Altersvorsorge mit Wertpapieren
Auch mit kleinen Beträgen funktioniert es
Keine Frage: Private Altersvorsorge bleibt wichtig. Wer im Ruhestand finanziell gut aufgestellt sein möchte, sollte sich nicht allein auf die gesetzliche Rente verlassen. Eine beliebte Vorsorgeform ist die eigene und selbstgenutzte Immobilie. Der Gedanke dabei: Spätestens bis zum Renteneintritt ist der Kredit fürs Haus abbezahlt, im Alter ist dann quasi „freies Wohnen“ möglich.
Doch bei Berufstätigen in Deutschland ist das Vertrauen ins Eigenheim als private Altersvorsorge offenbar gesunken. Das zeigt eine HDI‑Befragung aus dem Jahr 2025: Während die eigenen vier Wände 2020 noch bei 51 % der Beschäftigten das höchste Vertrauen genossen, sind es inzwischen nur noch 44 %.
Vertrauenswürdige Vorsorgeformen – Auch Aktien und Fonds darunter
Der HDI‑Umfrage zufolge bleibt das Eigenheim trotz rückläufiger Werte auf Platz eins – gefolgt von „Wertpapiere wie Aktien, Fonds, Anleihen (in der Regel börsennotiert)".
Eigenheim: 44 %
Wertpapiere: 28 %
Private Lebens- oder Rentenversicherung: 21 %
Spareinlagen: 20%
Betriebsrente: 19 %
Vermietete Immobilien: 19%
Bargeld: 17 %
Bei der Umfrage waren Mehrfachnennungen möglich.
Möglichst früh fürs Alter sparen
Egal, für welche Form der privaten Altersvorsorge Sie sich entscheiden: Starten Sie möglichst früh. Denn wer früh Rücklagen bildet, profitiert länger vom Zinseszinseffekt. Wie wichtig zusätzliche Vorsorge bleibt, zeigen die aktuellen Entwicklungen: Das Vertrauen in klassische Modelle wie die gesetzliche Rente nimmt weiter ab, während Wertpapiere stärker an Bedeutung gewinnen.
Tipp: Die Deutsche Rentenversicherung berät unabhängig und kostenlos zu Rente, Rehabilitation und zusätzlicher Altersvorsorge.
Mit Aktien für den Ruhestand vorsorgen
Für eine Geldanlage in der privaten Altersvorsorge auf Basis von Aktien wirbt auch der Verbraucherschutz. Wer den Lebensstandard im Ruhestand halten will, bleibt „auf eine Zusatzvorsorge über den Kapitalmarkt angewiesen“, sagte Klaus Müller, damals Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), 2021. Wer langfristig und breit gestreut in Aktien investiert, kann kurzfristige Schwankungen besser einordnen und länger aussitzen.
Was für ETFs spricht
Wer in Aktien investieren möchte, kann entweder aktiv gemanagte Aktienfonds oder passiv gemanagte ETFs nutzen.
Ein ETF („Exchange Traded Fund“) ist ein börsengehandelter Fonds und damit eine Art „Warenkorb“ aus vielen verschiedenen Wertpapieren, den man wie eine einzelne Aktie an der Börse kaufen und verkaufen kann.
Je nach Index kann ein ETF viele Werte bündeln. Besonders breit gestreute Aktien‑ETFs verteilen das Risiko über viele Unternehmen, Länder und Branchen. Das macht die Geldanlage für den Einstieg oft überschaubarer. Weil ETFs einen Index häufig passiv nachbilden und kein aktives Management benötigen, sind sie in der Regel günstiger als viele klassische Fonds.
Verbraucherzentrale und BaFin weisen darauf hin, dass bei passiven ETFs meist niedrigere laufende Kosten anfallen als bei aktiv gemanagten Fonds. Ausgabeaufschläge entfallen beim Börsenkauf in der Regel, Order- und Produktkosten können aber trotzdem anfallen. Wichtig bleibt: ETFs schwanken im Wert und sind nicht für jedes Anlageziel geeignet. Informieren Sie sich vor dem Kauf über Chancen, Risiken und Kosten. Fachleute empfehlen bei der Altersvorsorge generell, das Risiko breit zu streuen – also nicht alles in ein einziges Produkt zu investieren. Wer dennoch einen Teil seines Geldes in aktiv gemanagte Fonds stecken möchte, sollte besonders auf die Kosten achten. In unserer Wertpapiersuche lassen sich zu ETFs und Fonds alle wichtigen Merkmale wie Kosten und Zusammensetzung vergleichen. Und das Beste: Für den Einstieg in die Altersvorsorge mit Wertpapieren müssen Sie nicht viel Geld aufbringen – selbst kleine monatliche Beträge reichen aus, um einen ETF‑, Fonds‑ oder Aktiensparplan zu beginnen.
Hinweis: Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Entwicklungen. Kapitalanlagen in Wertpapieren sind mit Risiken verbunden und können zu Verlusten führen.