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Namensänderung & Co.

Das ist nach der Scheidung zu tun

Die Scheidung beim Familiengericht einreichen, in Sachen Unterhalt beraten: Darum kümmert sich der Rechtsanwalt. Nach der Scheidung müssen die früheren Ehegatten aber auch einiges selbst erledigen. Eine Checkliste:

Papiere ändern

Ändert sich nach der Scheidung der Familienname, wird der Personalausweis automatisch ungültig und muss beim Einwohnermeldeamt neu beantragt werden. Kosten von Januar 2021 an: 37 Euro. Ändert sich nach der Scheidung nur die Anschrift, werden keine Gebühren fällig. Wer einen Reisepass benötigt, muss bei Namensänderung einen neuen beantragen. Kosten: 60 oder 82 Euro - je nachdem, ob es ein Pass mit 32 oder 48 Seiten sein soll.

Krankenversicherung nach Scheidung informieren

Die Familienversicherung, also die beitragsfreie Mitversicherung eines Partners in der gesetzlichen Kasse (GKV) des anderen, erlischt für Ehegatten mit dem Tag, an dem die Scheidung rechtskräftig ist. Dann geht die Mitgliedschaft als freiwillige Versicherung weiter. Sie haben die Option, innerhalb von 14 Tagen, nachdem Ihre Kasse Sie auf die Austrittsmöglichkeit hingewiesen hat, Ihren Austritt zu erklären. Das geht aber nur, wenn Sie einen anderweitigen Versicherungsschutz nachweisen.

Sind beide Ex-Partner in der GKV versichert und haben Sie Nachwuchs, können Sie entscheiden, bei welcher Krankenkasse Ihre Kinder nach der Scheidung versichert sind. „Gibt es gemeinsame Kinder und ist einer der Ex-Partner in der GKV, der andere privat versichert, kann der Nachwuchs meist in der gesetzlichen Kasse mitversichert werden“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten.

Arbeitgeber und Finanzamt Bescheid sagen

Arbeitnehmer sollten nach der Scheidung ihren Arbeitgeber und das Finanzamt schriftlich über das Aus der Ehe informieren, damit der Chef und der Fiskus alle Steuern korrekt berechnen können. Im Jahr der Trennung können die Ehegatten noch eine gemeinsame Steuererklärung abgeben. Damit lassen sich die Möglichkeiten des Ehegattensplittings weiter nutzen. Die Steuerklassen ändern sich erst im Kalenderjahr nach der Trennung.

Auto ummelden nach der Scheidung

Bei Wechsel des Eigentümers, Namens- oder Adressänderung müssen die früheren Ehegatten die Fahrzeugpapiere bei der Zulassungsstelle ändern lassen. Die Kosten variieren von Gemeinde zu Gemeinde und liegen zwischen 20 und 30 Euro. Läuft die Autoversicherung auf den Namen des früheren Ehegatten, nimmt er nach der Scheidung auch die Schadenfreiheitsklasse mit.

Riester-Förderung prüfen

Als Geschiedene(r) – jetzt müssen Sie die Zulagenstelle und Riester-Vertragspartner (Bank oder Versicherung) über Ihren neuen Status informieren. Die zuständige Stelle prüft, inwieweit der Geschiedene zulagenberechtigt ist und wenn ja, in welcher Höhe. Für kinderlose Paare, die geschieden sind und bei denen beide Partner förderberechtigt sind, ändert sich gewöhnlich nichts. Jeder riestert für sich allein weiter und erhält vom Staat die Grundzulage. Mit gemeinsamen Kindern wird es meist komplizierter. Anspruch auf die Riester-Zulage für das Kind (185 Euro bzw. 300 Euro für ab 2008 geborene Kinder) hat im Grundsatz immer derjenige, der nach der Scheidung das Kindergeld bekommt.

Versicherungen trennen

Eine gemeinsame Haftpflicht, eine Hausrat- und Rechtsschutzpolice – nach einer Scheidung und getrennten Wohnungen geht das nicht mehr. „In der Regel kann nur derjenige, der Versicherungsnehmer des Vertrags ist, den bestehenden Vertrag weiterführen", sagt Bianca Boss.

Sparerfreibetrag nach der Scheidung anpassen

Die Freistellungsaufträge sind nach der Scheidung jeweils auf "Single-Status" zu ändern. Jeder Partner kann dann noch 801 Euro steuerfrei einbehalten.

Lebensversicherung ändern

Soll der frühere Ehepartner im Todesfall nicht die Versicherungssumme erhalten, wird er als Begünstigter gelöscht. Meist reicht eine schriftliche Mitteilung an den Versicherer. Ist jedoch der Ex-Partner als unwiderruflich begünstigt eingetragen, können Sie das Bezugsrecht nicht ohne seine Zustimmung erreichen. „Bei einer Risikolebensversicherung sollten Sie prüfen, ob Sie den Vertrag überhaupt noch benötigen", rät Versicherungsexpertin Boss. Eine Kündigung kann sinnvoll sein, wenn zum Beispiel keine Kinder vorhanden sind, die im Todesfall abgesichert sein sollen.

Kontovollmachten aufheben

Die Vollmacht für den Partner auf das eigene Konto zu übertragen, kann in Zeiten funktionierender Ehegemeinschaften sinnvoll sein. Nach der Scheidung ist das nicht immer der Fall. Deshalb ist eine Überprüfung, ob die Kontovollmacht erhalten bleibt oder nicht, unbedingt ratsam!

Autor: ING