Altersvorsorge für Familien
So profitieren Eltern von Kinderzulage und Altersvorsorgedepot
Zwischen Familie, Beruf und Alltag bleibt für die Altersvorsorge oft wenig Zeit. Das ist ganz normal. Die gute Nachricht: Für den Vermögensaufbau müssen Sie weder Expertin oder Experte sein noch große Beträge sparen. Das Altersvorsorgedepot kann Familien besonders unterstützen.
Neben der staatlichen Förderung erhalten Eltern für jedes Kind eine zusätzliche Kinderzulage. So können schon kleine regelmäßige Beiträge dabei helfen, langfristig Vermögen fürs Alter aufzubauen. Erfahren Sie, wie die Förderung für Familien funktioniert, wie hoch die Kinderzulage ausfallen kann und worauf Eltern bei der Altersvorsorge achten sollten.
Wie funktioniert das Altersvorsorgedepot für Eltern?
Ein spezielles „Eltern-Depot“ gibt es nicht. Jeder förderberechtigte Elternteil schließt sein eigenes Altersvorsorgedepot ab. Die eigenen Beiträge und die staatlichen Zulagen fließen dann in die Kapitalanlage, beispielsweise in Fonds, ETFs oder bestimmte Anleihen.
Die Förderung setzt sich aus zwei Bausteinen zusammen.
- Da ist zunächst die Grundzulage: Für die ersten 360 Euro Eigenbeitrag im Jahr gibt der Staat 50 Cent pro eingezahlten Euro dazu, für weitere Beiträge bis 1.800 Euro noch einmal 25 Cent pro Euro. So kann die Grundzulage bis zu 540 Euro im Jahr betragen.
- Obendrauf kommt für Eltern die sogenannte Kinderzulage: Pro eingezahlten Euro gibt es einen weiteren Euro vom Staat, maximal jedoch 300 Euro pro Jahr und Kind. Mit einem Eigenbeitrag von 25 Euro im Monat beziehungsweise 300 Euro im Jahr sind bereits 150 Euro Grundzulage und die volle Kinderzulage von 300 Euro möglich.
Wichtig zu wissen: Die Kinderzulage fließt nicht in ein eigenes Depot des Kindes, sondern in das Altersvorsorgedepot eines Elternteils. Bei mehreren Kindern lässt sich die Zuordnung aufteilen. Jedes Kind wird allerdings nur einmal gefördert.
Lohnt sich ein Altersvorsorgedepot für Familien?
Für Familien kann das Altersvorsorgedepot besonders interessant sein, weil Grund- und Kinderzulagen zusammenkommen. Ein Beispiel:
- Zahlt ein Elternteil 25 Euro im Monat beziehungsweise 300 Euro im Jahr ein, erhält er oder sie 150 Euro Grundzulage.
- Bei einem Kind kommen weitere 300 Euro Kinderzulage hinzu. Insgesamt fließen somit 750 Euro in das Depot.
- Bei zwei Kindern erhöht sich die Kinderzulage auf 600 Euro. Aus einem Eigenbeitrag von 300 Euro können somit zusammen mit der Grundzulage insgesamt 1.050 Euro für die Altersvorsorge werden.
Gerade dieser hohe Zulagenanteil macht das Depot für Familien attraktiv – ein großer Teil des Kapitals kommt vom Staat und nicht aus der eigenen Tasche.
Können beide Elternteile eine Förderung erhalten?
Ja, wenn beide Elternteile selbst förderberechtigt sind und jeweils einen eigenen Vertrag haben, können sie beide eine Grundzulage erhalten. Deren Höhe richtet sich nach dem jeweiligen Eigenbeitrag. Grundsätzlich sind mindestens 120 Euro Einzahlung pro Person und Jahr erforderlich.
Ist nur ein Elternteil direkt förderberechtigt? Dann kann auch der andere Elternteil staatliche Zulagen erhalten. Voraussetzung ist ein eigener Vertrag, eine Einzahlung von mindestens 120 Euro pro Jahr und dass Sie als Paar zusammenleben. Die Zulage kann bis zu 175 Euro pro Jahr betragen.
Die Kinderzulage gibt es jedoch nur einmal für jedes Kind. Sie wird dem Vertrag eines Elternteils gutgeschrieben. Bei mehreren Kindern können die Zulagen auch auf beide Verträge verteilt werden, beispielsweise ein Kind auf das Depot der Mutter und ein weiteres auf das Depot des Vaters.
Was ist für Familien besser: Riester oder Altersvorsorgedepot?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern hängt von der konkreten Sparrate ab. Beim alten Riester-Modell gab es eine feste Kinderzulage von 300 Euro pro Kind (185 Euro für vor 2008 geborene Kinder). Diese wurde jedoch nur in voller Höhe ausgezahlt, wenn ein bestimmter, einkommensabhängiger Mindesteigenbeitrag geleistet wurde. Wer weniger eingezahlt hat, bekam die Zulage nur anteilig.
Beim neuen Altersvorsorgedepot ist die Rechnung einfacher. Die volle Kinderzulage von 300 Euro pro Kind ist bereits ab einem Eigenbeitrag von 300 Euro im Jahr erreichbar – unabhängig vom Einkommen. Für Familien mit kleineren oder mittleren Sparbeträgen ist das neue System deshalb oft attraktiver und transparenter. Hinzu kommen die höheren Renditechancen des Altersvorsorgedepots – allerdings ohne Beitragsgarantie und somit mit dem Risiko von Wertverlusten.
Bestehende Riester-Verträge können übrigens unverändert weitergeführt werden. Neu abschließen lässt sich ein Riester-Vertrag allerdings nur noch bis Ende 2026 – ab 2027 sind ausschließlich die neuen Altersvorsorgeverträge möglich. Ein Wechsel bestehender Verträge in die neue Förderung ist freiwillig. Zu beachten ist jedoch: Wer einmal in das neue Fördersystem wechselt, kann nicht zur alten Riester-Förderung zurückkehren.
Ist die Frühstart-Rente ein Altersvorsorgedepot für Kinder?
Nicht ganz. Die Frühstart-Rente ist ein eigenes staatliches Förderprogramm. Die Frühstart-Rente richtet sich an Kinder und Jugendliche, das Altersvorsorgedepot an Erwachsene. Während bei der Frühstart-Rente staatliche Einzahlungen im Vordergrund stehen, sparen Erwachsene beim Altersvorsorgedepot selbst und erhalten dafür staatliche Förderung. Mehr Infos zur Frühstartrente finden auf den Seiten des Bundesfinanzministeriums