Innovationstreiber: Frischer Wind fürs Depot

Auf die Vorreiter an der Börse setzen

Eine Analyse des DUP UNTERNEHMER-Magazins, Kai Makus | Werbemitteilung

Eigentlich ist es logisch: Die Welt verändert sich mit zunehmender Rasanz – Konzerne mit bewährten Produkten haben es daher oft nicht leicht, denn sie müssen ihre Fertigung umstellen oder ihre Verkaufsargumente anpassen. Ein gutes Beispiel ist die Autoindustrie: Verbrenner sind out, E-Fahrzeuge in. Aber bis die etablierten Riesen sich auf die neue Herausforderung eingestellt hatten, konnte ein kleines, dynamisches Unternehmen wie Tesla einen neuen Markt aktiv gestalten. Erst mit deutlicher Verzögerung zogen die Branchenriesen nach – mit recht unterschiedlichem Erfolg.

Innovative Aktiengesellschaften sollten das besondere Interesse der Anlegenden wecken. Denn die Firma, die es schafft, patentierte Produkte mit hoher Qualität in einem Markt mit viel Nachfrage zu positionieren, muss sich – zumindest zunächst – um Marktanteile keine allzu großen Sorgen machen und kann zudem die Preise gestalten. Kein Wunder, dass der amerikanische Vermögensverwalter James O’Shaugnessy in einer Studie feststellte: In den Jahren ab 1990 brachten es die Aktien von Unternehmen ohne Patentanmeldungen im Schnitt auf eine jährliche Performance von 8,5 Prozent, mit Patenten waren es dagegen 12,3 Prozent. Zugleich legten die entsprechenden Aktien in starken Marktphasen überdurchschnittlich zu, während sie in Bärenmärkten recht stabil blieben. Dabei fiel auf: Die innovativen Unternehmen waren nicht höher bewertet als die Gesellschaften, die sich nicht durch Patentanmeldungen hervortaten.

Auch der deutsche Finanzdienstleister Quant IP aus München bewertet Firmen anhand der Patentdaten. Ziel ist es, Unternehmen mit hoher Innovationskraft zu identifizieren, um Investierenden zu höheren Renditen verhelfen zu können. Doch Vorsicht: Die Innovationstreiber stecken einen großen Teil ihres Geldes in Forschung & Entwicklung (F&E), für Dividenden bleibt da selten etwas übrig. Und: Es kann nicht nur Jahre dauern, bis ein patentiertes neues Produkt sich erfolgreich am Markt durchsetzt; vielmehr ist es auch möglich, dass ein Projekt gänzlich scheitert. Das kann die Erträge gerade kleiner und mittlerer Unternehmen erheblich schmälern und sie sogar – „one trick pony“ – in eine echte Schieflage bringen.

Beispiel Biontech

Apropos Forschung & Entwicklung: Auch die Saxo Bank sucht gezielt nach innovativen Unternehmen und macht das am Anteil der F&E-Ausgaben am Umsatz fest. Das Ergebnis ist eine branchenbezogene Liste, wobei zum Beispiel Banken und Versicherungen ausgeschlossen sind, weil diese Unternehmen in diesem Bereich nicht tätig sind. Auf der aktuellen Übersicht finden sich unter anderem Ubisoft und Osram, Verbund AG und Garmin, aber auch Amazon, Nestlé und L’Oréal. (Fünf Aktiengesellschaften, die überwiegend eine hohe Wertung im Quant IP Innovation Score erhalten haben, finden sich in der Tabelle unten).

Der Mainzer Impfstoff-Pionier Biontech ist ein typisches Beispiel für einen Vorreiter – der (zu) stark auf ein einziges Produkt gesetzt hat. Denn: Zwar ist der Umsatz insbesondere von 2020 (482 Millionen Euro) auf 2021 (18,98 Milliarden Euro) förmlich explodiert. Aber: Dieses extreme Wachstum ist ausschließlich dem in Kooperation mit Pfizer produzierten Covid-19-Impfstoff geschuldet. Noch ist die mRNA-Technologie nicht für den Kampf gegen andere Krankheiten, allen voran Krebs, erprobt und zugelassen; selbst das Anpassen der Vakzine an neue Corona-Varianten dauert bereits deutlich länger als der Zeitraum vom Auftreten von Corona bis zur ersten Verimpfung. Daher ist es wenig überraschend, dass die Prognosen für Umsatz und Gewinn nach unten zeigen: Das Geschäftsvolumen soll sich – nach gegenwärtigem Stand – bis 2024 etwa dritteln, beim Gewinn sieht es noch schlechter aus.

