6 spannende Dax-Aktien im Überblick

Aufgrund niedriger Bewertungen könnte ein Einstieg jetzt lohnen

Eine Analyse des DUP UNTERNEHMER-Magazins, Kai Makus | Werbemitteilung

Deutsche Aktien? Viele Anlegende lassen derzeit lieber die Finger von Dax, MDax & Co. Klar: Die Werte haben aufgrund der unsicheren Situation in der Welt deutlich nachgegeben. Pandemie, Ukraine-Krieg, gestörte Lieferketten, Energiekrise, Inflation und Zinsängste sorgen bei Investorinnen und Investoren für Verunsicherung. Aber: Die Kursrückgänge haben viele Titel aus Bewertungssicht wieder interessanter gemacht. Unterschiedlichen Kriterien folgend, könnten etwa einige Unternehmen aus dem Dax 40 durchaus attraktives Potenzial versprechen.

Dax: 15.000 Punkte zum Jahresende 2022 – ein illusorischer Wert? Nicht unbedingt, meint der Wirtschaftsinformationsdienst biallo.de. Er hat verschiedene Fachleute befragt, die den Dax Ende Dezember deutlich höher erwarten. Wichtigste Voraussetzung: Der Inflationsdruck müsste abnehmen. Dann nämlich dürfte sich die Europäische Zentralbank mit weiteren Zinsschritten zurückhalten, Aktien blieben gegenüber Anleihen interessanter. Allerdings gibt es noch eine ganze Reihe anderer Risikofaktoren, deren Entwicklung schwer einzuschätzen ist. Dennoch: Mehrere Profis glauben, dass die Marke von 15.000 Zählern durchaus erreicht werden kann. Anlegende sollten allerdings beachten, dass Prognosen kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung sind.

Jetzt könnte also die Zeit zum Aktienkauf gekommen sein – auch wenn pauschale Investitionen in Indizes aufgrund der aktuellen Entwicklungen nicht angezeigt sind. Aber die Lage in einigen Branchen ist besser, als es die Stimmung auf dem Parkett vermuten lässt. So haben kürzlich immerhin elf Unternehmen der ersten Börsenliga ihre Geschäftsprognose für dieses Jahr angehoben. Und die Bewertungen liegen oft auf rekordverdächtig niedrigem Niveau. Bei sechs Titeln sprechen einzelne Bewertungskriterien für eine genauere Betrachtung (siehe auch Tabelle unten).

Bewertungs-Klassiker KGV

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): Auf lange Sicht liegt das durchschnittliche KGV des Dax bei knapp 15. In starken Börsenjahren entwickelt es sich schon einmal deutlich nach oben – etwa 2021, als der Indikator die Marke von 25 deutlich nach oben durchbrach. Dieser Höhenflug ist längst vergessen, mittlerweile liegt der Wert unter 12. Besonders günstig, gemessen an diesem Bewertungskriterium, sind derzeit die Titel von BMW, bei denen das KGV zuletzt nur noch bei knapp 3 lag. Das Hauptproblem der Bayern, das für niedrige Kurse sorgt: Das Management hat zu spät auf E-Mobilität gesetzt. Erst 2025 sollen elektrisch angetriebene Fahrzeuge auf einer eigenen Plattform in größerem Volumen vom Band laufen, fünf Jahre später könnte die Münchner „E-Klasse“ dann für die Hälfte des Absatzes stehen.

Doch nicht nur in Sachen Produktpalette hat BMW die Zeichen der Zeit verschlafen. Auch die operative Marge ist im Vergleich zu den Wettbewerbern aus der Oberklasse mit aktuell 8,2 Prozent (zu) niedrig. Die Produktion ist nicht effizient genug und leidet unter hohen Kosten für Material und Energie, der Vertrieb ist teuer. Hinzu kommt eine ganze Reihe belastender Faktoren, die der Konzern nur bedingt beeinflussen kann: der Absatzrückgang vor allem im Heimatmarkt als Folge von Pandemie und Homeoffice, die hohe Inflation, der Krieg in der Ukraine, fehlende Computerchips. Und schließlich fehlen derzeit gute Nachrichten, die den Kurs beflügeln könnten. Eine Kooperation mit Toyota in Sachen Wasserstoff-betriebener SUVs nahmen Analystinnen und Analysten eher verhalten auf. Und dass das BMW-Management kürzlich die eigene Jahresprognose kassierte und für 2022 nur noch einen Absatz „leicht unter Vorjahr“ erwartet, verhagelte Anlegenden endgültig die Laune.

Dennoch: Mittel- bis langfristig könnte eine sich belebende Konjunktur auch die Automobilbranche wieder befeuern. Investorinnen und Investoren mit Risikofreude und langfristigem Anlagehorizont könnten deshalb die BMW-Aktie auf ihre persönliche Watchlist setzen.

 

Wachsende Gewinne

Price-Earning-Growth (PEG): Zur Emittlung des PEG, auch dynamisches KGV genannt, wird das KGV einer Aktie durch das (erwartete) jährliche Gewinnwachstum geteilt. In Fachmedien weisen Expertinnen und Experten in Sachen Aktienbewertung häufig darauf hin, dass ein PEG unter eins auf eine Unterbewertung, ein PEG unter 0,5 auf eine deutliche Unterbewertung der entsprechenden Aktien hindeutet. In der unten stehenden Tabelle finden sich dabei gleich zwei Werte, die durch besonders niedrige PEGs auffallen: Continental und Allianz.

