Das sollten Sie zum Zinseszins wissen

Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wer Geld anlegt, möchte, dass es sich mit der Zeit vermehrt – so weit, so klar. Bei Giro-, Spar-, Tages- und Festgeldkonten sowie bei Anleihen und anderen festverzinslichen Wertpapieren funktioniert das über Zinsen. Und wenn man sein Geld längerfristig anlegt, auch über Zinseszinsen: Denn die Zinsen verzinsen sich mit. Dadurch lässt sich Jahr für Jahr mehr Ertrag erreichen.

Was sind eigentlich Zinseszinsen?

Einfach gesagt: die „Zinsen der Zinsen“. Also die auflaufende Zinsen, die dem angelegten Geld bei einer Bank zugeschlagen werden und sich mitverzinsen. Das heißt, es wird nicht nur das eigentliche Kapital verzinst, sondern auch die erneut angelegten Zinsen. Dadurch kommt es zum sogenannten Zinseszinseffekt. Das bedeutet: Man erhält bei einer jährlichen Zinsgutschrift am Ende des ersten Anlagejahres Zinsen auf das Startkapital. Am Ende des zweiten Jahres gibt‘s dann erneut Zinsen: und zwar auf das Anfangskapital und auf den bereits gutgeschriebenen Zins aus dem vorigen Jahr.

Welche Vorteile bieten Zinseszinsen?

Für Anleger*innen bedeuten Zinseszinsen, dass das Kapital von Zinsperiode zu Zinsperiode immer stärker wächst. Denn die Zinsgutschrift für das zu Beginn angelegte Kapital fällt nach jeder Periode höher aus als in der Vorperiode. Daraus ergibt sich ein exponentielles Wachstum – ohne dass Sie zusätzliches Geld investieren müssen.

Wie profitiere ich am stärksten vom Zinseszinseffekt?

Je höher der Zins der Anlage, desto stärker ist der exponentielle Effekt des Zinseszinses. Das zeigt der folgende Vergleich: Bei einem Zins von 2% hat sich der angelegte Betrag in 35 Jahren verdoppelt, bei 5% bereits in knapp 15 Jahren.

Es gibt noch einen weiteren Faktor, der das Wachstum des Kapitals beschleunigt: Bei einer längeren Laufzeit steigert sich der Wert des eingezahlten Kapitals überproportional. Denn die angesammelten Beträge werden immer wieder verzinst. Wichtig ist also: Frühzeitig mit dem Sparen beginnen, um den Zinseszinseffekt bestmöglich auszuschöpfen.

Im Standardfall wird das Kapital einmal jährlich, üblicherweise am Jahresende, verzinst. Wenn die Zinsgutschrift mehrmals im Jahr erfolgt, zum Beispiel halbjährlich, vierteljährlich oder monatlich, spricht man von unterjähriger Verzinsung. Solche kürzeren Abstände sind vorteilhafter, da der Zinseszins dann öfter wirken kann und die Sparsumme höher ausfällt. Zudem sollte man Anlageangebote mit möglichst geringen oder ohne Kosten nutzen, um einen höheren Endbetrag zu erhalten.

Wie berechnet sich der Zinseszins?

Wer selbst ausrechnen möchte, wie viel Geld nach welcher Zeit bei einem bestimmten Zinssatz anfällt, kann das beispielsweise bequem mit einem speziellen Zinsrechner im Internet tun. Auch komplexere Berechnungen des Zinseszinses, zum Beispiel bei Geldanlagen mit variierenden Zinsen, sind damit möglich.

Welche Zinseszins-Anlagen lassen sich nutzen – trotz geringer Zinserträge?

Wer kein Verlustrisiko beim Sparen eingehen möchte, kann auf Sparbrief, Festgeld oder Tagesgeld setzen. Sie sind „sehr sichere Anlageformen, was sie zu einem zentralen Baustein jeder Geldanlage macht“, so der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV). Grund hierfür ist die gesetzliche Einlagensicherung: Im Falle einer Bankenpleite sind 100.000 Euro pro Bank und Kunde geschützt. Ein Tagesgeldkonto – das Sie auch bei uns eröffnen können – bietet sich vor allem an, wenn der Sparbetrag jederzeit ohne Kündigungsfrist wieder verfügbar sein soll. Dabei legt man sein Geld ohne feste Laufzeit zu einem variablen Zinssatz an – anders als beim Festgeld, bei dem der Zins für die gewählte Anlagedauer festgeschrieben ist. Egal, ob man für einen Urlaub spart, seinem Kind einen Führerschein finanzieren möchte oder einfach einen Notgroschen parken will: Das Tagesgeldkonto ist flexibel wie ein Girokonto, weil sich jederzeit Geld ein- und auszahlen lässt. Alles, was man auf diese klassische Weise anlegt, gibt‘s auch zurück – plus Zinserträge. Die Zinsen sind allerdings schon seit längerer Zeit recht gering, so dass der Zinseszins in dieser Phase kaum zum Tragen kam, aber nun steigen sie zumindest etwas. Die Entwicklung begann, kurz bevor die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins im Juli 2022 erstmals seit elf Jahren angehoben hat. Infolge der Zinswende schaffen immer mehr Banken und Sparkassen Strafzinsen beziehungsweise Verwahrentgelte ab und erhöhen die Zinssätze für Geld auf Konten – wenn auch nur leicht.

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