ETFs vergleichen

Wie finde ich den richtigen ETF für mich?

Person vergleicht ETF-Kennzahlen auf einem Laptop

Zum 30. Juni 2025 hielten Anlegende in Deutschland ETFs im Wert von rund 500 Milliarden Euro. Das sind 62% mehr als im Juni 2023.  Doch die Auswahl kann gerade für ETF-Neulinge zunächst erschlagend wirken.

„Hilfe!“ – dieser Gedanke könnte Ihnen als Erstes durch den Kopf gehen, wenn Sie sich für Indexfonds interessieren. Denn Fondsanbieter könnten laut Index Industry Association (IIA) aus weltweit weit mehr als 3 Millionen Indizes einen entsprechenden Fonds zusammenbauen. Das globale Angebot an Indexfonds ist gewaltig, allein auf Xetra waren zum Jahresende 2025 2.671 ETFs gelistet. Eine große Auswahl bietet aber eben auch große Chancen, den für sich richtigen Indexfonds zu finden.

In wenigen Schritten zum richtigen Indexfonds

Anlegenden kann es helfen, zunächst einige grundsätzliche Eckdaten für sich zu klären, um die Zahl möglicher Indexfonds einzugrenzen. Die Antworten auf folgende Fragen können dabei weiterhelfen:

  • Aus welcher Anlageklasse soll der ETF kommen?
  • Wie viele Werte sind in dem Index zusammengefasst?
  • Was kostet ein ETF?
  • Wie ist der ETF aufgebaut?

Das eigene Risikoprofil als Grundlage für die Anlageklasse

So vielfältig die weltweit aufgelegten Indizes sind, so vielfältig sind auch die abgebildeten Anlageklassen. Es werden beispielsweise ETFs auf Aktien, Anleihen, Währungen oder Rohstoffe angeboten. Was für wen infrage kommt, lässt sich nicht pauschal sagen. Der Auswahl sollte immer die eigene Risikobereitschaft zugrunde liegen. Wer sicherheitsorientiert investiert, entscheidet sich möglicherweise eher für einen breit gestreuten Anleihe-ETF als für einen ETF auf einen einzelnen Aktienindex wie den TecDAX. Anlegende mit mehr Erfahrung und höherer Risikobereitschaft könnten auch Strategie-ETFs prüfen. Wichtig ist: Je spezieller der ETF, desto genauer sollten Sie Chancen und Risiken verstehen.

Die Zusammensetzung nach Regionen und Branchen ist interessant

Für die richtige Risikogewichtung ist aber nicht nur die Anlageklasse entscheidend. Grundsätzlich gilt: Je mehr einzelne und verschiedene Werte in einem Fonds enthalten sind, desto breiter verteilt sich das Risiko.

Ein Beispiel: Bricht eine Aktie um 40% ein, ist der Einfluss bei einem Index mit 50 Titeln größer als bei einem mit 500. Gerade für ETF-Neulinge könnte es daher eine Option sein, zunächst in Indexfonds mit möglichst vielen unterschiedlichen Werten zu investieren. Doch nicht nur die Anzahl der Titel sollte groß sein. Dies gilt auch für die Anzahl der Länder und Branchen, aus denen sich die Index-Titel zusammensetzen. Bei einer Anlage in globale Aktien gibt es beispielsweise ETFs, deren abgebildeter Index viele Länder und Branchen umfasst. Der MSCI ACWI enthält zum Beispiel etwas über 2.500 Unternehmen aus 47 Ländern; der MSCI ACWI IMI ist noch breiter aufgestellt. So lässt sich das Risiko breiter streuen als mit einem stark fokussierten ETF.

Niedrige Kosten als Entscheidungshilfe

Im Vergleich zu aktiv gemanagten Produkten gelten Indexfonds als günstige Alternative. ETFs sind oft günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Entscheidend ist aber nicht nur die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio – TER): Auch Ordergebühren, Handelsplatzkosten und Spreads können relevant sein. Um die Kosten von Fonds vergleichen zu können, lohnt ein Blick in das Basisinformationsblatt, die Kosteninformationen und den jeweiligen Verkaufsprospekt; viele Informationen sind online verfügbar. Dort finden Sie Angaben zu laufenden Kosten und weiteren Kostenbestandteilen. Weitere Vergleichsfaktoren gehen auf Performance und die Anlagevolumina ein. Vor einer Investition sollten Anlegende prüfen, wie gut ein ETF im Vergleich zum abgebildeten Index performt hat. Bei zu kleinen Volumina droht möglicherweise die Schließung des Fonds, weil es sich für den Emittenten nicht rechnet. Wer zusätzlich auf ein günstiges Wertpapierdepot für Handel und Aufbewahrung achtet, ist auf der Kostenseite gut aufgestellt.

