Unwetterschäden durch Herbststurm Mortimer

Welche Versicherung zahlt? | 30.09.2019

Unwetterschäden

Vollgelaufene Keller, abgedeckte Dächer und verbeulte Autos – sind sie von den Folgen des Herbststurms Mortimer betroffen? Hier erfahren Sie, was bei Unwetterschäden zu tun ist und wer die Reparaturkosten übernimmt. 

Generell gilt: schnellstmöglich melden

Wichtig ist, dass Sie den Schaden der Versicherung umgehend melden und dokumentieren – am besten per Fotoaufnahme. Zudem empfiehlt es sich, Unwetterschäden erst zu beheben, nachdem eine Begutachtung durch den Versicherer stattgefunden hat. Da es keine Universalversicherungen gegen Unwetterschäden gibt, ist die Art des Schadens ausschlaggebend dafür, welche Versicherung greift.

Wer zahlt, wenn ein Fenster zu Bruch geht?

Fegt ein Sturm Ziegel vom Dach oder werden Fenster durch herumfliegende Äste beschädigt, ist die Gebäudeversicherung der richtige Ansprechpartner. Typische Policen decken in der Regel Schäden ab, die durch Sturm, Blitz oder Hagel verursacht wurden. Allerdings erst ab Windstärke acht, also ab einer Windgeschwindigkeit zwischen 62 und 74 Stundenkilometern. Ob diese Geschwindigkeiten erreicht wurden, können Betroffene beim Deutschen Wetterdienst erfragen.
 
Tipp: Nebengebäude wie Gartenhaus oder Garage auf dem gleichen Grundstück kann man in der Wohngebäudeversicherung ebenfalls vermerken lassen und auf diese Weise mitversichern.

Was tun, wenn der Blitz den Fernseher lahmlegt?

Reparaturkosten für Möbel, Elektrogeräte und sonstiges Inventar, das sich im Haus befindet und durch Sturm und Hagel beschädigt wurde, übernimmt prinzipiell die Hausratversicherung, allerdings in der Regel nur im Rahmen des festgelegten Höchstbetrages. Und aufgepasst: Werden Möbel außerhalb des Hauses gelagert, beispielsweise in der Garage, sind Schäden nicht in jeder Police mit inbegriffen. Außerdem können Sie sich bereits im Vorhinein vor Blitzschlägen schützen.

Wie kann man sich gegen Schäden durch Naturgewalten absichern?

Die bloße Hausrat- und Wohngebäudeversicherung haftet im Normalfall nicht automatisch etwa bei Überflutungen infolge heftiger Regenschauer und eindringendem Wasser. Läuft also der Keller voll, hilft nur eine Versicherung gegen sogenannte Elementarschäden, die heute als Naturgefahrenversicherung bezeichnet wird. Sie wird als Ergänzung zur Gebäude­ und Hausratversicherung für einen Aufpreis angeboten und bietet Versicherungsschutz bei Überschwemmungen, Erdrutschen und Schneedruck. Allerdings dürfen Versicherer bei einem zu großen Risiko eine Elementarschaden-Versicherung ablehnen. Beispielsweise, wenn ein Haus an einem Fluss steht, der regelmäßig über die Ufer tritt.
 
Tipp: Bekommen Hausbesitzer in einer gefährdeten Region, die in den vergangenen Jahren bereits Schäden durch sogenannte Naturgefahren hatten, keine Hausrat- und Gebäudeversicherung, kann man es bei einem öffentlich-rechtlichen Versicherer versuchen.

Wie sind Hagelschäden am Auto versichert?

Wenn Hagelkörner oder herumfliegende Gegenstände Kratzer und Dellen im Auto hinterlassen, kommt (abzüglich einer eventuellen Selbstbeteiligung) die Teilkaskoversicherung dafür auf. Auswirkungen auf den Schadenfreiheitsrabatt hat ein solcher Schaden nicht. Voraussetzung bei Sturmschäden ist jedoch eine Windstärke von mindestens acht. Hat der Fahrzeughalter eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen, so zahlt diese unabhängig von der Windstärke. Schäden, die durch die Fahrlässigkeit des Autofahrers verursacht werden – zum Beispiel weil er eine überschwemmte Fahrbahn benutzt – werden jedoch nicht übernommen. Auch, wenn etwa trotz Wetterwarnung das Auto nicht in eine vorhandene Garage umgeparkt wurde, kann es vorkommen, dass die Versicherung sich bei der Zahlung querstellt.

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (1)


Kommentare

Realist

05.10.2019

Na dann beweise mal die Windstärke! Viele scheitern damit, weil die Windstärke bei lokalen Böen nicht nachweisbar ist und nur offiziell zentral gemessene Werte für die Versicherung gültig sind. Dadurch bleibst Du mit einem abseits stehenden Grundstück ganz schnell sogar auf einem Windhose- oder Tornadoschaden sitzen.