Wie viele Rücklagen brauche ich für mein Business?
Und wie baue ich die auf? Wir zeigen Ihnen kurz und knapp, wie Sie die Liquidität für Ihr Business clever managen. Und wie Sie Ihre Rücklagen am besten anlegen.
Rücklagen aufbauen: So klappts.
1
Sparen Sie direkt bei jedem Zahlungseingang
Viele Menschen behandeln Rücklagen wie das Fitnessstudio im Januar: Der Vorsatz ist da, aber im Alltag rutscht er immer wieder nach hinten.
Deshalb funktioniert ein anderer Ansatz oft besser: Statt zu sparen, was am Monatsende übrig bleibt, sparen Sie zuerst. Geht eine Rechnung über 1.000 Euro ein, wandert direkt ein festgelegter Anteil auf ein separates Konto.
Zum Beispiel:
- 30 Prozent für Steuern
- 10 Prozent für Rücklagen
- Rest für laufende Kosten und eigenes Einkommen
Der große Vorteil: Das Geld steht gar nicht erst zur Verfügung, um anderweitig ausgegeben zu werden.
2
Nutzen Sie ein separates Rücklagenkonto
Wer alle Gelder auf einem Konto sammelt, verliert schnell den Überblick. Besser ist es, Rücklagen sichtbar zu machen.
- Das geht zum Beispiel mit unserem Business Extra-Konto
- Oder mit dem Geschäftskonto, bei dem Sie fünf Unterkonten eröffnen können. Mit der Funktion „Steuer-Budget“ stellen Sie sogar ein, dass automatisch ein Teil jedes Umsatzes auf ein Unterkonto für Steuer-Rücklagen fließt
So lassen sich Steuer-Rücklagen, Investitionen oder Notfallreserven getrennt verwalten. Das schafft Transparenz und verhindert, dass das Steuerpolster versehentlich für neue Technik oder den Sommerurlaub verwendet wird.
3
Erhöhen Sie Ihre Preise regelmäßig
Viele Solo-Selbstständige arbeiten jahrelang mit denselben Preisen, obwohl Energiekosten, Software-Abonnements oder Versicherungen längst teurer geworden sind.
Schon eine moderate Preisanpassung kann den finanziellen Spielraum deutlich erhöhen. Wer beispielsweise den Stundensatz um fünf oder zehn Prozent erhöht und die Mehrerlöse vollständig zurücklegt, baut oft schneller Rücklagen auf als durch konsequentes Sparen.
Davor scheuen aber verständlicherweise viele zurück. Wie Sie das gut hinbekommen, haben wir Ihnen deshalb hier aufgeschrieben: Kostensteigerungen weitergeben – so kalkulieren Sie fair
4
Behandeln Sie starke Monate nicht wie den neuen Standard
Nach einem besonders erfolgreichen Monat entsteht schnell das Gefühl, dass es jetzt immer so weitergeht. Hier lauert oft eine Falle. Wer jeden zusätzlichen Auftrag sofort für neue Anschaffungen oder höhere Privatentnahmen nutzt, verschenkt die Chance auf mehr Sicherheit in schwächeren Phasen.
Starke Monate sind die beste Gelegenheit, Rücklagen aufzubauen. Ein sinnvoller Ansatz kann sein: Jeder Umsatz oberhalb des persönlichen Durchschnitts wird zumindest teilweise zurückgelegt
5
Vermeiden Sie unnötige Liquiditätsfresser
Manchmal liegt das Problem nicht bei den Einnahmen, sondern bei Geld, das unnötig gebunden wird. Ein Blick auf die laufenden Kosten lohnt sich deshalb regelmäßig.
Typische Kandidaten sind:
- selten genutzte Software-Abos
- doppelte Tools
- ungenutzte Mitgliedschaften
- unnötig hohe Lagerbestände
- Verträge, die längst nicht mehr zum Geschäftsmodell passen
Jeder eingesparte Euro kann direkt in den Rücklagenaufbau fließen.
6
Definieren Sie ein konkretes Ziel
„Ich sollte mehr sparen“ bleibt oft ein guter Vorsatz.
„Ich möchte bis Ende des Jahres 10.000 Euro Rücklage aufbauen“ wird deutlich greifbarer.
Je konkreter das Ziel, desto leichter lässt sich der Fortschritt verfolgen. Ein gutes Ziel für viele Selbstständige sind Rücklagen in Höhe von 3 bis 6 Monatsausgaben.
Wie Traurednerin Louisa mit der Saisonabhängigkeit ihres Geschäfts umgeht.
„Das ist wirklich ein großes Thema. Der Juli muss eben auch den Januar mittragen. Ich plane also über das ganze Jahr. Wir bilden Rücklagen, kalkulieren unsere Fixkosten sehr genau und wissen, welche Monate welche Last tragen müssen. Denn Miete, Gehälter, Steuern, Versicherungen, Tools oder Marketing machen ja keine Winterpause. Was viele nicht sehen: In den ruhigeren Monaten passiert trotzdem sehr viel.“
Louisa von LOUVE ist ING-Kundin. Hier im Interview erzählt sie von ihrem Business: „Zeit ist das Wertvollste, was wir zu geben haben“