Technologie als Klimaretter?

Kann technologischer Fortschritt Klima und Wohlstand retten? | 10.12.2018

UN-Klimakonferenz

© sanjeri - istockphoto.com

Zur Begrenzung der Erderwärmung scheinen einschneidende Maßnahmen unausweichlich. Kann es überhaupt noch Wirtschaftswachstum geben, wenn wir das Klima retten wollen? Unsere Ökonomen denken das.

Im polnischen Katowice tagt derzeit die UN-Klimakonferenz. Es geht darum, aus den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens konkrete Maßnahmen zu entwickeln. Doch viele der angereisten Politiker aus fast 200 Nationen haben nicht nur die Begrenzung der globalen Erwärmung im Sinn – jedenfalls nicht in erster Linie: In den Verhandlungen wollen sie auch erreichen, dass gerade ihre jeweiligen Interessengruppen vor allzu einschneidenden Maßnahmen geschützt werden.

Denn die Anforderungen sind gewaltig: Um bis zur Mitte des Jahrhunderts eine Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf 2°C zu erreichen, müsste der derzeitige energiebezogene CO2-Ausstoß von rund 33 auf 21 Milliarden Tonnen im Jahre 2030 und 11 Milliarden Tonnen im Jahr 2050 schrumpfen. Für eine Begrenzung auf 1,5°C wären es noch einmal jeweils 3 Milliarden Tonnen weniger. Zur Debatte stehen also eine Reduktion auf ein Drittel bzw. ein Viertel des heutigen Werts.

Da scheint es unausweichlich, dass die Menschen vor allem in den Industrienationen und den aufstrebenden Schwellenländern sich auf deutliche Einschränkungen ihres Lebensstils und ihrer wirtschaftlichen Entwicklung gefasst machen müssen. Doch zwangsläufig ist eine solche Entwicklung nicht – das ist zumindest die Ansicht unserer Ökonomen in Amsterdam.

In ihrem als „optimistisch, aber realistisch“ beschriebenen „Positive Tech Scenario“ schildern sie, wie technologischer Fortschritt zwar nicht im Zeitraum bis 2030, aber immerhin bis zum Jahre 2050 die globalen CO2-Emissionen auf ein Maß reduzieren könnte, das mit einer Erwärmung um rund 2°C konsistent ist. Dabei sieht auch die Welt der Autoren im Jahr 2050 natürlich anders aus als unsere heutige und stützt sich ebenfalls auf Regulierung durch internationale Abkommen, kommt aber ohne umfassende Einschränkungen oder gar einen Rückgang der Wirtschaftsleistung aus.

So gehen die Autoren des Reports davon aus, dass trotz enormer Steigerungen der Energieeffizienz der globale Elektrizitätsbedarf von derzeit rund 20.000 Terawattstunden (TWh) auf über 50.000 TWh jährlich ansteigen wird – zum einen durch wirtschaftliches Wachstum, zum anderen durch die zunehmende Elektrifizierung von Heizung und Beförderung, die bisher noch zu großen Anteilen auf Verbrennung basieren. Dieser gesteigerte Bedarf würde aber größtenteils auf klimaneutrale Weise gedeckt werden.

Doch ganz ohne Regulierung kommt auch das „Positive Tech Scenario“ nicht aus. Staatliche Eingriffe werden zum Beispiel bei der Anschubförderung für anfangs noch nicht konkurrenzfähige Technologien als nötig angesehen. Auch um die Vermeidung von Nebeneffekten geht es dabei: So könnte beispielsweise die Elektrifizierung der Fahrzeuge auf unseren Straßen zu sinkender Ölnachfrage und somit einem sinkenden Preis führen. Dass dadurch Schiff- und Luftfahrt vermehrt fossile Brennstoffe verfeuern, müsste gegebenenfalls regulatorisch verhindert werden.

Um effektiv zu sein, sollten die Maßnahmen dabei global koordiniert werden – doch gerade an der internationalen Abstimmung hapert es ja in letzter Zeit wieder verstärkt. Hoffen wir, dass die Dringlichkeit des Problems doch noch ihren Weg in die Köpfe der Entscheider findet. Sonst hilft auch aller technologischer Fortschritt nichts – und am Ende wird womöglich das Nichtstun teurer als alle Maßnahmen, die man hätte ergreifen können.

Report „Technology, the climate saviour?“ zum Download auf ING THINK.

