenannten stillschweigenden Fristverlängerung.
  • Der Antrag sollte eine nachvollziehbare Begründung beinhalten. Vielleicht sind Sie in diesem Jahr umgezogen, waren längere Zeit krank oder warten noch auf wichtige Unterlagen?
  • Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie Vordrucke nutzen. Wichtig ist, dass Sie die Fristverlängerung rechtzeitig vor dem Stichtag beantragen. Eine Garantie, dass das Finanzamt diese akzeptiert, gibt es nämlich nicht. Wird Ihrem Antrag stattgegeben, haben Sie in der Regel bis 30. November Zeit zur Abgabe.

Freiwillig oder verpflichtet? Die 4-Jahres-Frage

Die recht knappe Frist in der Mitte des Folgejahres betrifft nur diejenigen, die zur Abgabe verpflichtet sind und ihre Steuererklärung selbst erstellen.

Zur Abgabe verpflichtet ist beispielsweise jeder, der

  • steuerpflichtige Einkünfte erzielt hat, die über dem Grundfreibetrag liegen. 2020 sind das 9.408 Euro pro Person; für Verheiratete gilt der doppelte Betrag, also 18.816 Euro.
  • unversteuerte Einkünfte über 410 Euro hatte. Dazu können zum Beispiel Arbeitslosen-, Kurzarbeiter-, Kranken-, Insolvenz- oder Elterngeld zählen, aber auch etwa Honorare und Mieteinnahmen oder Aufstockungsbeiträge zur Altersteilzeit.
  • bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt war.
  • Freibeträge beim Lohnsteuerabzug in Anspruch genommen hat.

Das sind nur einige Gründe, die zur Abgabe verpflichten. Wer unsicher ist, sollte sich bei einem Steuerberater oder direkt beim Finanzamt über eine mögliche Abgabepflicht rückversichern. Ist die Pflicht zur Abgabe nicht der Fall, erfolgt die Abgabe freiwillig und die Frist verlängert sich automatisch auf volle 4 Jahre. Die Erklärung für das Steuerjahr 2020 beispielsweise muss dann erst bis zum 31.12.2024 beim Amt eingegangen sein.

Wir freuen uns, wenn dieser Artikel zum Thema Steuern hilfreich für Sie war.
Wichtig: Es handelt sich hierbei um allgemeine Tipps, die eine Prüfung des Einzelfalls nicht ersetzen können. Haben Sie dazu Fragen? Dann wenden Sie sich einfach an Ihren Steuerberater oder Ihr zuständiges Finanzamt.

Autor: ING