Diese Ansprüche haben Hinterbliebene

Wie viel Rente bleibt, wenn der Partner stirbt? | 06.10.2017

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© Jürgen Hüls - fotolia.com

Hat der verstorbene Partner in die Rentenversicherung eingezahlt und die allgemeine Wartezeit erfüllt oder bereits Rente bezogen, kann dem Hinterbliebenen gegebenenfalls ein Teil der gesetzlichen Rente zustehen – vorausgesetzt, das Paar war mindestens ein Jahr verheiratet oder lebte mindestens solange in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft.

In den ersten drei Monaten nach dem Tod erhält der Hinterbliebene die monatliche Altersrente des Verstorbenen in voller Höhe – unabhängig davon, wie hoch dessen Einkommen in diesem sogenannten Sterbevierteljahr ist. Im Anschluss wird das Nettoeinkommen auf die Hinterbliebenenrente angerechnet.

Große Witwen- oder Witwerrente

Die Berechnung der großen Witwen- oder Witwerrente ist sehr komplex, verschiedene Faktoren spielen dabei eine Rolle.
Ansprüche können beispielsweise bestehen, wenn der Hinterbliebene ein bestimmtes Alter erreicht hat – im Jahr 2016 muss der Antragsteller das 45. Lebensjahr und fünf Monate vollendet haben, oder er kümmert sich um ein minderjähriges oder behindertes Kind.

Kleine Witwen- oder Witwerrente

Erfüllt der Hinterbliebene diese Voraussetzungen nicht, kann er möglicherweise eine kleine Witwen- oder Witwerrente bekommen. Diese beträgt in der Regel 25 Prozent der Rente, auf die der Ehepartner zum Zeitpunkt seines Todes Anspruch gehabt hätte. Nach neuem Recht wird Sie nur befristet gezahlt. Ähnlich wie bei der großen Witwen- beziehungsweise Witwerrente können Zu- oder Abschläge berechnet werden.

Voraussetzung für beide Formen der Hinterbliebenenrente ist aber, dass die Witwe oder der Witwer nicht wieder heiratet. Denn in diesem Fall erlischt der Anspruch auf Hinterbliebenenrente im Folgemonat der Hochzeit.

Was ist Rentensplitting?

Paare können unter bestimmten Bedingungen auf die Hinterbliebenenrente verzichten und sich stattdessen für das Rentensplitting entscheiden. Dabei vereinbaren Ehepaare oder eingetragene Lebenspartnerschaften, dass die gesetzliche Altersrente verteilt wird. Möglich wird dies, indem der Partner mit den höheren Rentenansprüchen Anteile abgibt. Diese Option haben Paare, die ab 2002 geheiratet haben. Wenn die Ehe am 31.12.2001 bereits bestand, müssen beide Ehepartner nach dem 01.01.1962 geboren sein. Zudem müssen beide auf 25 Beitragsjahre kommen (inklusive Kindererziehungszeit).

Vorteile: Im Gegensatz zur Hinterbliebenenrente können Rentner beim Rentensplitting unbegrenzt hinzuverdienen, ohne dass diese Einkünfte berücksichtigt werden. Außerdem bleiben auch bei erneuter Heirat die erworbenen Rentenansprüche bestehen.

Nachteile: Ein Rentensplitting ist für die Ehepartner verbindlich. Nach Abgabe einer gemeinsamen Erklärung ist eine spätere Hinterbliebenenrente ausgeschlossen. Das heißt: Wenn der Partner überlebt, der Rentenanwartschaften abgetreten hat, muss er sich mit der gekürzten Rente zufriedengeben. 

Altes oder neues Recht?

Seit dem 01.01.2002 gibt es ein neues Hinterbliebenenrecht. In bestimmten Fällen kann aber noch das alte Recht für Sie gelten. Nähere Informationen dazu finden Sie auf der Website der Deutschen Rentenversicherung.

Wir freuen uns, wenn dieser Artikel hilfreich für Sie war. Wichtig: Es handelt sich hierbei um allgemeine Informationen, die eine Prüfung des Einzelfalls nicht ersetzen können. Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, lassen Sie sich am besten direkt von der Deutschen Rentenversicherung beraten. Die Nummer des Service-Telefons lautet 0800 1000 4800. Adressen der Beratungsstellen finden Sie hier.

