Handy statt Bargeld: Digitales Bezahlen

Alles, was Sie wissen müssen

Ob an der Supermarktkasse, im Restaurant oder am Fahrkartenautomaten: Mobiles Bezahlen wird hierzulande immer beliebter. Bereits sechs von zehn Deutschen bezahlen kontaktlos – mit ihrem Smartphone oder einer Karte. Das ist das Ergebnis der Postbank Digitalstudie 2022. Vor allem die unter 40-Jährigen: 71% von ihnen zahlen gern im Vorbeigehen.

Das sind die Vorteile von Mobile Payment

Nicht ohne Grund sind digitale Bezahlmethoden auf dem Vormarsch. Denn diese haben gegenüber Bargeld oder der klassischen Kartenzahlung einige Vorteile. So gaben 59% der Studien-Teilnehmenden an, dass Mobile Payment einfacher und schneller sei, 49% nannten als Vorteil, dass sie ihr Smartphone immer dabeihätten.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zählt weitere Argumente auf, unter anderem:

  • Digitales Bezahlen ist hygienischer.
  • Alle Transaktionen sind nachvollziehbar.
  • Gelegenheitsdiebstahl und die Verbreitung von Falschgeld sind mit Mobile Payment nicht mehr möglich.

Wie funktioniert mobiles Bezahlen?

Mobile Payment ist kinderleicht: Statt an der Kasse Bargeld herauskramen oder die Karte zücken zu müssen, halten Nutzer und Nutzerinnen einfach das Smartphone, eine Smartwatch oder ein Tablet kurz an das Kartenleseterminal. Es piept kurz – und schon ist die Ware oder Dienstleistung bezahlt. Beträge bis 50 Euro können in der Regel ohne weitere Identifizierung, etwa eine PIN, ausgegeben werden.

Welche Voraussetzungen nötig sind:

  • Wer digital bezahlen will, benötigt eine App. Zu den größten Anbietern gehören Google Pay und Apple Pay. Außerdem gibt es Kunden-Apps etwa von Payback oder Edeka. In der App muss in der Regel eine Bankkarte hinterlegt sein.
    Tipp: Wie sich die Bezahlfunktion des Handys aktivieren lässt, erklärt die Stiftung Warentest Schritt für Schritt.
  • Das Smartphone muss NFC-fähig sein. Die meisten aktuellen Handys sind mit einer entsprechenden Schnittstelle ausgestattet.

Kontaktlos zahlen dank NFC-Technik

NFC steht für „Near Field Communication“ und heißt übersetzt „Nahfeldkommunikation“. Das ist der Funkstandard, der kontaktloses Bezahlen erst möglich macht. Dabei werden geringe Datenmengen zwischen zwei Geräten übertragen.

Wo kann man diese Technik überall benutzen? Immer mehr Geschäfte und Restaurants bieten kontaktloses Bezahlen an. Leicht zu erkennen: Ein Funkwellen-Symbol zeigt an, wo es möglich ist.

Sind digitale Bezahlmethoden sicher?

„Alle Bezahlmethoden haben Vor- und Nachteile, wenn es um Sicherheitsaspekte geht“, sagt ein Sprecher vom BSI. Deshalb sei es wichtig, sich vorab zu informieren und immer auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Die Verbraucherzentrale weist jedoch darauf hin, dass zertifizierte Terminals für kontaktloses Bezahlen sehr hohe Sicherheitsstandards erfüllen müssen. Außerdem seien NFC-Zahlungen nur mit einem Abstand von wenigen Zentimetern möglich und jede Transaktion werde einzeln aktiviert. Laut Stiftung Warentest bleiben beim Mobile Payment zudem Kreditkarten- oder Kontonummern stets geheim.

Tipps fürs digitale Bezahlen

Damit mobiles Bezahlen so sicher wie möglich ist, empfiehlt das BSI unter anderem folgende Maßnahmen:

  • Nur die aktuellste Version der entsprechenden App sollte verwendet und Softwareupdates sollten installiert werden, sobald sie verfügbar sind.
  • Bei wiederholter Falscheingabe des Anmeldepassworts oder einer TAN sollte eine automatische Sperre der App greifen. Diese muss jedoch eingerichtet werden.
  • Auch das Handy sollte stets ein aktuelles Betriebssystem haben.
  • Als Bildschirmsperre des Geräts eine PIN, ein Passwort, Fingerabdruck (Touch-ID) oder Gesichtserkennung (Face-ID) einrichten.
  • Die Kontobewegungen sollten regelmäßig überprüft werden. Ist etwas auffällig? Dann sofort die Bank informieren.
  • Bluetooth, NFC und WLAN sollten nur bei Gebrauch aktiviert werden.

Weitere Tipps erhalten Sie hier.

Handy verloren: Was nun?

Was ist zu tun, wenn Smartphone oder -watch verloren gehen oder gestohlen werden? „Lassen Sie bei Verlust des mobilen Gerätes unverzüglich Ihre SIM-Karte und alle Zugänge zu Ihren hinterlegten Bankkonten/Bankkarten sperren“, empfiehlt das BSI auf seiner Seite. Die gute Nachricht: Weil im Handy keine Kartendaten gespeichert werden, kann die physische Karte weiterhin benutzt werden.

  • Übrigens: Vor Störungen wie im Mai diesen Jahres, als es einen Softwarefehler beim Kartenlesegerät Verifone gab und bundesweit in vielen Geschäften nicht mit Karte bezahlt werden konnte, ist auch Mobile Payment nicht gefeit. Im Zweifelsfall kann es also nicht schaden, immer noch etwas Bargeld dabeizuhaben.
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