Finanziell gut durch die 30er kommen - von Familie bis Immobilie

Deine Finanzen in den 30ern

Schnell waren sie vorbei, die wilden 20er - jetzt kommen die 30er! Bei vielen geht’s jetzt darum, ein eigenes Nest zu bauen und eine Familie zu gründen.

Wichtiges rund um den Immobilienkredit

Kaufen statt mieten: Viele träumen von den eigenen vier Wänden. Aber können Sie sich das überhaupt leisten? Experten raten: Von der Kauf- oder Bausumme müssen mindestens 20 % als Eigenkapital vorhanden sein. Wer eine Immobilie erwerben will, sollte zuerst einen Haushaltsplan erstellen und darin Lebenshaltungskosten wie Ernährung, Kleidung, Versicherungen und Freizeit auflisten. Vergleichen Sie Ihre Ausgabensituation mit Ihren Einnahmen und prüfen Sie, wie realistisch es ist, Ratenzahlungen für einen Immobilienkredit Monat für Monat zu leisten.

Zwei wichtige Tipps:

  • Holen Sie vor einem Gespräch mit dem kreditgebenden Geldinstitut eine Selbstauskunft bei der Schufa sein. Von dieser kann es abhängen, ob eine Bank Ihnen einen Immobilienkredit gewährt oder nicht. Wer feststellt, dass die Selbstauskunft fehlerhaft ist, sollte eine Korrektur der Daten veranlassen.
  • Bevor Sie ein Darlehen abschließen, sollten Sie mehrere Kreditangebote gegenüberstellen - neben dem der Hausbank auch welche von anderen Geldinstituten. Vergleichen Sie diese in Ruhe und vor allem im Detail miteinander - das kann sich rechnen.

Einen - kostenpflichtigen - Baukredit-Vergleich bietet übrigens die Stiftung Warentest.

Welche Versicherungen Sie jetzt brauchen

Sie haben gebaut, sind inzwischen Mutter oder Vater - und was ist mit Ihren Versicherungen? Der Bund der Versicherten bietet einen kostenlosen BedarfsCheck. Einige wichtige Policen:

  • Privathaftpflichtversicherung: Diese kommt für Schäden auf, die Ihnen durch Unachtsamkeit passieren. Für Ehepaare oder eheähnliche Gemeinschaften ist ein Familientarif ausreichend, in diesem sind Kinder mitversichert.
  • Risikolebensversicherung: Sie ist in vielen Fällen für Familien mit minderjährigen Kindern ratsam. Denn beim Tod eines Elternteils oder Partners kann es für die Hinterbliebenen finanziell schwierig werden.
  • Wohngebäudeversicherung: An ihr führt für Immobilienbesitzer kein Weg vorbei. „Sie zahlt, wenn etwa ein Brand ein Haus beschädigt oder komplett zerstört“, sagt Julia Alice Böhne vom Bund der Versicherten in Hamburg.
  • Hausratsversicherung: Diese Police bietet sich in erster Linie bei einer wertvollen Wohnungseinrichtung an. Nach einem Einbruch kommt sie zum Beispiel für die Wiederbeschaffungskosten für gestohlene Gegenstände auf. Auch zahlt sie etwa bei Schäden durch Feuer, Sturm oder Leitungswasser.

„Wer keinen wertvollen Hausrat besitzt und einen möglichen Schaden in seiner Wohnung finanziell ohne weiteres stemmen kann, braucht keine Hausratsversicherung“, sagt Böhne.

Wenn am Monatsende noch etwas übrig ist

Ist am Ende des Monats noch Geld übrig, stellen sich viele die Frage: flexibel bleiben oder sparen? Und welche Möglichkeiten gibt es jeweils?

  • Finanziell flexibel bleiben: Der Sparer will zur Not jederzeit an sein Konto? „Dann kann er sich ein Tagesgeldkonto anschaffen“, sagt Martin Weber, Hochschullehrer an der Fakultät für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim. Sparbeiträge können ständig angepasst oder auch angesetzt werden. Der Bankkunde kann jederzeit Geld abheben, wenn geplante oder ungeplante Kostenfaktoren auftauchen.
  • Wer über den Notgroschen hinaus am Monatsende Geld zur Verfügung hat, kann auch auf Fondssparpläne setzen: Hier können Anleger jederzeit die Sparbeträge anpassen und bewahren sich eine gewisse Flexibilität, das Ersparte sollte aber nicht für spontane Ausgaben benötigt werden. Unter Umständen muss man sonst nämlich mit Verlusten rechnen, je nachdem zu welchem Kursstand man verkauft.
  • Mittel- und langfristig sparen: Bei mittelfristigen Zielen bieten sich etwa Banksparpläne mit festen Laufzeiten an. Auch Anleihen können sich lohnen. Anleger sollten aber unbedingt darauf achten, dass sie nur Anleihen von Herausgebern mit bester Bonität zeichnen, rät Oelmann. „Wer langfristig sparen will, sollte sich unbedingt mit dem Aktienmarkt vertraut machen“, empfiehlt Weber. Gerade in einem Zeitraum über viele Jahre oder Jahrzehnte winken bei Aktien- oder Indexfonds oft weit höhere Renditen als über Zins- und Sparanlagen. Allerdings: Eine Garantie hierfür gibt es nicht.