Autor: Sebastian Franke


Ihre Meinung

Kommentare (20)


Kommentare

ING

11.10.2019

Hallo Herr Ramin, es wundert uns, dass Sie zur Abstellung der App zu Android 4.4 keine Information in Ihrer Post-Box haben - dann wären Sie wenigstens auf die Umstellung vorbereitet. Alternativ zur App können Sie Ihre Konten gern direkt im Internetbanking führen und die Anmeldung bzw. Ihre Transaktionen mit einer mTAN freigeben. Dann senden wir Ihnen die TAN per SMS an Ihr Samsung S4 mini. Rufen Sie uns einfach unter 069 / 34 22 24 an - die Kollegen stellen das gern für Sie um. Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Detlef Ramin

10.10.2019

Heute hat die ING die Banking-to-go-App auf meinem Handy deaktiviert. Leider ohne Vorwarnung, so daß nur der Service (nach 20min Warten) meine Konten wieder zugänglich machen konnte. Leider kann ich jetzt mit meinem Smartphone nicht mehr die App. nutzen, da nun auch Android 4.4 nicht mehr unterstützt wird und der Hersteller meines Handys (Samsung S4 mini) dieses nicht für ein Update auf Lollipop vorgesehen hat. So ist es nun SCHROTT, denn der Nutzwert ist dahin. Muß man sich jedes Jahr ein neues Handy zulegen? So wie neue Fernseher, Computer oder andere Elektronikgeräte, die zwar noch funktionieren, aber eben nicht mehr genutzt werden sollen, damit die Wirtschaft brummt. Das ist weder effizient noch ökologisch. Schöne neue Welt. Mich macht es traurig. Ich werde die Bank deshalb nicht wechseln, ein wenig enttäuscht bin ich aber schon.


ING

14.01.2019

Hallo Andreas, gern möchten wir auf Ihren Beitrag eingehen.
Mit unserer VISA Card können Sie an nahezu allen Geldautomaten mit VISA Logo Geld abheben - ganz ohne Kosten für Sie, sogar in allen Ländern mit Euro-Währung. Unsere mehr als 1.200 eigenen Geldautomaten nutzen Sie mit der girocard, ebenfalls ganz ohne Gebühren.
Wissen Sie, dass Sie sich auch bei vielen Handelsketten Bargeld auszahlen lassen können? REWE, Penny, dm, Lidl und weitere Unternehmen bieten diesen Service schon ab einem Einkaufswert von nur 10 oder 20 Euro.
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Andreas

12.01.2019

Unterstützt meine Petition, die an die ING gerichtet ist und das Ziel hat eine bessere Bargeldversorgung sicherzustellen:

https://www.openpetition.de/petition/online/ing-diba-ag-soll-eine-kooperation-eingehen-um-eine-bessere-bargeldversorgung-sicherzustellen


Shangri-La

19.12.2018

Hat sich ausser um Dieselfahrzeuge die letzten Jahrzehnte einer um die Gewichtsentwicklung (zunehmendes Gewicht => höherer Treibstoffverbrauch) Bsp 1983 112 PS mit 785 kg => aktuell 200 PS bei 1385 kg von SUV's will ich garnicht sprechen. Fortschritt für uns oder gar für die Umwelt . 1 Beispiel von 1000 wie wir unseren Lebensraum 'noch' retten können


Maximilian

19.12.2018

Eine Klimaveränderung gibt es seit Entstehung der Erde. CO2 ist ein Wachstumskatalysator.

Fragt mal diese Unwissenden Linken, Grünen, CDU und SPDler was die richtige Erdtemperatur ist.
Damit ist die Diskussion für die dann meist auch beendet, von da an gibts dann nur Beleidigungen und Drohungen.

Die Welt ist auch ein bischen größer, nur weil man in Deutschland Diesel verbieten will, selbst ein Feuer im Garten in Sachsen ist verboten, wird in Afrika munter weiter Industrie ohne Filter betrieben und Autoreifen im freien verbrannt. Langsam kann man aus dem einstigem Land der Dichter und Denker nur auswandern.

Richtig ist Umwelt- und Tierschutz immer. Der Vorteil Rechter Regierungen ist immer der Heimatschutz, kein Rechter wird zulassen seine Umgebung zu vermüllen.

Für die Welt ist Trump ein Segen, kein kriegstreiber wie Obama, auch das verhindert Leid, Vermüllung und Verschmutzung


Desinvestmentbanker

18.12.2018

Hallo ING,

danke für die Links zu den Artikeln. Ich finde es gut, dass ING hier Initiative zeigt und gespannt auf die Resultate.


ING

17.12.2018

Hallo Desinvestmentbanker, danke für Ihren Hinweis. Schauen Sie doch gern mal auf folgenden beiden Meldungen: https://www.ing.com/Newsroom/All-news/ING-will-steer-portfolio-towards-two-degree-goal-to-help-combat-climate-change.htm und https://www.ing.com/Newsroom/All-news/ING-talks-climate-in-Katowice-at-COP24.htm Viele Grüße, Ihr Social Media Team


Mr. Super Green

17.12.2018

Wir sollten damit anfangen, dass wir weniger Verpackungungsmüll haben.
Die Firmen könnten so vieles in Papier oder Kartons verpacken, was nicht in Folie oder Plastik müsste.

Man könnte z.B. auch Joghurt, Pudding usw. in starke Glasgefäße geben oder aber Glasgefäße mit Karton stoßsicher als Verpackung ummanteln...ich habe schon von Falt Techniken gehört, die Stürze aus 1 bis 2 Metern oder mehr abfangen, nur durch das Falten von Papier bzw. Karton.

