Finanzielle Bildung: Das sollten Sie wissen

So investieren Sie auch als Anfängerin bzw. Anfänger erfolgreich

Junge Person informiert sich am Smartphone über finanzielle Bildung und Geldanlage.

Wissen Sie, wie hoch die aktuelle Inflationsrate ist? Und könnten Sie aus dem Stegreif erklären, was eine Aktie ist? Ja? Herzlichen Glückwunsch! Sie müssen leider passen? Dann gehören Sie zu vielen Menschen in Deutschland, deren finanzielle Bildung deutliche Lücken aufweist.

Investieren als Anfängerin bzw. Anfänger: Basiswissen im Umgang mit Geld

Bausparpläne, klassische Altersvorsorgeprodukte, Aktien, Fonds, ETFs… Geldanlagemöglichkeiten gibt es viele. Um eine Entscheidung zu treffen, was zu Ihnen passt, sollten Sie die Unterschiede kennen und verstehen, wie etwa die Börse funktioniert. Das hilft Ihnen, leichter finanzielle Entscheidungen zu treffen. Die nötigen finanziellen Kompetenzen können Sie sich ganz klassisch zum Beispiel mithilfe von Fachbüchern aneignen. Diese Titel etwa haben zum Ziel, Ihre finanzielle Bildung zu fördern:

  • „Rich Dad Poor Dad“ von Robert T. Kyosaki thematisiert den Umgang mit Vermögenswerten und finanziellem Denken aus einer persönlichen Perspektive.
  • „Der reichste Mann von Babylon: Erfolgsgeheimnisse der Antike – Der erste Schritt in die finanzielle Freiheit“ von George Samuel Clason führt Sie sehr bildhaft und eingängig in die Grundregeln des Finanzwesens ein.
  • „Der Aktien-und Börsenführerschein: Aktien statt Sparbuch“ von „Börsen-Oma“ Beate Sander erklärt einfach und verständlich, wie Sie Geld an der Börse klug investieren.

Um sich über die Entwicklung einzelner Aktien zu informieren, bieten sich natürlich auch die Börsenplätze selbst an – etwa die Börse Frankfurt, die Börse Stuttgart oder die Börse Berlin. Auch der Wirtschaftsteil von Tages- oder Wochenzeitungen hilft Ihnen, Ihre Finanzbildung im Bereich Aktien auszubauen. Darüber hinaus bieten Analysehäuser wie Morningstar Informationen und Bewertungen zu Fonds, ETFs und Aktien, die Anlegerinnen und Anleger bei ihren Entscheidungen unterstützen können.

Mehr junge Anlegerinnen und Anleger wollen ihr Geld investieren statt zu sparen

Laut Deutschem Aktieninstitut (DAI) besaßen 2025 14,1 Millionen Menschen in Deutschland Aktien, Aktienfonds oder ETFs. Darunter waren 4,9 Millionen Menschen unter 40 Jahren. Ein Grund dafür kann sein, dass digitale Informationsquellen und einfache Sparpläne den Einstieg erleichtern. Onlinemedien ermöglichen es, Informationen zum Vermögensaufbau schnell und einfach zu finden. Sie ziehen besonders junge Menschen an, die sich mit Geldanlage beschäftigen möchten.

Für eine bessere Finanzbildung benötigen Sie also kein Studium im Finanzwesen. Es gibt zudem inzwischen zahlreiche Blogs, Podcasts oder auch Social-Media-Kanäle mit den Schwerpunkten Finanzen und Geldanlage, die einen einfachen, oft auch humorvollen Einstieg in die Welt der Aktien und Geldmärkte ermöglichen und wo Sie im Handumdrehen Ihre finanzielle Bildung auf- und ausbauen können. Prüfen Sie dabei immer, wer hinter den Informationen steht, ob Quellen genannt werden und ob Chancen und Risiken ausgewogen erklärt werden. Diese Profile helfen Ihnen mit Ihren Finanzen:

  • Madame Moneypenny
  • Finanzwesir
  • Fortunalista
  • Geldfrau
  • Finanzglück
  • Finanzfluss
  • Mission Money

Die genannten Angebote dienen lediglich als Beispiele. Inhalte auf Blogs, Podcasts oder Social-Media-Kanälen sollten stets kritisch geprüft und mit weiteren Quellen verglichen werden. Zahlreiche Banken und Broker bieten mittlerweile Lerninhalte und Informationen rund um die Geldanlage an. Gleichzeitig ermöglichen ihre Apps einen einfachen Zugang zum Kapitalmarkt.

