Single-Gesellschaft auf Wachstumskurs

Immer mehr Menschen leben allein

Finanzwissen 4 min Lesedauer 31.10.2022

Deutschland – eine Single-Gesellschaft? Danach sieht es derzeit aus. Seit Jahren nimmt bundesweit die Zahl der Einpersonenhaushalte zu. Nach einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus dem Jahr 2021 liegt ihr Anteil bei 41,8%.

Die Städte mit den meisten Einpersonenhaushalten sind der Studie zufolge

  • Regensburg (Anteil von Einpersonenhaushalten liegt bei 57%)
  • Erlangen (53,2%)
  • Würzburg (52,9%)
  • Flensburg (52,8%)
  • Berlin (52,7%)

Die Zahl der Singlehaushalte dürfte weiter steigen. Im Jahr 2040 könnte fast jeder zweite Haushalt in Deutschland von nur einer Person bewohnt sein – davon jedenfalls gehen Prognosen des Statistischen Bundesamtes aus.

Gründe dafür gibt es viele: Die Menschen werden immer älter, Partner*innen sterben und der/die Verbleibende wird unfreiwillig Single. Zudem werden viele Ehen geschieden. Und schließlich entscheiden sich nicht wenige ganz bewusst für die eigene Wohnung – egal, ob sie in einer Partnerschaft leben oder nicht.

Wohnung: hohe monatliche Ausgaben als Single

Das Single-Leben hat durchaus Vorteile. Alleinlebende brauchen in ihren vier Wänden auf niemanden Rücksicht zu nehmen und legen alleine fest, für was sie Geld ausgeben und für was nicht. Allerdings sind die Kosten für einen Single vergleichsweise hoch – und alle Ausgaben sind von einem einzigen Einkommen zu bezahlen.

Das fängt schon bei der Wohnung an. Angenommen, ein Single lebt in einer Einzimmerwohnung. Dafür waren nach einer Analyse des Wirtschafts- und Immobiliendatenanbieters empirica regio GmbH im Jahr 2021 in Deutschland durchschnittlich 9,84 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter zu zahlen. Zum Vergleich:

  • Wohnungen mit fünf oder mehr Zimmern waren für im Schnitt 8,78 Euro kalt pro Quadratmeter zu haben
  • Wohnungen mit zwei Zimmern kosteten im Schnitt 8,72 Euro kalt pro Quadratmeter
  • mit drei Zimmern waren es 8,41 Euro kalt pro Quadratmeter und
  • mit vier Zimmern 8,42 Euro kalt pro Quadratmeter.

Kleinere Haushaltsgeräte – größerer Preis

Waschmaschinen oder etwa Geschirrspüler gibt es nicht nur in Standardmaßen, sondern auch in kleineren und schmaleren Ausführungen. „Die können durchaus für Alleinstehende interessant sein“, sagt Claudia Oberascher von der Initiative Hausgeräte+ in Berlin. Aber ob sich damit auch Betriebskosten sparen lassen, steht auf einem anderen Blatt: „Meist erzielen nicht die kleine, sondern die größeren Geräte bessere Effizienzwerte“, erklärt Oberascher.

Allerdings: Um eine große Maschine voll zu bekommen, bräuchte es mehr Wäsche, als die meisten Singles im Schrank haben. Beim Geschirrspüler sieht das nicht anders aus. „Zwar regeln moderne Geräte den Verbrauch entsprechend der Lademenge, aber am sparsamsten arbeiten sie trotzdem bei voller Beladung“, sagt Oberascher.

Single-Gesellschaft – welche Lebenshaltungskosten für Alleinlebende anfallen

Nicht nur Miete und Nebenkosten wie Gas, Strom, Wasser & Co. schlagen bei jedem Haushalt zu Buche. Die hohen Lebenshaltungskosten für eine Person machen sich auch beim Einkaufen bemerkbar. Zwar sind Produkte in kleinen Verpackungen praktisch für Singles. Aber der Inhalt ist im Vergleich zu größeren Packungen oft teurer. Der Grund ist klar: Es ist aufwändiger, zwei Packungen mit je 250 Gramm herzustellen als eine Packung mit 500 Gramm.

  • Tipp: Greifen Sie nur bei verderblichen Produkten zu kleinen Verpackungen. Bei allen anderen Erzeugnissen können Sie getrost auf größere Packungen setzen und sich einen Vorrat anlegen.

Diese Durchschnittsausgaben haben Singles

Die Lebenshaltungskosten in Deutschland insgesamt liegen laut Statistischem Bundesamt im Schnitt bei 2.507 Euro im Monat. Davon fallen 37% für Wohnen und Energie sowie 15% für Nahrung und Genussmittel an.

Zu den weiteren monatlichen Ausgaben, die auf die 2.507 Euro monatlich anfallen, gehören

  • Bekleidung und Schuhe (3,7%)
  • Gesundheit (4,3%)
  • Verkehr (12,9%)
  • Post und Telekommunikation (2,7%)
  • Freizeit, Unterhaltung und Kultur (9,5%)

Wer als Single ein Auto hat, muss alleine für Steuern, Versicherung, Kraftstoff und Reparaturen aufkommen – kann sich also die Kosten nicht mit einem Partner oder einer Partnerin teilen. Bei Urlaubsreisen zahlen Singles ebenfalls oftmals drauf, Stichwort: Einzelzimmerzuschlag.

Single-Haushalte zahlen hohe Steuern

Anders als Ehepaare haben Singles nicht die Möglichkeit, von Steuerspar-Möglichkeiten zu profitieren. Verheiratete können in den Genuss des sogenannten Ehegattensplittings kommen. Das bedeutet, dass beide gemeinsam eine Steuererklärung abgeben. Der Fiskus behandelt sie dann wie eine Person. Das ist dann von Vorteil, wenn größere Einkommensunterschiede bestehen und dann entsprechend unterschiedliche Steuerklassen gewählt werden können.

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