Mobilfunktarife

Tarife mit oder ohne Handy – Was rechnet sich wirklich? | 14.10.2020

Geld, das von Himmel fällt?

Der alte Mobilfunkvertrag läuft aus, ein neuer steht an. Nicht selten lockt der Anbieter nun mit einem neuen Handy oder Smartphone. Doch rechnet sich ein solches Paket? Nicht immer! Worauf Verbraucher achten sollten, wenn sie die Konditionen überprüfen.

Ein neuer Mobilfunkvertrag plus ein schickes neues Handy oder Smartphone - solche Angebote gibt es immer wieder. Was auf den ersten Blick finanziell attraktiv klingt, sollten Verbraucher in jedem Fall kritisch in Augenschein nehmen. Und, wie immer vor einem Kauf, die Angebote mehrerer Anbieter miteinander vergleichen.

  • Wer finanziell nicht in der Lage oder bereit ist, den Preis für ein neues Mobiltelefon in einer Summe zu zahlen, für den kann sich ein Vertrag mit Handy unter Umständen rechnen.
  • Die Stiftung Warentest bilanzierte nach einem Vergleich von Mobilfunktarifen: Viele Smartphones sind zusammen mit einem Vertrag günstiger zu haben als beim Einzelkauf im Laden oder Buchung des gleichen Vertrags ohne Telefon. Das funktioniert aber nur, wenn der Kunde den Mobilfunkvertrag nach Ablauf der zweijährigen Mindestlaufzeit kündigt und somit auch die Ratenzahlung für das Smartphone beendet. Ansonsten werden die Raten für mindestens ein weiteres Jahr fällig.

Ein Vertrag ohne Handy?

Mobilfunk-Verträge ohne ein neues Handy - oft locken Anbieter dabei mit Rabattaktionen. Aber auch hier gilt: Augen auf.

  • Der „Aktions-Preis“ ist nicht selten lediglich in den ersten sechs oder zwölf Monaten der zweijährigen Mindestvertragslaufzeit gültig. Danach fallen deutlich höhere Kosten an. Daher immer das Kleingedruckte lesen, denn da finden sich Hinweise, wie sich die Preise gestalten.
  • Das Magazin „c’t“ rät: sich bloß nicht unter Zugzwang setzen lassen von Rabattaktionen, die es angeblich nur noch für kurze Zeit gibt. Nicht selten wirbt der gleiche Anbieter am Ende der Angebotsfrist mit einer neuen Aktion, die gleiche oder vielleicht sogar noch günstigere Konditionen in Aussicht stellt.
  • Vorsicht, Augenwischerei: Statt einen monatlichen Tarif von beispielsweise 24,99 Euro zu nennen, bieten Anbieter ihrer Kundschaft einen Preis von 29,99 Euro und einen Nachlass von 5 Euro. Damit will man Kunden das Gefühl vermitteln, ein „Schnäppchen“ zu machen.

Mobilfunkvertrag am besten online abschließen

Generell raten Experten davon ab, einen Mobilfunkvertrag etwa im Handyshop oder im Elektronikmarkt zu unterschreiben. Einer der Vorteile, wenn Verbraucher beim Anbieter online bestellen: Kunden können an ihrem Rechner alle Vertragsdetails in Ruhe sorgfältig überprüfen.

  • Vergleichen Sie immer alle einmaligen und laufenden Kosten eines Tarifs im Detail. Allerdings finden Sie diese auf den Webseiten vieler Mobilfunkanbieter oft nicht auf Anhieb. Häufig sind solche Infos erst in der Zusammenfassung einer Bestellung aufgelistet. Um Preise von Anbietern vergleichen zu können, empfiehlt es sich daher, einen Bestellprozess zu beginnen und sich bis zur Zusammenfassung der Kosten durchzuklicken – bevor Sie Ihre persönlichen Daten eingeben.

Internet-Flatrate kann dazu gebucht werden

Machen Sie sich klar, wie oft und wofür Sie Ihr Handy tatsächlich benötigen. Nach Angaben von Verbraucherschützern ist es häufig auch möglich, zu einem bereits bestehenden Vertrag eine Internet-Flatrate hinzu zu buchen. Handytarife im Vergleich finden Sie zum Beispiel hier.

Weitere Tipps:

  • Tarife, die monatlich kündbar sind, können sich lohnen – damit sind Sie flexibler. Oft sind sie im Monat nicht teurer als solche mit zweijähriger Laufzeit, der Leistungsumfang ist der gleiche.
  • Für alle, die ihre Handy-Kosten gut unter Kontrolle haben möchten, kann ein Prepaid-Tarif von Vorteil sein. Bei einem Prepaid-Tarif lädt der Nutzer für einen bestimmten Betrag ein Guthaben auf sein Gerät. Ein solcher Tarif ist empfehlenswert, wenn der Nutzer das Handy nur dann und wann braucht.
  • Achtung bei Flatrates: Bei einer Flatrate handelt es sich um einen Pauschalpreis für die Nutzung eines Handys oder Smartphones. Einige Flatrates gelten aber nicht für Anrufe in fremde Mobilfunknetze, dafür werden Minutenpreise verlangt. Prüfen Sie daher Ihr Flatrate-Angebot sehr genau

Übrigens: Mobilfunkverträge werden derzeit oftmals für zwei Jahre abgeschlossen. Wer vergisst, rechtzeitig zu kündigen, zahlt häufig ein Jahr lang weiter. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht ist das ein Dorn im Auge. Nach einem Gesetzentwurf, den sie vorgelegt hat, sollen Verträge mit Mobilfunkunternehmen, aber auch mit Internetprovidern, Fitnessstudios oder Partnervermittlungen künftig nur noch eine Laufzeit von maximal einem Jahr haben dürfen. Eine automatische Verlängerung soll nur noch um drei Monate erlaubt sein. Wer versäumt hat, den Vertrag zu kündigen, soll das mit einer Kündigungsfrist von einem Monat nachholen können. Sollte das Gesetz alle parlamentarischen Hürden nehmen, könnte es Mitte 2021 in Kraft treten.
 
(Stand: 12. Oktober 2020)

Autor: ING


Ihre Meinung

Kommentare (4)


Kommentare

Kerstin Schierack

19.10.2020

Hallo Eure Verbraucherinfos sind sehr gut und ich lese mir immer wieder gern in Kürze zusammengefasstes durch. Bin damit sehr zufrieden.

Danke


Repschies-Ahlert

19.10.2020

Ich finde die Ing Infos sehr gut.
Habe schon einige Informationen gut gebrauchen können.


Kai Drache

18.10.2020

Ich halte Kombipakete von neuem Handy und Tarif in der Regel nur für eine schlechte Form von Ratenkredit. Sollte tatsächlich jemand glauben, dass der Anbieter etwas verschenkt, wurde das grundlegende Prinzip dahinter nicht verstanden.

Ich zahle momentan für einen mehr als ausreichenden Tarif rund 8€ im Monat, dazu kommt ein Mittelklasse Handy für gut 170€. Dann sind noch 35€ Abschlussgebühr fällig geworden, dafür kann ich monatlich meinen Tarif kündigen, sollte das einmal notwendig sein.

Wendet man die Zahlen auf einen 24 Monatsvertrag an, dann ergeben sich rund 16,55€ pro Monate.

Arbeitskollegen von mir zahlen teilweise 40€ und mehr pro Monat, nur weil sie das neueste Modell mit Birne haben "müssen". Wer meint es zahlen zu müssen.....


Johannes Tüxe

18.10.2020

Sehr beachtenswerte verbraucherfreundliche Informationen. Danke