Ihre Finanzen im Juli

Mehr wissen, mehr sparen

Juli 2026

Schnelle Steuererklärung, weniger Ticketsteuer, Zollgebühren beim Onlineshopping und Recht auf Reparatur: Was Sie wissen müssen.

Inhaltsverzeichnis
  1. Steuererklärung per Smartphone – ein Klick reicht
  2. Fliegen wird etwas günstiger – zumindest auf dem Papier
  3. Zollgebühr: Online-Bestellungen aus Nicht-EU-Ländern werden teurer
  4. EU stärkt Anspruch auf Reparatur von Elektrogeräten
  5. Mehr Geld für Rentnerinnen und Rentner
  6. Bürgergeld wird zum "Grundsicherungsgeld"
  7. Altenpflege: Mindestlohn zieht erstmals in diesem Jahr an
  8. Podcast: Die EZB liefert – wird sie das auch weiterhin tun?

Steuererklärung per Smartphone – ein Klick reicht

Millionen Steuerzahlende könnten den jährlichen Papierkram bald hinter sich lassen. Ab dem 1. Juli steht die Ein-Klick-Steuererklärung via App bundesweit bereit – zunächst für rund 11,5 Millionen Berechtigte. Angesprochen sind vor allem alleinstehende Arbeitnehmende ohne Kinder sowie Menschen in Rente oder Pension. Wer die App „MeinElster+" nutzt, findet dort eine bereits vom Finanzamt vorausgefüllte Erklärung auf Basis der behördlich gespeicherten Daten für das Jahr 2025 – ergänzt um eine Vorschau auf den zu erwartenden Steuerbescheid. Stimmen die Angaben, lässt sich die Erklärung mit einem einzigen Klick absenden. Wer Änderungen vornehmen möchte, kann die Daten vorher bearbeiten.

Gut zu wissen: Wann die Steuererklärung 2025 beim Finanzamt sein muss
Wer seine Steuererklärung für das Jahr 2025 selbst einreicht, hat bis zum 31. Juli 2026 Zeit. Wer dabei professionelle Steuerberatung in Anspruch nimmt, bekommt deutlich mehr Spielraum: In diesem Fall verlängert sich die Abgabefrist bis zum 30. April 2027.

Fliegen wird etwas günstiger – zumindest auf dem Papier

Wer ab Juli von einem deutschen Flughafen abhebt, zahlt eine geringere Ticketsteuer. Das entsprechende Gesetz passierte den Bundestag im Mai. Die Entlastung fällt je nach Reiseziel unterschiedlich aus: Kurzstreckenreisende zahlen künftig 13,03 statt 15,53 Euro, auf Mittelstrecken sinkt die Abgabe von 39,34 auf 33,01 Euro und auf Langstrecken von 70,83 auf 59,43 Euro – eine Ersparnis von bis zu 11,40 Euro.

Ob davon tatsächlich etwas beim Reisenden ankommt, ist allerdings offen. Angesichts der zuletzt stark gestiegenen Kerosinpreise ist es keineswegs sicher, dass die Airlines die geringere Steuer als Preissenkung weitergeben.

Zollgebühr: Online-Bestellungen aus Nicht-EU-Ländern werden teurer

Wer Waren wie Kopfhörer, Kleidung oder Schmuck über Online-Plattformen aus Ländern außerhalb der Europäischen Union (EU) bestellt, muss ab dem 1. Juli tiefer in die Tasche greifen. Für Sendungen mit einem Warenwert unter 150 Euro gilt dann eine pauschale Zollgebühr von 3 Euro je Produktkategorie – zusätzlich zur ohnehin anfallenden Einfuhrumsatzsteuer. Darauf weist die Verbraucherzentrale Berlin hin.

Hinzu kommen unter Umständen weitere Servicepauschalen von Paketdienstleistern für die Zollanmeldung. Das Ergebnis: Gerade bei Billigartikeln rechnet sich die Bestellung im Nicht-EU-Ausland kaum noch. Die Verbraucherschützer zeigen das an einem konkreten Beispiel: Eine Handyhülle für 7 Euro kann am Ende knapp 20 Euro kosten. Wer hingegen innerhalb der EU einkauft, zahlt grundsätzlich keine zusätzlichen Steuern oder Zölle – mit Ausnahme

EU stärkt Anspruch auf Reparatur von Elektrogeräten

Smartphones, Waschmaschinen, E-Bikes & Co.: Für eine Reihe technischer Geräte soll es künftig ein einklagbares Recht auf Reparatur geben. Hintergrund ist eine EU-Richtlinie (2024/1799), die alle Mitgliedstaaten bis spätestens zum 31. Juli in nationales Recht umsetzen müssen. Laut Gesetzentwurf der Bundesregierung werden Hersteller verpflichtet, betroffene Geräte über mehrere Jahre zu einem fairen Preis reparieren zu lassen. Ziel ist es, das vorzeitige Wegwerfen noch funktionsfähiger Produkte zu verringern und nachhaltiges Konsumverhalten zu fördern.

Mehr Geld für Rentnerinnen und Rentner

Über 21 Millionen Menschen in Deutschland erhalten ab Juli höhere Rentenzahlungen. Der Anstieg beträgt 4,24 Prozent. Wer monatlich rund 1.000 Euro Rente bezieht, hat damit etwa 42 Euro mehr zur Verfügung. Grundlage der jährlichen Anpassung ist die allgemeine Lohnentwicklung.

Bürgergeld wird zum "Grundsicherungsgeld"

Die Sozialleistung für Langzeitarbeitslose bekommt einen neuen Namen: Aus dem Bürgergeld wird das Grundsicherungsgeld. An der Höhe der Zahlungen ändert sich zunächst nichts. Wohl aber an manchen Bedingungen: Die Regelungen für Sanktionen werden verschärft, bis hin zur vollständigen Streichung der Leistung.

Ebenfalls weggefallen ist die bisherige Karenzzeit, in der Leistungsbeziehende höhere Vermögensgrenzen in Anspruch nehmen durften. Wer über Ersparnisse oberhalb der festgelegten Freibeträge verfügt, muss diese nun zunächst für den eigenen Lebensunterhalt einsetzen, bevor ein Anspruch auf Grundsicherungsgeld besteht.

Altenpflege: Mindestlohn zieht erstmals in diesem Jahr an

Beschäftigte in der Altenpflege erhalten zum 1. Juli einen höheren Mindestlohn. Für Pflegehilfskräfte steigt der Stundensatz von 16,10 auf 16,52 Euro. Die Anhebung ist in einer Verordnung der Bundesregierung festgeschrieben und stellt den ersten von mehreren geplanten Erhöhungsschritten dar.

Podcast: Die EZB liefert – wird sie das auch weiterhin tun?

Selten bestand im Vorfeld einer Ratssitzung der Europäischen Zentralbank so breite Einigkeit darüber, was als Ergebnis zu erwarten war. Und die EZB lieferte, was erwartet wurde – nämlich eine Leitzinserhöhung von 25 Basispunkten. Im Gespräch mit Sebastian Franke erläutert Carsten Brzeski die Gründe für diese Entscheidung und wirft einen Blick darauf, was die begleitende Kommunikation für die nähere Zukunft erwarten lässt.

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