Autor: ING-DiBa

Aktualisiert am 6.10.2017


Ihre Meinung

Kommentare (12)


Kommentare

Doris

11.10.2017

Wenn Sie eigene Einkünfte haben, werden diese ab einer bestimmten Höhe auf Ihre Witwenrente angerechnet. Im „Sterbevierteljahr“, also in den ersten drei Monaten nach dem Todesfall, führen wir jedoch keine solche Anrechnung aus.
Die "eigenen Einkünfte" beinhalten auch die aus eigener Berufstätigkeit erworbenen gesetzlichen Rentenansprüche. Hier sind € 800.-- frei, vom darüber liegenden Einkommen werden lt. Gesetz 40 % abgezogen. Darüber schweigt sich aber der Gesetzgeber aus. Ich habe weder in einer Renten-TV-Diskussion noch in den sonstigen Medien
(Fernsehen, Rundfunk, Zeitungen) etwas darüber gehört noch gelesen.
Es klingt nicht nur wie Hohn, sondern spottet jeder von den Politikern
so sehr empfohlenen privaten Altervorsorge. Ich habe gearbeitet, damit
ich im Alter eine entsprechende Rente erhalte, das konterkariert die
Politik aber bei 40 %igen Abzügen für den "Vater Staat". Die Anrechnung von Kindererziehungszeiten für die älteren Frauen mit nur 2 Jahren (3 Jahre ab1992) ist ebenfalls nicht nachvollziehbar. Meiner Ansicht nach habe ich für meinen Lebensabend durch meine Berufstätigkeit und die damit gesetzl. festgelegten Beitragszahlungen in die Renten-/Kranken-/ Pflegeversicherungen genug vorgesorgt, aber wenn die Hinterbliebenenrenten aufgerechnet werden und mit
€ 800,00 nicht einmal der H4-Satz steuerfrei erreicht wird, vom darüber
liegenden Betrag der Staat 40 % einkassiert (mit welcher Begründung?), so erübrigt sich eine private "Altersvorsorge".

private "Altersvorsorge".

€ 800,00 frei sind (das entspricht nicht einmal dem H4-Satz)
H4-Satz) und vom


Gottfried

11.10.2017

Ich gebe Bodo auch völlig recht: Überschlagsweise Berechnung der Witwen(r)rente kann man allerdings ziemlich einfach "googlen", die ersten 3 Links zu den Schlagworten: "witwenrente berechnung" (ohne die Anführungszeichen) bringen den gleichen, einfach bedienbaren Rechner.

Damit kann man sehen, dass Roberts Befürchtung, dass "die große Witwerrente wegen der Pension des Witwer gestrichen wird" nicht immer stimmt - meistens wird diese nur gekürzt. Die Idee dahinter ist wohl, so wie ich den Gesetzgeber verstehe, dass die Solidargemeinschaft für die Versorgung aber nicht für eine Überversorgung der Hinterbliebenen einsteht.


Thomas

11.10.2017

Wie viel Rente bleibt, wenn der Partner stirbt?
Auf diese Frage in der Überschrift gab es wenig Antwort ?!


Joku

11.10.2017

Die gegebenen Infos sind für mich nicht ganz eindeutig.
Man hätte besser mit Musterbeispielen, die Renten erklären sollen.


Martin

11.10.2017

Diese Info ist nichts ganzes und nichts halbes. Sieht nach copy und paste aus. Nur die Hotline der Deutschen Rentenversicherung ist brauchbar.


Robert

11.10.2017

Warum hat der verstorbene Rentner jahrzehntelang in die Rentenversicherung eingezahlt, wenn die große Witwerrente wegen der Pension des Witwer gestrichen wird? Was soll das Gerede von der Solidargemeinschaft? Hier hat jemand gezwungenermaßen eingezahlt und der Witwer erhält nichts davon.


Horst

11.10.2017

Bodo hat absolut Recht! Nicht einmal Banker kapieren, dass Rechenbeispiele nachhaltiger als viel Text sind - oder wollen sie das nicht weil sie nicht richtig rechnen können/wollen!?


Klaus

11.10.2017

Bodo hat Recht !
Etwas mehr Informationen wären schön.


Bodo

11.10.2017

Die Überschrift ist interessanter als der nachfolgende Text.
Es wäre schön gewesen wenn man die Rente wenigstens grob hätte berechnen können.


Brigitte Gottvald

16.08.2017

Wenn von Erbschaft geschrieben wird, gehen die Berichte immer von einem Ehepaar und Kindern aus.
Wie siehst es jedoch bei Singles aus? Eine Frau, die z.B. eine Tochter und Enkelkinder hat? Wie hoch ist das Pflichtteil, wenn man evtl. das Erbe anderweitig verteilen will?


ING-DiBa

31.03.2017

Hallo Swen, danke für´s Aufpassen, das gehört da wirklich nicht hin. Die Kollegen kümmern sich drum. Viele Grüße und ein sonniges Wochenende, dein Social Media Team


Swen

31.03.2017

hier ist wohl ein falscher Textbaustein reingerutscht....

Das ohnehin schon recht kostspielige Frankfurter Pflaster wird wohl noch teurer werden. Denn die Mainmetropole will möglichst viele Banken mit tausenden von Arbeitsplätzen zum Umzug von der Themse nach Hessen bewegen. Hintergrund ist die Regel, dass Geldhäuser einen Sitz innerhalb der EU haben müssen, wollen sie dort tätig werden. Londoner Institute verlieren diesen sogenannten EU-Passport nach dem Brexit.