Traum vom Eigenheim

Ein „zu jung“ gibt es nicht für Hauskauf oder Eigenheimbau | 09.04.2020

Würden Sie Haustürbetrüger erkennen?

Egal, ob Sie ein Haus kaufen oder ein Eigenheim bauen wollen – es kommt dabei nicht auf Ihr Alter an. Es gibt weder ein „zu jung“ noch ein „zu alt“. Das entscheidende Kriterium ist vielmehr Ihre finanzielle Situation.

Zur Miete wohnen? Junge Leute wollen das meist nur für einen begrenzten Zeitraum. Irgendwann hoffen viele, den Traum von einem Leben in den eigenen vier Wänden zu erfüllen. Wer Anfang oder Mitte 20 ist, hält sich oft für zu jung für einen Hauskauf oder den Bau des Eigenheims. Dabei hat das Leben in der eigenen Immobilie rein gar nichts mit dem Alter zu tun. Wichtig sind vielmehr folgende Faktoren:

  • Ist genügend Eigenkapital da – also etwa 20 bis 30%der Kaufsumme?
  • Wie sieht die finanzielle Situation aus – habe ich, oder haben mein Partner und ich, sichere Einkünfte wie etwa einen unbefristeten Arbeitsvertrag?
  • Bleibe ich oder bleiben wir voraussichtlich in den nächsten zehn, 20 oder 30 Jahren am derzeitigen Wohnort?

Wer auf alle drei Fragen mit einem „Ja“ antwortet, kann konkrete Pläne für den Hauskauf oder den Eigenheimbau schmieden. In Sachen „Wie bezahlen?“ gibt es eine einfache Formel: Eigenkapital plus Förderkredite etwa der KfW-Bank plus Bankdarlehen – und schon steht die Finanzierung.

Frühzeitiger Hauskauf oder Eigenheimbau

Das spricht dafür:

  • Je früher Sie mit der Immobilienfinanzierung starten, desto schneller haben Sie das Darlehen zurückgezahlt.
  • Bis zum Rentenalter haben Sie womöglich Ihre Schulden getilgt. Das bedeutet: Sie wohnen im Alter, abgesehen von den Nebenkosten, gratis und haben deutlich mehr von Ihrer Rente.
  • Wer jung finanziert, hat länger etwas von der eigenen Immobilie.

Das spricht dagegen:

  • Junge Leute, die Anfang oder Mitte 20 sind, wissen häufig nicht, ob sie aus beruflichen oder privaten Gründen nicht eines Tages woanders wohnen werden.
  • Häufig fehlt Twens das nötige Eigenkapital für den Hauskauf oder den Eigenheimbau, schließlich verdienen sie ja erst seit vergleichsweise wenigen Jahren eigenes Geld.

Kein Eigenkapital? Dann erst einmal sparen

Sie haben nicht das nötige Eigenkapital von mindestens 20 bis 30% der Kaufsumme? Dann stellen Sie Ihre Immobilienpläne erst einmal hinten an und sparen Sie. Je mehr Eigenkapital Sie einbringen, desto bessere Konditionen erhalten Sie für die Baufinanzierung. Bedenken Sie auch, dass ein Hauskauf oder ein Eigenheimbau Nebenkosten wie Grunderwerbssteuer, Makler- oder Notargebühren, verursacht.
 
Tipp: Realistisch bleiben! Ein Traumhaus auf einem traumhaften Anwesen ist oft teuer – und für viele selbst nach einer längeren Ansparphase finanziell nicht zu stemmen. Deshalb: Bleiben Sie realistisch und gehen Sie nur solche Immobilienpläne an, die für Sie auch bezahlbar sind.

Auch unerwartete Ausgaben einplanen

Je früher Sie mit dem Sparen beginnen, desto eher haben Sie das nötige Eigenkapital. Wer Geld für eine Immobilie zurück- oder anlegt, sollte in jedem Fall auch über ein kurzfristig verfügbares Finanzpolster von zwei bis drei Monatsgehältern für unerwartete Ausgaben verfügen. Denn immer wieder können unvorhergesehene Ausgaben anfallen – etwa eine defekte Wasch- oder Spülmaschine oder Reparaturen am Auto.

Langfristige Zinsbindung bei Darlehen wählen

Angesichts des derzeit niedrigen Zinsniveaus ist eine langfristige Zinsbindung von mindestens zehn, besser noch 15 oder 20 Jahren ratsam. Zwar bringen Darlehen mit einer Laufzeit von 15 oder 20 Jahren etwas höhere Zinsen mit sich. Im Gegenzug sind Käufer oder Häuslebauer auf der sicheren Seite, dass sich die Zinssätze in dieser Zeit für sie nicht erhöhen.

Übrigens: Auch ein „zu alt“ gibt es nicht

Selbst im höheren Lebensalter ist es möglich, eine Immobilie mit einem Kredit zu finanzieren. Da viele der sogenannten Best Ager ab 50 rechnerisch weniger Zeit haben, um das Darlehen bis zum Renteneintritt zurückzuzahlen, müssen sie

  • eine höhere Eigenkapitalquote als 20 bis 30% der Kaufsumme mitbringen und
  • sich auf höhere Rückzahlraten einstellen.

Denkbar ist auch ein Tilgungsmodell, mit dem die monatliche Rate nach Beginn der Rente geringer ausfällt. Und nicht vergessen: Mit Beginn des Rentenalters werden nicht selten Gelder zum Beispiel aus Lebensversicherungen fällig. Diese Mittel können Sie dann gleich in Ihre Immobilie investieren.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (2)


Kommentare

Marc

17.04.2020

Naja das Eigenkapital war vielleicht damals in der Summe vonnöten. Bei den eigentlich niedrigen Zinsen, ist das keine Pflicht mehr. Ich kenne viele die fast ohne Eigenkapital gebaut haben. Dazu muss man nur eine Bank mit niedrigen Zinsen finden. Der Leitzins ist nicht umsonst so niedrig. Die Banken sollten ihn auch mal weiter geben.


Klaus

14.04.2020

Der Irrsinn in Deutschland sind die Erwerbsnebenkosten .Wenn die nicht wären kann man die Immobilien an und verkaufen nach seinen Bedürfnissen. Wenn ich heute mein Haus verkaufe bekomme ich eine 2 Zimmer Neubauwohnung dafür,wer macht das schon.
Da bleibt man halt allein in seinen 150 qm Haus.