Investieren und nebenbei kassieren

Ausschüttende ETF bringen Zusatzeinkommen

Geld anlegen und zwischendurch ein Zusatzeinkommen erhalten. Klingt interessant? Dann könnte für Sie ein ausschüttender ETF eine Option sein.

  • Das ist ein ausschüttender ETF: ETF steht für Exchange Traded Funds – also „börsengehandelte Indexfonds“. Ein ETF bildet die Wertentwicklung eines Index wie etwa den deutschen Leitindex DAX ab, er will die gleiche Rendite wie dieser Index erzielen.  Ausschüttend bedeutet, dass Anlegerinnen und Anleger die Erträge beispielsweise in Form von Zinsen und Dividenden regelmäßig erhalten.
  • Das ist ein thesaurierender ETF: In dem Fall werden die Erträge immer wieder reinvestiert. Anlegerinnen und Anleger vermehren so direkt ihr Fondsvermögen. Der Vorteil bei dieser Variante ist eine höhere Rendite in Form des Zinseszinseffektes. Der Effekt ist umso größer, je länger der Zeithorizont ist.

Bei ausschüttenden ETFs landet also regelmäßig Geld auf dem Konto der Anlegerin oder des Anlegers.  Wobei das allerdings keine feste Größe ist. „Die Höhe der Ausschüttungen kann durchaus schwanken“, sagt Prof. Hartmut Walz, Finanzökonom an der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen. Die jeweiligen Summen lassen sich zum Beispiel für Anschaffungen einplanen.

Unterschiedliche Ausschüttungstermine

Bei ausschüttenden ETFs erfolgen die Überweisungen zu unterschiedlichen Terminen, entweder

  • monatlich
  • quartalsweise
  • halbjährlich
  • jährlich

Allerdings nehmen die wenigsten ETFs monatliche Ausschüttungen vor. Einige US-Anbieter offerieren sie. Für Privatanleger*innen sind sie aber nicht so ohne weiteres zu erwerben – und wenn, dann sind sie zumeist eher teuer.

Worauf Sie achten sollten

  • Die Kosten eines ETFs sollten vertretbar sein. „Es gibt verblüffend preiswerte Fonds, bei denen der Kostenanteil bei 0,2 Prozent liegt“, so Prof. Walz.
  • Der Fonds sollte auf einem möglichst breit streuenden Index aufbauen – er sollte möglichst viele Länder und Branchen abdecken.

Welcher Index in Frage kommt

Euro Stoxx 50: Er bietet sich für Privatanleger*innen an, die in Aktien der Eurozone investieren möchten. Der Europe Stoxx 600 ist noch breiter aufgestellt.

MSCI World: Hierbei handelt es sich um den etablierten Index für Aktien aus der gesamten entwickelten Welt.

MSCI Emerging Markets: Wer in Schwellenländer investieren möchte, ist hier richtig.

S&P 500, MSCI USA oder MSCI North America: Für alle interessant, die auf nordamerikanische Aktien setzen möchten

FTSE All World Index: Mit über 3.000 Aktien gibt es eine breite Streuung.

Gewinne aus einem ETF versteuern

Denken Sie daran, dass auf Gewinne aus einem ETF in Form von Dividenden und Kursgewinnen Steuern anfallen. Für alle Kapitalanlagen gibt es einen Freibetrag: Er liegt bei 801 Euro pro Person beziehungsweise 1.602 Euro bei Verheirateten.

Ihrer Fondsgesellschaft müssen Sie gegebenenfalls einen Freistellungsauftrag zuleiten. Für darüber liegende Beträge fällt eine Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent an. Plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Ihre Bank führt diese, in aller Regel, aber automatisch an das Finanzamt ab.

Auch das Fondsvolumen ist wichtig

Achten Sie bei der Auswahl eines ETF auch auf das Fondsvolumen. Laut Verbraucherschützern sollte das in dem Fonds verwaltete Vermögen nicht unter 500 Millionen Euro liegen.

Ist das Volumen geringer, ist das Risiko hoch, dass der Anbieter den Fonds auf kurz oder lang schließt oder ihn in einen anderen Fonds aufgehen lässt. Die mögliche Folge davon ist, dass Sie gegebenenfalls zusätzliche Kosten für die Wiederanlage der Mittel aufbringen müssen.

Abzüge bleiben bei unter 28 Prozent

Auf den Pauschalsatz wird neben dem Soli-Zuschlag auch die Kirchensteuer berechnet. Letztere beträgt je nach Bundesland zwischen acht und neun Prozent. Die Abzüge bleiben bei unter 28 Prozent.

  • Tipp: Klären Sie gegebenenfalls mithilfe eines Steuerberaters, ob ein ausschüttender oder ein thesaurierender ETF steuerlich für Sie von Vorteil ist. Und: Bedenken Sie, dass es unterschiedliche Regelungen zwischen inländischen und ausländischen Fonds gibt.
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