Klug Geld ausgeben – so gelingt es schon Kindern

Mit diesen Tipps helfen Sie dem Nachwuchs dabei

Familie 4 min Lesedauer 16.07.2024
Kind lädt ein Auto auf

Gut mit Geld umgehen – das ist schon für viele Erwachsene nicht einfach, und am Ende des Monats kann es schon mal klamm im Geldbeutel sein. Um ein Gespür zu entwickeln, wie man sein Geld am besten ausgibt, sollten Erwachsene bereits mit kleineren Kindern über das Geldausgeben sprechen, sagt Julia Topar, ehemalige Leiterin der Finanzbildung – heute Leiterin der Veranstaltungen – beim Bundesverband deutscher Banken. „Je früher wir sie in unsere Ausgaben einbeziehen, desto routinierter und sicherer werden sie in das Thema Finanzen hineinwachsen.“

Üben mit dem Kaufmannsladen

Gerade bei kleineren Kindern biete sich der gute alte Kaufmannsladen an. „Hier lernen Kinder, dass man mit einer gewissen Summe an Spielgeld auch nur eine gewisse Anzahl an Produkten kaufen kann.“ Eltern könnten sich im Anschluss gemeinsam den Einkaufskorb anschauen und darüber reden, was „kluge Einkäufe“ waren und was vielleicht gar nicht so nötig gewesen wäre.

Im Supermarkt über den Geldwert von Produkten sprechen

Wichtig sei auch, dass Erwachsene mit gutem Vorbild vorangehen. „Kinder können beim echten Einkauf im Supermarkt sehr viel lernen“, sagt Julia Topar. Indem man ihnen beispielsweise erklärt, warum man welche Kaufentscheidung getroffen hat. Ein weiterer Tipp: Kinder können beim Einkauf ein kleines „Budget“ bekommen und sich im Supermarkt umschauen, was sie dafür erhalten. Vielleicht ein Joghurt? Oder reicht es fürs Mickey-Maus-Heft? So beschäftigen sie sich spielerisch mit dem Wert von Produkten und wägen automatisch ab, was für sie wichtig ist – und was nicht.

Das Geld reicht nicht für zwei tolle Sachen – eine wichtige Erkenntnis!

Auch Melina Jipp, Buchautorinund Bankkauffrau, hält diesen spielerischen Umgang mit Geld für sinnvoll. „Der einfachste Weg für ein Kind, den Wert von Geld zu erkennen, ist der, wenn es zum ersten Mal merkt, dass es nicht für zwei tolle Sachen reicht.“ Eine weitere wichtige Erkenntnis sei die Tatsache, dass eine lange Durststrecke bis zum nächsten Taschengeld folgt, wenn man sein Geld sofort wieder ausgibt.

Weitere Tipps für kluges Geld ausgeben:

  • Mit Bargeld zahlen: Vor allem kleinere Kinder sollten Münzen und Geldscheinen mit ihren Händen erleben und diese auch ausgeben dürfen. Das funktioniert beispielsweise super beim Bäcker bzw. bei der Bäckerin oder im Eisladen. Das Aussuchen der richtigen Münze und der Vorgang des Bezahlens machen aus einem abstrakten Vorgang etwas Handfestes.

  • Kleines „Haushaltsbuch“ führen: Kindern, denen es schwerfällt, ihr Geld sinnvoll einzuteilen, hilft häufig ein eigenes kleines Haushaltsbuch. Das Heft können sie mit einem bzw. einer Erwachsenen anfertigen und mit ihren Ausgaben befüllen. Regelmäßiges Addieren zeigt den Kindern, was sie bereits ausgegeben haben – und was noch übrig ist. Und eine kleine Rechenstunde ist inklusive!
  • Reden, reden, reden! Kinder dürfen ruhig auch mal hören, wenn Eltern finden, dass ein Produkt zu teuer ist. Sie sollten mitbekommen, dass auch Erwachsene vernünftige Kaufentscheidungen treffen müssen und dass vielleicht am Ende des Monats auch mal kein Geld mehr übrig ist für ein großes Essen im Restaurant oder den Besuch im Kino.
  • Taschengeld auszahlen: Eltern können Kindern bereits ab fünf oder sechs Jahren ein kleines Taschengeld geben – natürlich in Abhängigkeit zum Verdienst der Eltern. Denn: Eigenes Geld geben auch schon Kinder anders aus als fremdes. Es hat für sie mehr Wert. Sie lernen, dass Geld ganz schnell weg ist, wenn man sich spontan und unüberlegt für einen Kauf entscheidet – viele überlegen es sich dann nochmal und sparen vielleicht für einen größeren Wunsch.
  • Konto einrichten – aber einen Blick draufhaben: Ältere Kinder ab 12 oder 13 Jahren können durchaus bereits ein Girokonto besitzen und von dort mit eigener EC-Karte ihr Taschengeld abheben. Auch hier lernen Kinder schnell, dass das Konto auch mal leergefegt sein kann. Schulden sollten sie allerdings nicht machen – aber keine Sorge: Kinderkonten werden in der Regel ohne Dispositionskredit angeboten.

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