Ihre Finanzen im Oktober

Gasumlage kommt, mehr beim Mindestlohn, Minijob und Bafög, Informationen zur Grundsteuer und Corona

Was Sie zur Gasumlage, dem neuen Mindestlohn, Bafög sowie zur Grundsteuer, Corona & Co. wissen müssen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis
  1. Gasumlage für hunderttausende Privathaushalte
  2. Energiepauschale: Aufforderung zur Dateneingabe ist betrügerisch
  3. Energiesparen in Krisenzeiten
  4. Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde
  5. Grenze für Minijobs steigt von 450 auf 520 Euro im Monat
  6. Mehr Geld für Bafög-Empfänger*innen
  7. Fristverlängerung über den 31. Oktober hinaus bei Grundsteuer?
  8. Schutz vor Corona – Das gilt ab Oktober

Gasumlage für hunderttausende Privathaushalte

Ab Oktober müssen hunderttausende Privathaushalte für Gas noch mehr zahlen. Grund ist die staatliche Gasumlage zur Rettung von Versorgern. Die Höhe der Umlage beträgt 2,4 Cent pro Kilowattstunde. Darauf fallen Mehrwertsteuer an. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte zuletzt angekündigt, den Steuersatz auf den Gasverbrauch von bisher 19% auf 7% senken zu wollen. Diese Regelung soll bis Ende März 2024 gelten, also so lange, wie die Gasumlage erhoben wird. Bundestag und Bundesrat müssen der Mehrwertsteuersenkung noch zustimmen. Ob dies noch vor Oktober der Fall sein wird, ist derzeit offen.

Energiepauschale: Aufforderung zur Dateneingabe ist betrügerisch

Haben Sie eine E-Mail erhalten, in deren Ziel-Website Sie Ihre persönlichen Daten eingeben sollen, um Ihren Anspruch auf die Energiepauschale zu überprüfen? Das ist ein Betrugsversuch. Die Auszahlung erfolgt über den Lohn oder das Gehalt. Keine Bank muss dazu Ihre Daten erheben. Beispiele für diese Phishing-Mail finden Sie auf der Seite der Verbraucherzentrale NRW.

Energiesparen in Krisenzeiten

Keine beleuchteten Gebäude und Denkmäler, dunkle Schaufenster zwischen 22 und 6 Uhr, abgeschaltete Werbeanlagen – in Deutschlands Städten geht ab September an vielen Stellen phasenweise das Licht aus. Grund sind Energiesparmaßnahmen. Das Bundeskabinett hat unlängst eine entsprechende Verordnung beschlossen. Danach darf die Temperatur in öffentlichen Gebäuden nur noch maximal 19 Grad Celsius betragen. Diese und eine Reihe anderer Vorgaben gelten voraussichtlich sechs Monate.

Privatleute dürfen

  • ihre Pools nicht mehr mit Gas und Strom heizen und
  • Regelungen in Mietverträgen über eine bestimmte Mindesttemperatur in Räumen haben vorübergehend keine Gültigkeit.

Eine zweite vom Bundeskabinett beschlossene Verordnung soll am 1. Oktober in Kraft treten – hierfür ist noch die Zustimmung des Bundesrates nötig. Es geht um öffentliche, private und Firmengebäude. Vorgesehen ist unter anderem die Pflicht, Gasheizungen jährlich zu prüfen. Die Anlagen sind etwa auf niedrigere Vorlauftemperaturen und eine Absenkung während der Nacht einzustellen. Zu den weiteren Vorgaben zählt unter anderem, dass ineffiziente, ungesteuerte Heizungspumpen in Gebäuden mit Erdgasheizung auszutauschen sind – sie gelten als Energiefresser.

Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde

Millionen von Beschäftigten in Deutschland bekommen ab 1. Oktober höhere Löhne. Nach dem Bundestag stimmte auch der Bundesrat dem Vorhaben zu, den gesetzlichen Mindestlohn auf 12 Euro je Stunde zu erhöhen. Derzeit beträgt der Mindestlohn 10,45 Euro. Betroffen von der Erhöhung sind nach einem Gesetzentwurf der Bundesregierung etwa 6,2 Millionen Arbeitnehmer*innen. Später soll nicht der Gesetzgeber, sondern wieder wie üblich die Mindestlohnkommission aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern den Mindestlohn erhöhen. Die nächste Anpassung gibt es voraussichtlich zum 1. Januar 2024.