Die richtige Strategie für Sie und Ihr Geld finden

Neben dem Grundwissen um die verschiedenen Produkte braucht es für den Vermögensaufbau die richtige Strategie. Um herauszufinden, welche die besten Geldanlagen für Sie sind, geben drei Punkte den Ausschlag:

  • Wie viel Geld steht Ihnen zur Verfügung?
  • Über welchen Zeitraum wollen Sie Geld anlegen?
  • Wie viel Sicherheit brauchen Sie, oder anders gefragt: Wie viel Risiko sind Sie bereit, einzugehen?

Was Sie vorab wissen sollten: Wenn Sie sich ein kleines oder größeres Vermögen aufbauen möchten und dafür an der Börse investieren, fallen in der Regel Kosten an, zum Beispiel durch Gebühren für das Trading von Aktien oder ETFs oder auch Beträge für Beratungsleistungen. Wichtig bleibt: Prüfen Sie Kosten, Risiken und Produktunterlagen, bevor Sie investieren. Wie sich Kosten auf die langfristige Rendite auswirken und ob sich eher einmalige oder regelmäßige Investments lohnen, erfahren Sie in unserem Beitrag zum Cost-Average-Effekt.

Geld anlegen – vier Tipps für Börsen-Neulinge

Bitte beachten Sie: Anlagen in Aktien, (aktiv gemanagten) Fonds und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Ein Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Für diejenigen, die noch ganz am Anfang ihrer Geldanlage-Karriere stehen, hat Jürgen Kurz vom DSW folgende Hinweise:

1. Wie viel Budget habe ich für die Geldanlage?

„Eine Anlage in Aktien oder Fonds ist dabei grundsätzlich für jeden etwas, der mit kurzfristigen Wertschwankungen umgehen kann und das Geld mittel- bis langfristig – also ab einem Anlagezeitraum von etwa drei Jahren – rentierlicher anlegen will als es mit alternativen Anlageformen etwa im verzinslichen Bereich möglich ist. Dabei sollte das eingesetzte Kapital allerdings frei zur Verfügung stehen.“

2. Aktien oder Fonds – oder lieber beides?

„Zum Aufbau eines Portfolios eignen sich hier insbesondere sogenannte ETFs, die zu sehr geringen Kosten einfach einen Börsenindex nachbilden, wie zum Beispiel den DAX oder den S&P 500. Wer in Einzelaktien investieren will, sollte bedenken, dass er einen höheren Informationsaufwand und ein höheres Risiko hat.“

3. Das Risiko minimieren

„Wer beispielsweise einen DAX- und einen S&P 500-ETF im Depot hat, partizipiert an der Wertentwicklung der 40 größten deutschen und der 500 größten US-Aktiengesellschaften. Mit Einzelaktien ist eine derart breite Streuung kaum zu realisieren. Wer es dennoch versuchen will, sollte auf jeden Fall Aktien mehrerer Unternehmen kaufen, die in unterschiedlichen Branchen aktiv sind. Zudem sollte der Blick bei der Auswahl der AGs über die Landesgrenzen hinweg gehen. Und wer zeitversetzt über Monate oder Jahre kauft, senkt das Risiko, zum falschen Zeitpunkt einzusteigen.“

4. Machen Sie Ihre Hausaufgaben

Bauen Sie kontinuierlich Ihre Finanzbildung aus, damit Sie die wichtigsten Kennzahlen unterscheiden können und stets auf dem Laufenden sind. Das hilft Ihnen dabei, unterschiedliche Anlageformen besser einordnen und vergleichen zu können. Hier ist es ein bisschen wie beim Lernen von neuen Vokabeln – üben, üben, üben heißt die Devise!

"Wer investieren will, muss reich sein", ob die Mythen rund um das Anlegen der Wahrheit entsprechen? Basiswissen zu Wertpapieren unterstützt Sie bei der Geldanlage.

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