Continental rutschte zuletzt in die roten Zahlen, was den Kurs unter Druck setzte. Aber: Trotz aller negativen Begleitumstände der Branche sieht die Zukunft nicht allzu düster aus. Im aktuellen zweiten Halbjahr steigen die Auftragszahlen; damit dürften teure Lagerbestände bei Conti abgebaut werden und sich die finanzielle Situation der Norddeutschen verbessern. Auch für die Continental-Titel gilt, dass risikobewusste Investierende sie sich genauer anschauen könnten.

Und wie sieht es bei der Allianz aus? Zwar hatte der Versicherungskonzern zuletzt schwache Halbjahreszahlen vorgelegt. Dennoch erneuerte etwa die US-Investmentbank Goldman Sachs anschließend das Rating „buy“. Der Grund: Die Münchner seien nach einem überraschend hohen operativen Ergebnis auf einem guten Weg zu den Jahreszielen. In den vergangenen Jahren habe das Unternehmen – außer während der Corona-Pandemie – seine Ziele immer erreicht oder sogar übertroffen.

Mit einem PEG deutlich unter 0,5 dürften die Titel der Versicherungsgesellschaft tatsächlich als aktuell deutlich unterbewertet betrachtet werden. Zudem ist die Allianz seit vielen Jahren ein treuer Dividendenzahler, der Aktionärinnen und Aktionäre mit vergleichsweise üppigen Ausschüttungen bei der Stange hält. Unter dem Strich machen die guten Fundamentaldaten sowie das tragfähige Geschäftsmodell die Allianz-Aktie gerade angesichts der aktuellen Bewertung zu einem Anteilsschein, der grundsätzlich als Basisinvestment für viele Depots in Betracht kommen könnte.

Attraktive Ausschüttungen

Dividendenrendite: Allianz, BMW – viele Aktien aus dem deutschen Blue-Chip-Index bestechen zurzeit auch wegen ihrer attraktiven Ausschüttungen. Spannend ist neben den bereits aufgeführten Unternehmen auch der Chemiekonzern BASF. So hat das Unternehmen hervorragende Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt und dürfte auch in der laufenden Periode seine Ziele erreichen. Folgerichtig schüttet BASF einen Gutteil seines Gewinns an die Anteilseignenden aus. Außerdem ist diese Aktie ein klassischer Pick aus dem Chemie-Sektor. Kleiner Wermutstropfen: Das teure Gas und hohe Transportkosten – auch wegen Niedrigwasser im Rhein – dürften das Ergebnis belasten. Experten wie Gunther Zechmann vom Analysehaus Bernstein Research loben BASF allerdings und bezeichnen den Konzern mit Blick auf das zweite Quartal als „Stern“, die Sorgen um die Gasversorgung seien überzogen. BASF könnte in gut diversifizierten Depots mittelfristig eine ausgleichende Rolle spielen, die weitere Entwicklung sollten Anlegende im Winter im Blick behalten.

Materielle Werte

Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV): Je niedriger das KBV, desto attraktiver die Bewertung, lautet eine Faustregel. Der sogenannte faire Wert eines Unternehmens entspricht demnach einem Buchwert von eins. Dabei darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass Investierende stets weitere Faktoren eines Unternehmens betrachten müssen, um eine nachhaltige Anlageentscheidung treffen zu können. Berücksichtigt werden nämlich ausschließlich materielle Werte, immaterielle – wie etwa Kundennetzwerk oder Marktposition – bleiben außen vor. Damit wird auch deutlich, dass die niedrigen KBV für die Deutsche Bank (Finanzkonzern ohne allzu relevanten eigenen Besitz) sowie Porsche (Beteiligungsgesellschaft) relativ geringe Aussagekraft besitzen. Aber: Die Unternehmen könnten auch unter weiteren Aspekten interessant erscheinen.

So hat die Deutsche Bank ein erfreuliches erstes Halbjahr hinter sich. Zwar dämpft die Konzernspitze allzu hohe Erwartungen unter Verweis auf eine drohende Rezession. Und einige Baustellen haben die Frankfurter immer noch nicht im Griff. Dafür wurden aber Kosten gesenkt, das Geschäft mit Privat- und Unternehmenskunden entwickelt sich zudem gut. Und natürlich dürfte die Deutsche Bank ein Standardinvestment für alle Freunde deutscher Finanztitel sein. Kurzfristig sollte der Kurs beobachtet werden, ein Abrutschen Richtung 7,00 Euro wäre dabei ein klares Warnsignal.

Porsche besitzt gewissermaßen mittelbar Buchwert: Den Stuttgartern gehören 31,9 Prozent des VW-Kapitals. Und mit dem Börsengang des Autobauers Porsche AG (bislang 100-prozentige VW-Tochter) sollen noch einmal 25 Prozent plus eine Aktie an diesem dann eigenständigen Unternehmen hinzukommen. Klar ist jedoch auch: 2023 wird ein herausforderndes Jahr für die Automobilbranche. Die Aktie der Porsche-Beteiligungsgesellschaft scheint dennoch ein spannendes Investment werden zu können.

Investment-Beispiele Aktien:

Name Aktueller Kurs KGV*(2022) Gewinn/Aktie (2022**) Dividende (2022**) Dividendenrendite (2022**)
Allianz 168,08 € 13,0 17,26 €

11,30 €

6,6 %

BASF 41,89 € 7,6 5,55 €

3,46 €

8,2 %
BMW

73,17 €

3,2

23,19 €

7,40 € 10,1%
Continental 57,28 € 13,2

4,41 €

1,55 € 2,7 %
Deutsche Bank 8,30 €

5,2

1,62 € 0,31 € 3,6 %
Porsche 69,76 € 3,8 19,04 € 3,86 € 5,3 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; Fremdwährungen umgerechnet in Euro; Stand: 01.09.2022

Autor: Kai Makus
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