Mit der Tracking Difference den besten ETF fürs Portfolio finden

Eine weitere hilfreiche Kennzahl zur Auswahl eines ETFs ist die Tracking Difference. Die Tracking Difference (Abbildungsdifferenz) erklärt, wie gut sich ein ETF im Vergleich zum Index geschlagen hat und zeigt damit die tatsächlichen Kosten eines ETFs oder Indexfonds auf.

Berechnet wird die Tracking Difference nach folgender Formel: Wertentwicklung ETF – Wertentwicklung Index

Je näher die Tracking Difference Richtung 0 tendiert, desto genauer wird der Index abgebildet.

Die Tracking Difference beinhaltet alle Kosten und Gebühren eines ETFs. Sie zeigt ein wesentlich genaueres Bild über die tatsächlichen Kosten eines ETFs als die Gesamtkostenquote (TER). Anleger*innen sollten beachten, dass die Tracking Difference auf Basis vergangener Wertentwicklung berechnet wird und keine Aussage über zukünftige Entwicklung treffen kann. 

Es ist daher grundsätzlich sinnvoll, sich die Tracking Difference oder andere Kennzahlen eines ETFs über längere Zeiträume anzusehen. Nur so können Anlegende bewerten, ob der ETF-Anbieter die Abbildungsqualität des ETFs auch bei unterschiedlichen Marktphasen aufrechterhalten konnte.

Von physischen und synthetischen ETFs

Vor der eigentlichen Auswahl empfiehlt es sich, die unterschiedlichen ETF-Arten kennenzulernen. Im Wesentlichen gibt es vier davon, die sich zum einen durch den Umgang mit erzielten Einnahmen unterscheiden und zum anderen dadurch, wie sie den zugrunde liegenden Index nachbilden.

Letzteres kann auf zweierlei Arten geschehen. Ein Teil der Fonds kauft die im Index enthaltenen Aktien und kann ihn so abbilden:

  • Will ein Anbieter bei einem physischen ETF den DAX mit seinem Fonds nachbauen, muss er die dort enthaltenen Titel erwerben. Fliegt ein Unternehmen aus dem deutschen Leitindex, wird auch der ETF dieses Papier verkaufen und stattdessen den Nachrücker aufnehmen.
  • Bei einem synthetischen ETF bildet der Fonds den Index über Tauschgeschäfte, sogenannte Swaps, nach. Das bedeutet: Die Wertentwicklung des ETFs soll der Wertentwicklung des Index entsprechen, auch wenn der Fonds nicht zwingend genau dieselben Wertpapiere hält

Die beiden anderen Fondstypen dagegen gehen unterschiedlich mit erzielten Einnahmen um:

  • Ein ausschüttender Fonds reicht die erhaltenen Zinsen oder Dividenden an die Anleger und Anlegerinnen weiter.
  • Die sogenannten thesaurierenden Fonds legen die Gewinne stattdessen wieder im Fondsvermögen an. Diese Variante kann für Anleger und Anlegerinnen interessant sein, die für ihre Altersvorsorge sparen, da sie praktisch wie von einem Zinseszinseffekt profitieren.

Klingt kompliziert?

Geldanlage ist immer individuell. In unserer ETF-Suche lassen sich daher viele Filter einstellen, die Ihre Prioritäten berücksichtigen. Einige Grundregeln sollten beachtet werden, dennoch gilt: Letztendlich ist jeder Anleger und jede Anlegerin selbst in der Pflicht, sich umfassend zu informieren. Das ist zwar Aufwand, doch eine gute Vorbereitung kann helfen, bewusstere Anlageentscheidungen zu treffen.

Wichtig: Bevor Sie Wertpapiere kaufen, informieren Sie sich bitte über die Risiken. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zu Verlusten des eingesetzten Kapitals führen.

ETFs kaufen? Super Auswahl – auch für Sparfüchse

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