Und man sollte endlich damit aufhören (Firmen mit Ihrer Verpackung) - mehr Verpackung als inhaltliche Ware zu verkaufen -> hier muss ein Gesetz her wenn sie es nicht selber reduzieren.
Ware nur so verpacken was der Inhalt darin benötigt, spart Platz, spart Transportenergie und auf jeden Fall unnötigen Müll. Dazu wird der Verbraucher nicht getäuscht!!!


Tobi

16.12.2018

@ Jens Maier ("Denk mal daran, du isst den Tieren die Nahrung weg.... ;-)")
So ein Schwachsinn habe ich ja noch nie gehört. "Think Green" hat mit seiner Aussage vollkommen recht.
Und "Harry" hat leider ebenfalls vollkommen recht.
Die Klimaziele der Politiker werden niemals eingehalten werden. Die Menschheit ist aus meiner Sicht dem Untergang geweiht - sofern sich nicht gravierend etwas ändern sollte. Die Menschen handeln nämlich immer erst dann, wenn es bereits zu spät ist. Ein Großteil der Bürger in Deutschland behaupten zwar man müsse etwas/mehr gegen die Klimaerwärmung unternehmen, doch die Wahrheit ist; nur die Wenigsten wären/sind ernsthaft bereit, sich dafür in ihrem gewohntem, üppigem Lebensstil einzuschränken.


Jens Maier

14.12.2018

@Think Green
Der ist wohl ein Vegetarier, Fruittarier, Pescotarier etc.
Nur kein Fleisch oder was
Denk mal daran, du isst den Tieren die Nahrung weg.... ;-)


Josef T.

13.12.2018

Der Co2 Ausstoß ist nicht mehr zu stopen ! Ganzeinfach aus dem Grunde , die Menschheit wächst nach vorhergesagten Prognosen von heute 7,5Miliargen auf im Jahre 2050 12Miliarden Spetsies und da darf noch kein Fulkanausbruch geschehen ! Stellt Euch mal vor , es hätte den 30Jährigen , den 1ersten und den 2. Weltkrieg nicht gegeben , da hätten wir jetzt schon um die 9Miliarden Spetzies auf diesem Planeten .
Wir Menschen sind in dieser Natur ausser Kontrolle geraten und was in diesem Falle passiert , ist , wir werden uns selber ausrotten !


Pierre

13.12.2018

Es wäre alles so einfach, wenn es keinen Trump, keine Merkel, keine Chinesen etc gäbe.
Unvernunft regiert die Welt. Statt techn. Möglichkeiten konsequent zu
nutzen, eiern unsere Regierenden herum. Anreize in fast jeder Form
sollten genutzt werden, damit die Probleme in den Griff bekommen
werden


Think green

12.12.2018

Wenn die Menschen nicht so viel Energie in den pervers billigen Fleischkonsum stecken würden, wäre schon sehr vielen Ländern (besonders Schwellenländern) geholfen und die Natur würde ebenfalls massiv davon profitieren. Aber wenn man den Fleischkonsum reduzieren soll, wird das gleich als totalitärer Eingriff empfunden. Wir ändern scheinbar nur etwas, wenn wir nicht mitmachen müssen.


Dieter K.

12.12.2018

Entscheidend ist m.E. der technische Fortschritt, der uns hilft die Folgen einer Klimaveränderung zu beherrschen, bzw. zu überleben. Unsere Einflussmöglichkeiten durch Verzicht sind zu gering, im Vergleich zum Energiebedarf der Schwellenländer, der sich in den nächsten Jahrzehnten stetig steigen wird.


Harry

12.12.2018

Letztendlich siegt doch beim Menschen immer die Profitgier und nicht die Vernunft oder Einsicht. Wir haben den Planeten schon versaut, es ist nur noch eine Frage der Zeit bis er uns "aussortiert".


Jonas

11.12.2018

Richtig James Kirk, besonders in den armen Ländern, Afrika, Indien, Asien etc. werden trotz Armut immens viele Kinder gemacht.
Normalerweise müsste es genau anders laufen, da wo Geld vorhanden ist, müssten mehr geboren werden - man kann sich ja mehr leisten.


James Kirk

11.12.2018

Was ist den mit der Bevölkerungsexplosion. Die Menschheit wächst schneller (exponentiell) als wir CO2 durch Technologie oder Verzicht einsparen könnten. Dieser Punkt wird bei allen Betrachtungen völlig außer Acht gelassen! Dabei ist das das eigentliche Schlüsselthema. Alles Andere ist nur die Bekämpfung von Symptomen.


Desinvestmentbanker

10.12.2018

Da scheint es ebenso unausweichlich, dass Banken ihre Investmentportfolios umstrukturieren müssen, damit fortschrittliche Technologien eine reelle Chance am Markt haben. Aber ING ist da ja schon ganz weit vorne mit dabei. *Ironie aus*


Jan

10.12.2018

Auf jeden Fall sollten die Autos runter motorisiert werden. max. 180kmh reichen.
Besonders Audi, BMW, Mercedes, Ferrari etc. haben zu viel PS.
Alles unnötig!!!
Und der Motorrennsport müsste weg....viel PS, viel Benzin, mehr Umweltverschmutzung.