Automatisierungs-Risiko-Index für Jobs

Diese Berufe können Roboter übernehmen

Aus Fabriken kennen wir es bereits seit Langem: Wo früher noch Menschen schraubten, löteten oder sortierten, erledigen heute Maschinen die Arbeit. Mit der Digitalisierung und der Entwicklung von künstlicher Intelligenz geht die Automatisierung nun noch einen Schritt weiter. Zukünftig werden auch Berufe jenseits der Produktion davon betroffen sein – denn intelligente Roboter können manche Dinge effizienter erledigen als der Mensch.

Aussterbende Berufe 2.0

Fachleute sind sich einig, dass der Automatisierung der Fabriken zukünftig die Automatisierung von Büros und anderen Arbeitsplätze folgen wird. „Der Vergleich zur Industriellen Revolution passt ganz gut“, sagt dazu Sebastian Dettmers, der Geschäftsführer der Jobbörse Stepstone in Deutschland. „Viele manuelle Jobs blieben zunächst erhalten, während gleichzeitig der Einsatz von Maschinen voranschritt.“ Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wies bereits 2019 in ihrer Studie „Beschäftigungsausblick – Die Zukunft der Arbeit“ auf die Problematik hin. Jeder fünfte Arbeitsplatz in Deutschland solle demnach durch die Digitalisierung gefährdet sein. Besonders betroffen seien Geringqualifizierte.

Automatisierungsrisiko auch für komplexe Tätigkeiten

Eine Untersuchung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) konnte 2021 belegen, dass der Anteil der Fachkraft-Tätigkeiten, die potenziell schon heute von Computern ausgeführt werden können, in den Jahren 2016 bis 2019 um 4,6 Prozent und bei Tätigkeiten von Spezialisten sogar um 4,8 Prozent gestiegen ist. Es gelte nach wie vor der Grundsatz: „Je höher das Anforderungsniveau im Beruf ist, desto geringer ist der Anteil an automatisierbaren Tätigkeiten“, so Britta Matthes, die beim IAB die Forschungsgruppe Berufe in der Transformation leitet. Allerdings seien die in den vergangenen Jahren marktreif gewordenen Technologien eher darauf ausgerichtet, komplexere Tätigkeiten zu ersetzen. Zum Beispiel solche, in denen es auf kreatives Denken oder kritisches Denken ankommt.

Roboter – Konkurrenz für wen?

Ein Schweizer Forscherteam um den Experten für Künstliche Intelligenz (KI) Dario Floreano, hat sich der Problematik nun ganz systematisch mit dem Fokus auf die einzelnen Berufe angenommen. Anhand des 1.000 verschiedene Berufe umfassenden Verzeichnisses des US-Arbeitsministeriums analysierten sie die Fähigkeiten, die es für jeden einzelnen dieser Berufe braucht. Zum Beispiel müssen

  • Metzger*innen handwerklich geschickt sein, ein gutes Auge sowie Konzentrationsfähigkeit mitbringen
  • Anwält*innen sich gut ausdrücken und Schlussfolgerungen treffen können.

Im zweiten Schritt prüften sie, welche dieser Fähigkeiten auch durch künstliche Intelligenz beziehungsweite Roboter abgedeckt werden können. Daraus schließlich entwickelten sie einen Automatisierungs-Risiko-Index.

Wer auf dem Arbeitsmarkt gewinnt – und wer verliert

Je höher der Index, desto gefährdeter durch Robotisierung ist der Beruf. Einen besonders hohen Wert mit 78% erreichen Schlachter*innen und Fleischwarenhersteller*innen. Als ebenfalls gefährdet stufen die Forscher*innen diese Berufe ein:

  • Kassierer*in
  • Tellerwäscher*in
  • Taxifahrer*in

Auf der eher sicheren Seite befinden sich dagegen:

  • Physiker*innen
  • Chirurg*innen
  • Ärzt*innen
  • Ingenieur*innen
  • Pilot*innen und Fluglots*innen.

Sie sind neugierig, wo Ihr Beruf wohl auf dem Automatisierungs-Risiko-Index steht? Dann können Sie das auf dem von der Gruppe entwickelten Tool herausfinden. Dieses berechnet den Index Ihres Berufs – und schlägt auch gleich drei sicherere Alternativen vor. Vielleicht lohnt sich der Umschulungsaufwand!

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