Grenze für Minijobs steigt von 450 auf 520 Euro im Monat

Die Einkommensgrenze für Minijobs erhöht sich ab 1. Oktober von 450 auf 520 Euro. Bis zu dieser Grenze fallen auf die Monatsverdienste weder Steuern noch Sozialabgaben an. Diese Verdienstgrenze ist dynamisch und orientiert sich am Mindestlohn. Fragen und Antworten zu dem Thema finden sich auf der Website der Minijob-Zentrale.

Mehr Geld für Bafög-Empfänger*innen

Wer studiert und Bafög bezieht, bekommt zum Wintersemester – es beginnt in aller Regel im Oktober – mehr Geld. Die Bafög-Sätze steigen um knapp sechs Prozent. Außerdem gibt es eine deutliche Erhöhung von Freibeträgen und Schonvermögen, dadurch soll sich der Kreis der Bafög-Berechtigten erhöhen. Im Einzelnen gilt:

  • Für Studierende steigt der Fördersatz von 427 auf 452 Euro im Monat.
  • Wer nicht mehr bei den Eltern wohnt, bekommt 35 Euro mehr für die Miete – und zwar 360 Euro.
  • Für die Heizperiode 2021/2022 gibt es einen einmaligen Heizkostenzuschuss von 230 Euro. Anspruch darauf haben alle, die zwischen Oktober 2021 und März 2022 mindestens einen Monat lang Bafög bezogen haben.
  • Pro Monat sind 2.415 Euro des elterlichen Einkommens anrechnungsfrei, ein Plus von 20,75% gegenüber der bisherigen Regelung.
  • Bafög-Antragsteller*innen können, wenn sie unter 30 sind, ein Vermögen von 15.000 Euro haben, ab 30 darf das Vermögen 45.000 Euro betragen.

Übrigens: Schüler*innen (sie profitieren seit Schuljahresbeginn von mehr Geld) und Azubis bekommen ebenfalls einen höheren Bafög-Satz, und zwar 632 Euro.

Fristverlängerung über den 31. Oktober hinaus bei Grundsteuer?

Sind Sie Eigentümer*in einer Immobilie oder eines Grundstücks und haben schon eine Sondersteuererklärung in Sachen Grundsteuer beim Finanzamt eingereicht? Dafür haben Sie bis zum 31. Oktober Zeit. Möglicherweise verlängert die Bundesregierung noch die Frist, darüber jedenfalls denkt Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) nach. Grund sind zahlreiche Beschwerden von Eigentümer*innen und Steuerberater*innen. Ab 2025 soll die neue Grundsteuer für rund 36 Millionen Wohnhäuser, Grundstücke und Nicht-Wohngebäude in Deutschland greifen. Dafür sind die Grundstücke neu zu bewerten. Basis hierfür sind Daten, die Eigentümer*innen seit 1. Juli einreichen können. Mitte Juli war es zu technischen Schwierigkeiten bei der Steuerplattform Elster gekommen, die kurzzeitig nicht erreichbar war. Nicht zuletzt daraus resultiert die Forderung nach einer längeren Abgabefrist über den 31. Oktober hinaus.

Schutz vor Corona – Das gilt ab Oktober

Fachleute schließen nicht aus, dass es im Herbst zu einer neuen Corona-Welle kommen könnte. Die Bundesregierung hat daher wieder schärfere staatliche Eingriffsmöglichkeiten festgelegt. Die Pläne sehen eine deutschlandweite FFP2-Maskenpflicht in Flugzeugen und Fernzügen vor. Bei Kindern zwischen 6 und 14 Jahren sowie dem Transportpersonal reichen medizinische Masken. Für Kliniken und Pflegeheime ist bundesweit eine Maskenpflicht geplant, dort soll ein Zutritt nur mit negativem Corona-Test möglich sein. Sache der Länder ist es, in der Zeit vom 1. Oktober 2022 bis 7. April 2023 je nach Infektionslage weitere Vorgaben anzuordnen.

  • Homeoffice in Corona-Zeiten? Eine solche Pflicht plant das Bundesarbeitsministerium. Einem ersten Entwurf zufolge ist vorgesehen, Arbeitgeber von Oktober 2022 bis April 2023 wieder dazu zu verpflichten, das Arbeiten von Zuhause aus zu ermöglichen – um das Risiko von Infektionen zu minimieren. Welche Rechte und Pflichten Unternehmer*innen/in Sachen Homeoffice haben.
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