Endlich in den eigenen vier Wänden

Diese Kosten kommen auf Sie zu

Erste eigene Wohnung

Der Moment, in dem sich der Schlüssel zum ersten Mal im Schloss der neuen Tür dreht, markiert für viele junge Erwachsene einen der wichtigsten Meilensteine im Leben. Die erste eigene Wohnung bedeutet Freiheit, Selbstständigkeit und den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Doch bevor die Einweihungsparty steigen kann, warten finanzielle Herausforderungen, die oft unterschätzt werden. Wer den Auszug plant, sollte sich daher frühzeitig mit den anfallenden Ausgaben auseinandersetzen, denn neben der Miete gibt es viele weitere Kosten.

Der Startschuss: Die finanzielle Hürde vor dem Einzug

Bevor auch nur ein Umzugskarton getragen wird, verlangt der Wohnungsmarkt bereits die ersten Investitionen. Die größte Position ist hierbei meist die Kaution. In Deutschland ist es üblich, dass Vermieterinnen und Vermieter eine Sicherheitsleistung von bis zu drei Kaltmieten verlangen. Bei einer Kaltmiete von 600 Euro sind das bereits 1.800 Euro, die sofort verfügbar sein müssen.

Zusätzlich sollten Mietinteressentinnen und Mietinteressenten die erste Monatsmiete sowie gegebenenfalls anfallende Kosten für den Umzugswagen oder professionelle Umzugshelferinnen und Umzugshelfer einplanen. Auch kleine Beträge summieren sich: Meldegebühren beim Bürgeramt oder Nachsendeaufträge bei der Post gehören dazu.

Möbel und Erstausstattung: Drei Fallbeispiele

Die Kosten für die Einrichtung variieren massiv – je nach persönlichem Anspruch und dem Willen zum Verzicht. „Die erste eigene Wohnung ist ein Projekt, bei dem man lernen muss, Prioritäten zu setzen. Man braucht nicht am ersten Tag das Designer-Sofa, aber eine gute Matratze ist Gold wert“, sagt die Lifestyle-Bloggerin und Autorin Holly Becker.

Um die Spanne der Kosten zu verdeutlichen, betrachten wir drei typische Szenarien für die Möbel und die Grundausstattung:

  1. Das Minimalismus-Modell (Secondhand): Wer Plattformen für Gebrauchtwaren nutzt, Erbstücke der Familie integriert und auf Flohmärkten stöbert, kann eine Einzimmerwohnung bereits für 800 bis 1.500 Euro funktional einrichten. Hier steht vor allem die tägliche Nutzbarkeit im Vordergrund.
  2. Der solide Mittelweg (Mischkalkulation): Eine Kombination aus neuen Möbeln von erschwinglichen Einrichtungshäusern und hochwertigen Einzelstücken kostet für eine Zweizimmerwohnung etwa 3.000 bis 5.000 Euro. Oft sind hier bereits eine einfache Waschmaschine und eine Basisküche enthalten.
  3. Die Vollausstattung (Neukauf): Wer Wert auf eine durchgehend neue Einrichtung, moderne Elektrogeräte und hochwertige Materialien legt, sollte mit mindestens 8.000 bis 10.000 Euro für eine Zweizimmerwohnung rechnen. Besonders eine neue Einbauküche schlägt oft mit mehreren Tausend Euro zu Buche.

Laufende Ausgaben: Die monatlichen Kosten

Ist die Wohnung erst einmal bezogen, beginnt der Alltag – und mit ihm die regelmäßigen Verpflichtungen. Die Fixkosten einer Wohnung bestehen aus weit mehr als nur der Kaltmiete. Zu den Nebenkosten, die an die Vermieterin oder den Vermieter gezahlt werden (wie Wasser, Müllabfuhr und Grundsteuer), kommen Verträge hinzu, die Mieterinnen und Mieter meist selbst abschließen müssen.

An erster Stelle steht hier die Energieversorgung: Die Kosten für Strom und Gas (sofern die Heizung oder der Herd mit Gas betrieben werden) sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Für eine Einzelperson sollte man für Strom derzeit etwa 50 bis 70 Euro monatlich einplanen.

Ein weiterer unverzichtbarer Posten ist das Internet. Ein solider Anschluss kostet zwischen 30 und 50 Euro pro Monat. Nicht vergessen werden darf der Rundfunkbeitrag, der aktuell mit monatlich 18,36 Euro zu Buche schlägt.

Dazu kommen weitere monatliche Kosten etwa für Netflix & Co. oder für Abos. Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip, rät zur Vorsicht bei den laufenden Verträgen: „Viele junge Leute unterschätzen die Kleinstbeträge. Hier ein Streaming-Abo, dort eine Fitness-Mitgliedschaft – das summiert sich schnell zu einer Summe, die das Budget für Lebensmittel einschränkt.“

Sicherheit und Schutz: Welche Versicherung ist notwendig?

Wer in die erste eigene Wohnung zieht, trägt plötzlich Verantwortung für sein gesamtes Inventar und mögliche Schäden gegenüber Dritten. Deswegen sind diese zwei Versicherungen ein Muss:

  1. Die Privathaftpflichtversicherung springt ein, wenn man versehentlich das Eigentum anderer beschädigt – etwa, wenn Wasser aus der Waschmaschine ausläuft und die Wohnung darunter beschädigt.
  2. Die Hausratversicherung schützt das eigene Hab und Gut bei Feuer, Einbruchdiebstahl oder Leitungswasserschäden.

Die Kosten für beide Versicherungen zusammen liegen oft bei weniger als 15 Euro im Monat, schützen aber im Ernstfall vor hohen Zahlungen oder sogar dem finanziellen Ruin.

Erste-Wohnung-Checkliste: Den Überblick behalten

Damit der Start in die Unabhängigkeit gelingt, hilft eine strukturierte Planung. Hier sind die wichtigsten Punkte, die Sie vorab klären sollten:

  • Budgetplanung: Wie viel Geld ist für die Kaution und die erste Einrichtung vorhanden?
  • Mietvertrag prüfen: Welche Nebenkosten sind in der Miete bereits enthalten? Fallen vor dem Einzug noch Renovierungskosten an?
  • Versorgungsverträge: Vergleichen Sie Tarife für Strom, Gas und Internet rechtzeitig vor dem Einzug.
  • Inventarliste: Was muss neu gekauft werden, was kann gebraucht übernommen werden?
  • Puffer einplanen: Halten Sie immer eine Reserve für unvorhergesehene Reparaturen oder Nachzahlungen bereit.

Der Einzug in die erste eigene Wohnung ist ein spannendes Abenteuer. Wer die finanziellen Aspekte von Anfang an transparent plant, vermeidet böse Überraschungen und kann das neue Zuhause in vollen Zügen genießen.

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