Die ökonomischen Erwartungen unserer Kund*innen

ING Kundenumfrage #12/2022

Wirtschaftsumfragen 2 min Lesedauer 15.12.2022

Mit wenig Optimismus blicken die ING-Kunden auf die wirtschaftliche Entwicklung des kommenden Jahres – das zeigt sich im Rahmen unserer (nicht repräsentativen) Befragung unter über 1.000 Nutzern unserer Banking-App. Eine knappe Mehrheit erwartet bereits für den aktuellen Winter das Eintreten einer Rezession, dass also zwei aufeinanderfolgende Quartale – in diesem Fall das letzte Quartal 2022 und das erste des neuen Jahres – ein negatives Wirtschaftswachstum aufweisen werden. Fast ein Viertel befürchtet auch für das Gesamtjahr 2023 ein schrumpfendes Bruttoinlandsprodukt, nur 27 Prozent gehen von einem Wachstum von mehr als 1,0 Prozent aus.

Im Dezember verlangsamte sich das Wachstum der Preise etwas und lag mit 8,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zum ersten Mal seit August wieder im einstelligen Bereich. Eine deutliche Mehrheit geht aber auch weiterhin von stark steigenden Preisen aus; fast zwei Drittel sehen die Inflation im Durchschnitt des Jahres 2023 bei über 5 Prozent. Lediglich 3 Prozent unserer Kunden erwarten, dass die Preissteigerung im Jahresdurchschnitt wieder unter die Zielmarke der Europäischen Zentralbank von 2 Prozent fällt. Insgesamt liegen die Einschätzungen zum Wachstum wie auch zur Inflation bei den männlichen Befragten etwas höher als bei den weiblichen.

Das sagen unsere Kundinnen und Kunden

Befragungszeitraum: 21. Dezember bis 27. Dezember 2022; 1.380 Kund*innen

Hohe Inflation und eine schwächelnde Wirtschaft – sollten die Erwartungen unserer Kunden eintreffen, wird auch 2023 ein ungemütliches Jahr für die EZB. In einem solchen Szenario stehen die Zentralbanker vor der schwierigen Entscheidung: Will man die Zinsen weiter erhöhen beziehungsweise hoch halten, um ein glaubwürdiges Signal gegen die Inflation zu setzen – oder scheut man das Risiko, mit hohen Zinsen und damit schwierigen Finanzierungsbedingungen für die Wirtschaft eine mögliche Erholung der Konjunktur abzuwürgen?

Die EZB hat bereits kommuniziert, dass auf den nächsten Ratssitzungen weitere Erhöhungen des Leitzinssatzes von derzeit 2,5 Prozent erfolgen sollen. Eine deutliche Mehrheit unserer Kunden geht davon aus, dass die EZB diesen Worten auch Taten folgen lässt und dass zumindest bis zur Mitte des Jahres noch keine Trendwende eintritt – nur ein gutes Viertel nimmt an, dass der Leitzins Mitte 2023 auf seinem derzeitigen Niveau oder darunter liegt.

Autor: Carsten Brzeski
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