Cost-Average-Effekt - Welche Vor- und Nachteile hat er für Anleger?

Sparplan oder Einmalanlage

Es geht auf und es geht ab - an der Börse völlig normal. Weil das so ist, halten viele Geldanleger einen Sparplan für vorteilhafter als eine Einmalanlage. Ihr Kalkül: Sind die Kurse niedrig, können sie mehr Anteile kaufen als bei hohen Kursen – und Wertschwankungen rechnen sich, da Anleger vom sogenannten Cost-Average-Effekt profitieren. Aber ist das wirklich so?

Cost-Average-Effekt - der Durchschnittskosteneffekt

Ins Deutsche übersetzt bedeutet Cost-Average-Effekt: Durchschnittskosteneffekt. Wer jeden Monat oder jedes Quartal einen bestimmten gleichbleibenden Geldbetrag in einen Sparplan investiert, erwirbt bei fallenden Kursen mehr Anteile und bei steigenden Kursen weniger Anteile.

Viele gehen davon aus, dass dies günstiger ist, als regelmäßig die gleiche Anzahl von Anteilen eines Fonds zu kaufen. Verluste rund um Aktien ließen sich auf diese Weise begrenzen, so die Annahme. Denn das Problem, den richtigen Einstiegszeitpunkt an der Börse zu finden, verteilt sich im Idealfall auf eine Vielzahl von Sparplan-Ausführungen. Der Durchschnittspreis liegt zwischen dem günstigsten und dem ungünstigsten Preis im Betrachtungszeitraum.

Wie sich der Cost-Average-Effekt auswirken kann – ein Beispiel

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein erläutert es an einem Beispiel aus der Anfangsphase der Corona-Pandemie:

  • Die Ausbreitung des Corona-Virus löste damals heftige Kursschwankungen an den Aktienmärkten aus. Als Beispiel nannten die Verbraucherschützer einen Index, der zuvor noch ein Allzeithoch erlebt habe, dann aber innerhalb weniger Tage um zehn Prozent eingebrochen sei. „Wer seinen Sparplan unverändert bestehen lässt, erhält in dieser Phase rund zehn Prozent mehr Fondsanteile zum gleichen Preis. Wenn die Kurse wieder steigen, haben Anleger in diesem Fall günstig investiert.“ Hier wirke der Cost-Average-Effekt: „Stehen die Kurse niedrig, so werden beim Fondsparplan automatisch mehr Papiere erworben als bei hohen Kursen.“

Wann sich der Cost-Average-Effekt lohnt

Das kann bei sogenannten volatilen Märkten, also stark schwankenden Kursen an der Börse, der Fall sein. Oft ist es schwierig vorher den richtigen Zeitpunkt für eine Einmalanlage zu bestimmen. Investieren Sie regelmäßig kommt der Durchschnittskosteneffekt zum Tragen und Sie können das Risiko bei einem zu hohen Kurswert einzusteigen zumindest teilweise minimieren.

Bei der ING gibt es übrigens Wertpapier-Sparpläne schon ab einem Euro. Kleine Sparraten über einen langen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten können Sie in die Lage versetzen, ein Vermögen beispielsweise für die Ausbildung der Kinder oder als Altersvorsorge aufzubauen.

Einmalanlage oder Sparplan?

Egal, ob Sie eine Einmalanlage oder den Abschluss eines Sparplans mit einem regelmäßigen Kauf von Aktien und anderen Anteilen anvisieren: In jedem Fall sind Sie auf eine gute Rendite aus.

  • Eine Einmalanlage an der Börse kann sich vor allem lohnen, wenn Sie sich gut in der Finanzwelt auskennen. Dafür müssen Sie zum richtigen Zeitpunkt, also bei sinkenden Kursen, Aktien erwerben. Für Unerfahrene ist dieses Timing möglicherweise ein Problem.
  • Mit einem Sparplan, bei dem Sie Aktien, Fonds, ETFs (Exchange Traded Funds = börsengehandelte Indexfonds) oder festverzinsliche Wertpapiere kaufen, kommen Sie womöglich in den Genuss des Cost-Average-Effektes. Sie sparen einen festen Betrag oder erhalten dafür je nach Kursentwicklung mal mehr, mal weniger Anteile. Dafür zahlen sie über einen längeren Zeitraum betrachtet möglicherweise einen günstigeren Durchschnittspreis als Sparer, die sämtliche Anteile auf einen Schlag als Einmalanlage erwerben oder immer wieder eine gleichbleibende Anzahl an Anteilen kaufen.

Aber Vorsicht: Das Geschehen an der Börse ist schwer vorhersehbar. Insofern kommt es nicht zwangsläufig zu einem positiven Cost-Average-Effekt für den Anleger. Mitunter lässt sich mit einer Einmalanlage eine bessere Rendite einstreichen, wenn man einmalig zu einem günstigen Zeitpunkt kauft und der Kurs danach kontinuierlich steigt.

Auf einen Blick: Vorteile des Cost-Average-Effekts

  • Vom Durchschnittskosteneffekt profitieren kann, wer über einen langen Zeitraum in Sparpläne etwa mit Aktien investiert. Das lohnt sich zum Beispiel bei stark schwankenden Kursen.
  • Auch für Börsenneulinge kann er günstig sein. Da sie im Börsengeschehen noch unerfahren sind, fällt es ihnen womöglich schwer, das Risiko bestimmter Anlagen einzuschätzen.

Auf einen Blick: Nachteile des Cost-Average-Effekts

  • Kaum zum Zuge kommt er, wenn die Kurse des gewählten Fonds ohne größere Schwankungen sind oder es mit ihnen ständig abwärts geht. Im Ergebnis ist die Rendite eher mau.
  • Aber auch ständig steigende oder hohe Kurse können ein Problem sein. Dann erwerben Anleger mit gleichbleibender Sparrate nur wenige Anteile. Fallen in dieser Phase Dividenden oder Zinsen an, wird das Plus für diese Anleger geringer als bei jenen, welche zuvor dieselbe Anzahl an Anteilen mit einem Schwung gekauft haben.

Suchen Sie weitere Informationen dazu? Dann lesen Sie doch mal diesen Tipp nach: Klein anfangen kann sich lohnen.

Bevor Sie Wertpapiere kaufen, informieren Sie sich bitte über die Risiken. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden und können neben den Erträgen auch zu Verlusten des eingesetzten Kapitals führen.

Autor: ING