Fertig mit dem Studium – was nun?

Was für den Berufseinstieg wichtig ist und welche Fristen helfen

Für viele Uni- und Hochschulabsolventen ist die Corona-Krise ein großer Hemmschuh. Dennoch gibt es für junge Menschen diverse Möglichkeiten, der beruflichen Zukunft einen positiven Schubs zu geben.

Nicht nur in Zeiten der Corona-Pandemie gilt: Studierende sollten sich rechtzeitig einen Plan machen und überlegen, wohin ihre berufliche Reise sie führen soll. „Die Jobsuche nach dem Studium wird nicht panisch, wenn schon klar ist, welcher Weg eingeschlagen werden soll“, sagt Jan Bohlken, Chef des Profiling Instituts, einem Beratungsunternehmen für Studierende.

Panik breche häufig bei denjenigen aus, die einfach „nur“ studierten: Wenn das Studium die einzige Qualifikation ist, kann es laut Bohlken „in die Hose gehen“. Wer sein Studium entsprechend plane, werde in der Regel auch weiterhin einen positiven Werdegang einschlagen. „Wer weiß, wo es beruflich hingehen soll, der kann auch bei der Jobsuche selbstbewusst und überzeugend auftreten“, sagt der Experte.

Was zählt, wenn nicht die Abschlussnote?

„Es zählt immer das gesamte Profil - es reicht also nicht, nur ein Studium gut zu absolvieren“, sagt Bohlken. Wer eine schlechte Note im Studium habe, könne diese durch Praxiserfahrung ausgleichen. Schlechter als das Mittelfeld sollte die Note aber dennoch nicht sein.

„Um einen guten Job zu bekommen, gehören mehrere Dinge zusammen”, sagt Oliver Iost, Chef von Studis-Online.de, einem Serviceportal für Studierende und Absolventen. Eine sehr gute Abschlussnote schade natürlich nicht. „Aber wichtig sind – je nach ArbeitgeberIn in unterschiedlicher Gewichtung – auch andere Dinge”, sagt Iost und zählt auf: „Soziale Kompetenzen, Praxiserfahrung, persönliche Ausstrahlung, Flexibilität, Bereitschaft zum Ortswechsel”. Ein runder Gesamteindruck sei wichtiger als punktuell herausragende Leistungen.

„Schon während des Studiums können Studierende Kontakte zu möglichen Arbeitgebern suchen – sei es bei Praktika, Studentenjobs oder bei diversen Firmenkontaktmessen”, rät Iost. Die dabei gewonnenen Kontakte könnten bei der Jobsuche nach dem Studium helfen. „Diese sollten dann auch aktiviert werden!”

Der Countdown vor dem Abschluss

Auf seiner Plattform stellt Iost wichtige Informationen für Studierende zum Berufseinstieg bereit, auch ein konkreter und ausführlicher Zeitplan wird vorgerechnet. Einige Termine und Hinweise aus der Checkliste von Studis-Online:

  • 18 Monate vor Ende des Studiums: Berufsorientierung. Wer noch nicht weiß, in welchem Beruf er künftig arbeiten möchte, sollte sich anderthalb Jahre vor Ende des Studiums Gedanken machen und sich von den geeigneten Stellen beraten lassen.
  • 12 Monate vor Ende des Studiums: Recherchieren. Wer weiß, wo es hingehen soll, sollte über potenzielle Arbeitgeber Recherchen anstellen – und sich dabei auf die Ansprüche und Kriterien konzentrieren, die an Berufseinsteiger gestellt werden.
  • 9 Monate vor Ende des Studiums: Auswahl eingrenzen. Zu diesem Zeitpunkt ist es sinnvoll, das Feld der persönlichen Traumarbeitgeber abzustecken: Studis-Online nennt dafür Fragen wie: „Welche Möglichkeiten gibt es für HochschulabsolventInnen bei der Stelle?” Oder: „Besteht eventuell gar die Möglichkeit auf Förderung eines Masterstudiums durch den Arbeitgeber?”
  • 6 Monate vor Ende des Studiums: Bewerbung vorbereiten. Nun sollten die Bewerbungsunterlagen zusammengestellt werden. Wer eine Stelle ins Auge gefasst hat: Jetzt bewerben!
  • 3 Monate vor Ende des Studiums: Wenn alles gut läuft, liegt eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch vor. Darauf gut vorbereiten! Gleiches gilt natürlich für so genannte Assessment Center.

Außerdem wichtig: Die eigenen Versicherungen checken! Nach dem Studium ändert sich schließlich einiges, erinnert Studis-Online - von der Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkassen über die Privathaftpflicht-Versicherung bis hin zur Hausrat-Versicherung.

Jobsuche in der Corona-Krise deutlich erschwert

Die Corona-Krise sei für Absolventen ein massiver Hemmschuh, die Jobsuche für Berufseinsteiger deutlich erschwert, sagt Bohlken. „Das Problem mit der Corona-Krise ist, dass sie jede Art des Ausweichverhaltens unmöglich macht“ – etwa einen Auslandsaufenthalt, um eine Sprache zu lernen, oder ein Praktikum im Ausland, was bei Arbeitgebern auch gern gesehen sei.

Wie sehen Studierende ihre Chancen in der Corona-Zeit?

Bei einer Befragung des Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY) im Oktober 2020 gingen 42 % der Studierenden wegen der Pandemie von schlechteren Berufsaussichten aus. Außerdem berichtete mehr als ein Viertel (27 %), die Berufspläne wegen der Corona-Krise geändert zu haben. „Die Ergebnisse zeigen, wie belastend die Corona-Pandemie für junge Menschen sein kann”, sagt Oliver Simon, Leiter der Personalabteilung von EY in den deutschsprachigen Ländern.

Zu einem zuversichtlicheren Ergebnis kam die Studie „Fachkraft 2030” der Universität Maastricht und des Personaldienstleisters Studitemps im November 2020. Rund 64 % der Studierenden meinten, gute Jobchancen zu haben, nur 11 % der Befragten aus diversen Studienfächern und -semestern waren skeptisch. Eckhard Köhn, Geschäftsführer von Studitemps: „Die Zahlen belegen, dass Studenten trotz Krise und uns bevorstehender gesellschaftlicher Veränderungen noch optimistischer in die Zukunft blicken als einige Jahre zuvor.”

Autor: ING
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