Ist Onlineshopping nachhaltig? Wir klären auf!

Bummeln ohne schlechtes Gewissen

Über 90% der Deutschen shoppen online. Die Top-Produkte sind dabei Bekleidung, Elektronikartikel sowie Computer und Zubehör, berichtet Statista. Über 22 Milliarden Euro wurden im dritten Quartal 2021 umgesetzt.

Nicht zuletzt dank der Pandemie boomt der Onlinehandel, mindestens 9% Wachstum erwartet die Branche laut dem Portal Ecommerce Germany bis Ende 2023. Die vielen Bestellungen – und Retouren – ziehen einiges an Logistik nach sich. Nicht gerade klimafreundlich. Doch wie umweltschädlich ist er wirklich, der Onlinehandel? Und geht Onlineshopping auch nachhaltig?

Onlineshopping: Vor- und Nachteile

Für viele Menschen gehört der Einkauf über Smartphone, Laptop oder Tablet heute ganz selbstverständlich zum Alltag dazu. Immer mehr Menschen bestellen sogar Lebensmittel online. Welche Onlineshopping-Trends außerdem angesagt sind, erfahren Sie in unseren Beitrag dazu.

Die Vorteile des Onlinehandels liegen dabei auf der Hand:

  • Sie haben eine große Auswahl.
  • Sie können Preise optimal und über einen längeren Zeitraum hinweg vergleichen, ohne viel Aufwand betreiben zu müssen.
  • Sie können Bekleidung zu Hause anprobieren und sparen sich Wartezeiten vor der Umkleidekabine.
  • Sie können die Ware direkt mit Ihrer Kleidung kombinieren und treffen so unter Umständen bessere Kaufentscheidungen.

Nachteile: Onlineshopping kritisch hinterfragen

  • Sie können Kleidung nicht vor dem Kauf beziehungsweise vor der Bestellung anprobieren.
  • Sie können Materialien und Farben erst nach Kauf in Augenschein nehmen.
  • Sie müssen auf Beratung verzichten.
  • Ihnen entgehen das Einkaufserlebnis in einem stilvoll eingerichteten Geschäft sowie die Möglichkeit, sich inspirieren zu lassen.
  • Möchten Sie nicht alle bestellten Waren behalten, müssen Sie sich um die Rücksendung kümmern und diese zur Post oder zu Paketshops bringen.
  • Sie müssen womöglich mehrere Größen zur Auswahl bestellen. Das sorgt für noch mehr Retouren.

CO2-Ausstoß online: Weniger als gedacht!

Ein Argument der Kritiker von Onlineshopping ist die fehlende Nachhaltigkeit. Doch schaut man sich den Kohlendioxid-Ausstoß im Onlinehandel an, ist dieser tatsächlich geringer als gedacht. Das Öko-Institut geht von einem CO2-Aufkommen von etwa 600 Gramm pro Paket aus – ohne Retoure. Zum Vergleich: Laut dem Umweltbundesamt werden pro Kilometer Autofahrt knapp 140 Gramm CO2 erzeugt. Wer also fünf Kilometer mit dem Auto zurücklegt, um in ein Geschäft zu gehen, hat eine schlechtere Ökobilanz als jemand, der online einkauft.

Trotzdem gilt: Laut Öko-Institut fehlen umfassende valide Zahlen, um Onlinehandel und stationären Handel konkret gegenüberzustellen. Gemeinsam mit dem Fraunhofer und der Universität Stuttgart hat das Institut daher in einem Projekt zusammengetragen, welche Faktoren die wirtschaftliche, ökologische und soziale Nachhaltigkeit digitaler Plattformen beeinflussen.

Retouren – ein Umweltproblem

Vor allem Retouren sind ein Problem in Sachen Nachhaltigkeit: Jede siebte Bestellung wird nach Angaben des Onlinehandels zurückgeschickt. „Für die Onlinehändler bedeuten Retouren einerseits einen Umsatzverlust und andererseits zusätzliche Personal- und Prozesskosten“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Für die Umwelt führten Retouren zu mehr CO2-Ausstoß durch zusätzliche Lieferwege und mehr Verpackungsmüll.

Außerdem erfahren Sie nicht immer, was mit Ihren Retouren passiert: So zeigte die Dokumentation Sneakerjagd, dass oftmals neuwertige Ware, die zurückgeschickt wird, nicht etwa noch einmal verkauft, sondern geschreddert und damit zu Müll verarbeitet wird – was zusätzlich Ressourcen verschwendet.

5 Tipps, wie Onlineshopping nachhaltig wird

Einen großen Einfluss auf die Frage „Wie nachhaltig ist Onlineshopping?“ haben am Ende die Verbraucher*innen selbst, denn sie „können das Angebot der Onlinehändler durch ein bewusstes Einkaufsverhalten steuern“, sagt Rohleder. Indem sie zum Beispiel auf die Herstellungsbedingungen achten und vor allem weniger Rücksendungen verursachen. Laut einer Bitkom-Erhebung aus dem Jahr 2019 geben 59% der weiblichen und 55% der männlichen Onlineshopper an, angeregt von der öffentlichen Debatte um den Klimawandel seltener Retouren zu verursachen.

Wie Sie ansonsten nachhaltiger online shoppen? Hier kommen unsere 5 Tipps.

1. Vermeiden Sie unnötigen Paketaufwand

Merken Sie sich als Faustregel: je weniger Pakete, desto besser! Bestellen Sie deshalb online lieber bei nur einem Shop und lassen Sie sich die Ware in möglichst wenigen Sendungen zustellen. Statt mehrere Größen zu bestellen, nutzen Sie die Größentabellen und Maßangaben, um die passende Größe zu ermitteln.

2. Auf die Verpackung kommt es an

Achten Sie bei den Onlineshops darauf, dass diese Verpackungsmaterialien aus Recycling-Materialien oder nachwachsenden Rohstoffen nutzen, wie etwa Klebeband aus Grasfasern und Kartoffelstärke. Nutzen Sie selbst ebenfalls derartige Materialien für Ihre Paketsendungen.

3. Ein Umweg über Paketshops lohnt sich

Wählen Sie eine Abgabe in Paketshops anstatt sich die Ware vor die Haus- oder Wohnungstür liefern zu lassen. So ersparen Sie den Zustelldiensten die kurzen Strecken und vielen Stopps in Wohngebieten und sorgen für sauberere Luft.

4. Bestellen Sie in nachhaltigen Onlineshops

Mittlerweile haben sich nicht nur viele grüne Labels und Marken etabliert – es gibt auch auf nachhaltige Produkte spezialisierte Onlineshops, die diese Marken führen und obendrein auf einen CO2-Ausgleich bei ihrem Warenversand achten. Ein Beispiel hierfür ist der Avocadostore.

5. Mode online nachhaltiger einkaufen

Wie Sie Onlineshopping in Sachen Mode nachhaltig gestalten können, weiß Dominique Ellen van de Pol, Autorin und Expertin für nachhaltige Mode. Ihre Tipps:

  • Machen Sie hin und wieder eine Bestandsaufnahme Ihres Kleiderschranks. So finden Sie heraus, was Sie wirklich tragen und was Ihnen gefällt.
  • Kaufen Sie seltener und dafür gezielter ein. Investieren Sie in langlebige Produkte.
  • Halten Sie Ausschau nach Möglichkeiten, secondhand einzukaufen – mittlerweile gibt es viele digitale Flohmarktplattformen wie zum Beispiel Vinted.  
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