Geld knapp: Diese Maßnahmen helfen
Wenig Geld zum Monatsende
Der tägliche Cappuccino auf die Hand, ein ungenutzter Streaminganbieter oder das regelmäßige Mittagessen mit Kollegen: Einige Ausgaben sind uns manchmal gar nicht so bewusst – sorgen aber in Summe am Monatsende schnell für Ebbe in der Kasse. Zwei Expertinnen haben Tipps für alltagstaugliche Sofortaktionen sowie langfristige Sparlösungen, damit der Monat nicht jedes Mal mit einem negativen Saldo auf dem Konto startet.
Fahrtkosten sparen durch Fahrgemeinschaften
Wer viel Auto fährt, lässt es jetzt am besten stehen oder bildet eine Fahrgemeinschaft. Noch effektiver: Aufs Rad umsteigen, sofern es der Fahrtweg zulässt oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen, denn beides spart Geld für den Sprit. „Wenn Bus, Bahn, Fahrrad, Car-Sharing oder Fahrdienste keine Alternative darstellen, tanken Sie vorausschauend und vergleichen Sie Preise“, rät die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW). „In der Regel sind Benzin und Diesel zwischen 18 und 20 Uhr am günstigsten.“
Beim Einkaufen sparen durch Sonderposten
Die Lebensmittelpreise sind laut Erhebungen des Statistischen Bundesamts zwischen Januar und Juni 2025 im Vergleich zu 2020 um 34 % gestiegen. Wie soll man angesichts der horrend gestiegenen Preise, vor allem für Lebensmittel, noch Geld sparen? „Meiden Sie besonders teure Einkaufsstätten für Lebensmittel wie Tankstellen“, empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW. Wer gerne im teuersten Supermarkt (zum Beispiel im Bio-Markt) Markenprodukte einkauft, könnte beim nächsten Mal zum Discounter gehen, der häufig auch gut sortiere Bio-Eigenmarken anbietet. „Tests der Stiftung Warentest zeigen regelmäßig, dass Sie mit Handels- beziehungsweise Eigenmarken ebenfalls eine gute Qualität bekommen“, sagt die Verbraucherzentrale NRW.
Außerdem lohnt ein Blick auf Sonderposten im Supermarkt, die unter anderem wegen Verpackungsschäden, einem abgelaufenen oder näher rückendem Haltbarkeitsdatum nicht selten günstiger angeboten werden. Lebensmittel sind oftmals länger genießbar, als es das Mindesthaltbarkeitsdatum angibt.
Geld sparen: Zahlungen priorisieren
Haben Sie viele Rechnungen offen, aber zu wenig Geld, um diese alle zu begleichen? „Überlegen Sie genau, welche Rechnungen Sie im laufenden Monat noch bezahlen müssen und welche einen Aufschub dulden“, rät die Verbraucherzentrale NRW. „Am wichtigsten sind Rechnungen, mit denen Sie Ihre existenziellen Lebensbedürfnisse sichern.“ Dazu zählen:
- Miete
- Energiekosten
- Lebensmittel
- notwendige Medikamente
Wer online Kleidung geshoppt hat, kann bei vielen Anbietern auf eine Ratenzahlung oder eine spätere Zahlung umsteigen. Achtung: Dafür können je nach Dauer der Rate Zinsbeträge fällig werden.
Bargeld sparen
Für alle, die im Alltag häufiger mit Bargeld bezahlen, hat Claudia Müller, Ökonomin und Gründerin des Female Finance Forums, einen Spar-Tipp: „Legen Sie das komplette Kleingeld, das sich am Ende des Tages in Ihrem Portemonnaie befindet, in eine Spardose. Wenn Sie das mit allen Münzen und zusätzlich mit 5 Euro-Scheinen machen, kommt meistens eine schöne Summe zusammen.“
Auf das Business-Lunch verzichten
Durch den Coffee-to-go oder das tägliche Essen mit den Kollegen sowie Snacks für zwischendurch kommt schnell eine stattliche Summe zusammen, die Sie sich größtenteils auch sparen könnten. Laut dem Online-Finanzportal weltsparen.de „verschwenden” wir jedes Jahr im Schnitt rund 8.830 Euro pro Jahr – auch durch Auswärtsessen. Monatlich sind das 735 Euro – Geld, das zum Ende des Monats möglicherweise fehlt und den Kontostand unnötig schrumpfen lässt. Statt Essen gehen heißt es besser: Selber kochen und mit ins Büro nehmen.
- Gut zu wissen: Statt sich auf Dauer den wöchentlichen Kaffee zu verbieten, kann es auf lange Sicht effektiver sein, laufende Fixkosten zu überprüfen. „Gibt es Spielraum, bei der Kfz-Versicherung oder dem Mobilfunkvertrag?“, fragt Claudia Müller. „Wann haben Sie das letzte Mal den Stromanbieter gewechselt?“ Einmal überprüft, lässt sich monatlich viel Geld sparen.
Fitness-Studio und Abos kündigen
Fitness-Studio, Streaming-Dienste, Abos für Zeitschriften und Zeitungen oder Dating-Portale kosten in Summe viel Geld im Monat. Wer jetzt kündigt, spart schon im nächsten Monat. „Überlegen Sie, ob Sie sich die Abonnements oder Mitgliedschaften leisten können“, empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW. Wer mehrere hat, priorisiert die meistgenutzten und kündigt teure oder überflüssige Unterhaltungsangebote.
Langfristig Geld sparen mit der No-Spend-Challenge
Sparen fällt nicht jedem leicht und hängt zudem vom Einkommen ab. Um den Überblick über die eigenen Finanzen zu behalten und dauerhafte Sparanstrengungen umzusetzen, können das Führen eines Haushaltsbuchs und richtiges Budgetieren richtiges Budgetieren helfen. Auch die No-Spend-Challenge stellt eine Möglichkeit dar, weniger Geld auszugeben, damit mehr am Monatsende übrig bleibt. Claudia Müller erklärt, wie’s geht:
- Legen Sie einen Zeitraum fest, an denen Sie gar nichts einkaufen – auch nicht die vermeintlich notwendigen Lebensmittel. Dasselbe gilt für Drogerie oder Kleidung.
- Vermerken Sie jeden Tag, an dem Sie kein Geld ausgegeben haben, mit einer Markierung im Kalender.
- Wenn Sie an mehr als zum Beispiel 20 Tagen kein Geld ausgegeben haben, können Sie sich am Ende des Monats mit einer Kleinigkeit belohnen.
Gut zu wissen: Wie viel Geld sollte man eigentlich pro Monat sparen? Experten empfehlen, dass man 10 % bis 20 % des monatlichen Einkommens zur Seite legen sollte – schon allein, um unvorhersehbare Kosten (wie beispielsweise eine defekte Waschmaschine) decken zu können. Eine von vielen Sparstrategien, die helfen kann, ist die 50/30/20-Regel: 50 % für Fixkosten wie Miete, 30 % für den Lifestyle und 20 % fürs Sparen.
Sobald das Gehalt auf dem Konto ist, legen Sie die Sparrate auf einem separaten Konto zurück und haben für alle Fälle einen Notgroschen.