 

Konjunkturelle Verwerfungen

Anders bei der Merck KGaA. Der Dax-Konzern – nicht zu verwechseln mit der amerikanischen Merck & Co. – dürfte sein Ergebnis in den nächsten Jahren kontinuierlich steigern. Analyst Richard Vosser von JP Morgan rechnet bereits für 2022 mit einer Aufwärtsrevision des Pharma-Riesens. Schon jetzt ist aus dem Umfeld der Darmstädter zu hören, die Geschäfte liefen hervorragend. Trüben könnte die positive Entwicklung die schwache konjunkturelle Entwicklung; die habe, meint etwa Bernstein Research, bei der Merck KGaA einen stärkeren Einfluss als auf andere Pharma-Werte.

Geografisch gut diversifiziert zeigt sich Nissan Chemical. Die beiden wichtigsten Standbeine der Japaner sind Beschichtungsmaterialien für die Herstellung von elektronischen Produkten sowie agrochemische Erzeugnisse wie Düngemittel und Herbizide. Beide Sparten dürften nur gering von den aktuellen Verwerfungen betroffen sein; vielmehr benötigt die Landwirtschaft trotz Bio-Trend tendenziell mehr chemische Unterstützung, die Nachfrage nach Halbleitern und Displays dürfte ebenfalls hoch bleiben. Die Prognosen scheinen gut: Der Umsatz soll in den nächsten vier Jahren kontinuierlich um insgesamt fast 16 Prozent steigen, der Gewinn könnte im gleichen Zeitraum sogar um mehr als 26 Prozent klettern. Vorsicht: Investments in das japanische Unternehmen bergen – wie der Handel mit US-Titeln und anderen Werten außerhalb des Euro-Raums – neben dem allgemeinen Kursrisiko ein Währungsrisiko.

Rationale Anlagen

Innovativ zeigt sich auch der deutsche Großküchenausstatter Rational. Das muss er auch sein, denn die drohende Energiekrise und das rezessive Umfeld sowie weitere mögliche Pandemie-Wellen könnten das Geschäft der Bayern deutlich belasten. Wie unterschiedlich selbst Profis das Geschäft der Landsberger beurteilen, wird an den Kurszielen deutlich, die Banken ausgegeben haben: Während die kanadische RBC die Rational-Aktien jüngst mit „underperform“ und einem „fairen Wert“ von 500 Euro taxierte, nannte die Berenberg Bank wenige Wochen zuvor 1055 Euro angemessen, bekräftigte die Einstufung „Buy“ und notierte, der Markt unterschätze nach wie vor das Wachstumspotenzial des Profiküchenausrüsters. Auf jeden Fall dürften die Titel nach der Erholungsrally im Juli einen genaueren Blick wert sein.

Zuletzt lief es nicht allzu gut für die Investierenden des amerikanischen Leuchtdioden-Herstellers Universal Display. In der Erholungsphase im Juli konnte die Aktie nur einen Teil der Verluste ausgleichen, die sie zuvor eingespielt hatte. Aber: Analystinnen und Analysten rechnen fürs laufende Quartal mit einem deutlichen Umsatzplus von fast 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, der Gewinn könnte sogar um 22,4 Prozent zulegen. Dieser Trend soll sich den Prognosen zufolge auch im Gesamtjahr widerspiegeln (Umsatz: plus 15,8 Prozent auf 640,8 Millionen Dollar, entspricht 628 Millionen Euro; Gewinn: plus 18,3 Prozent). Der Anlageberater The Motley Fool zählte die Universal-Display-Titel kürzlich zu den „Vier Wachstumsaktien zum Kaufen und Halten für immer“. Grund: Die OLED-Produkte der Amerikaner würden vor allem in immer größeren und bildschärferen Fernsehern gebraucht. Und das Unternehmen selbst sieht sich am Anfang eines langfristigen Wachstumsmarkts. Doch um diesen für sich nutzen zu können, müssten die Innovationsanstrengungen hoch bleiben.

Direkte Investments

Wer Innovationen und Patente als Anlagethema für sich entdecken möchte, muss auf einzelne Firmen setzen: Bislang gibt es keine attraktiven Fondslösungen in diesem Bereich. Noch früher dabei sind Anlegende, die sich unter den Firmen umschauen, die innovativ sind und einen Börsengang erst anstreben. Doch dazu heißt es: Tief eintauchen in die geheimnisvolle Welt der Patentschriften und Innovationsinvestitionen.

Investment-Beispiele Aktien:

Name Aktueller Kurs KGV*(2022) Gewinn/Aktie (2022**) Dividende (2022**) Dividendenrendite (2022**)
Biontech 163,55 € 4,5 36,20 €

0,00 €

0,0 %

Merck KGaA 184,10 € 21,8 8,48 €

1,99 €

1,1 %
Nissan Chemical Industries

49,45 €

23,9

2,10 €

1,17 € 2,3 %
Rational 638,00 € 52,1

13,00 €

8,94 € 1,3 %
Universal Display 112,60 €

25,8

4,39 € 1,16 € 1,0 %

*KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis; ** Prognose; Fremdwährungen umgerechnet in Euro; Stand: 4.8.2022

Autor: Kai Makus
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