Wärmepumpe

Klimafreundlicher heizen

Bauen-Wohnen 4 min Lesedauer 21.12.2022

Auf der Suche nach klimafreundlichen Alternativen fürs Heizen ist die Wärmepumpe einer der Topstars.

Keine Zauberei, sondern Physik

Die Wärmepumpe nimmt Energie aus der Umwelt auf und wandelt diese durch die Nutzung verschiedener physikalischer Prinzipien in Heizungswärme um. Dabei wird ein Kältemittel in einem geschlossenen Kreislauf immer wieder verdampft, verdichtet, kondensiert und expandiert. Das Kältemittel verdampft schon bei -48 Grad Celsius, deswegen reichen schon sehr geringe Temperaturen aus, um diesen Kreislauf in Gang zu setzen.

Platz 1 beim Klimaschutz

Die Wärmepumpe verbraucht keine fossilen Brennstoffe, wie Öl oder Gas, sondern lediglich Strom. Wenn Sie eine Wärmepumpe nutzen, reduzieren Sie Ihren CO2-Ausstoß drastisch. Wird der verwendete Strom auf Grundlage erneuerbarer Energien produziert, arbeitet die Pumpe vollkommen CO2-neutral. Einen Schornstein brauchen Sie auch nicht mehr.

Luft, Erde, Wasser

Wärmepumpen nutzen Energie, die sowieso schon da ist. Luft-Wasser-Wärmepumpen zum Beispiel verwenden Außenluft als Wärmequelle. Die Anlagen sind einfach zu installieren und arbeiten mit einem Ventilator. Wegen der entstehenden Betriebsgeräusche dürfen sie nicht an der Grenze zum Nachbarn oder zur Nachbarin installiert werden.

Etwas aufwendiger wirds, wenn Sie das Erdreich oder das Grundwasser als Wärmequelle nutzen möchten. Beides erfordert durch die notwendigen Bohrungen höhere Anfangsinvestitionen. Dafür arbeiten diese Wärmepumpen effizienter und fast geräuschlos.

Energieeffizienter gehts nicht

Eine Wärmepumpe erzeugt mehr Energie, als sie Strom verbraucht. Das Verhältnis wird mit der Jahresarbeitszahl (JAZ) angegeben. Eine effizient arbeitende Luft-Wasser-Wärmepumpe sollte mindestens eine JAZ von 3 erreichen, sie erzeugt also dreimal mehr Wärme als sie Strom benötigt. Angenommen Sie verbrauchen aktuell 3.000 Liter Heizöl pro Jahr, dann entspricht dies rund 30.000 kWh Heizenergie. Mit einer Wärmepumpe würden Sie bei einer JAZ von 3 also nur 10.000 kWh Strom benötigen.

Die JAZ einer Wärmepumpe, die das Erdreich als Wärmequelle nutzt, liegt übrigens bei etwa 4. Die JAZ einer Grundwasser-Wärmepumpe liegt meist sogar noch höher.

Eingebaut werden kann die Wärmepumpe nicht nur in Neubauten, sondern auch in älteren Gebäuden. Dabei gilt: Je besser der energetische Zustand Ihres Hauses ist, desto weniger Strom wird beim Betrieb benötigt.

Vorlauftemperatur: Je niedriger, desto besser

Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je wärmer die Quelle (Luft, Wasser, Erde) und je niedriger die Vorlauftemperatur ist, also die Temperatur, mit der das Heizwasser vom Kessel zu den Heizkörpern geleitet wird. Sie sollte beim Betrieb einer Wärmepumpe unter 45 Grad liegen. Zum Vergleich: Heizanlagen im unsanierten Altbau werden oft mit Temperaturen von 55 oder auch 70 Grad betrieben. Eine Fußbodenheizung kommt dagegen mit 30 bis 35 Grad aus.

Wärmepumpen eignen sich am besten für Gebäude mit großen Heizkörperflächen, wie zum Beispiel Fußbodenheizungen. Sie können Ihre Heizflächen vergrößern, indem Sie bei einer Sanierung Wand- oder Deckenheizungen oder spezielle Wärmepumpen-Heizkörper einbauen. In Mehrfamilienhäusern benötigen Sie in der Regel bei der Trinkwassererzeugung zum Schutz gegen Legionellen mehr als 60 Grad Wassertemperatur. Auch das ist mit Wärmepumpen machbar, erfordert jedoch eine sorgfältige Fachplanung.

Ob 45 Grad Vorlauftemperatur bei Ihnen zu Hause zum Heizen ausreicht, können Sie ausprobieren, indem Sie Ihre Heizung entsprechend einstellen.

Tipp: Im Einzelfall kann es sinnvoll sein, die bestehende Heizanlage mit einer Wärmepumpe zu kombinieren. Dann übernimmt die alte Heizung die Arbeit an besonders kalten Tagen und die Wärmepumpe arbeitet nur, wenn sie effizient eingesetzt werden kann.

Die Sonne hilft mit

Wenn Sie die Wärmepumpe zusammen mit einer Photovoltaikanlage betreiben, können Sie aus einer Kilowattstunde Solarstrom ganz einfach 3 bis 5 Kilowattstunden Wärmeenergie machen. Je nach Anlagengröße und den örtlichen Gegebenheiten kann die Photovoltaikanlage 30 bis 40% des Strombedarfs der Wärmepumpe decken.

Der Staat legt den Turbo ein

Die Nachfrage nach Wärmepumpen ist groß. Aktuell gibt es Wartezeiten. Die Bundesregierung steht daher im Austausch mit Handwerk und Industrie. Produktionskapazitäten sollen erhöht, weitere Fachkräfte sollen qualifiziert werden. 6 Millionen neu eingebaute Wärmepumpen bis 2030 sind das Ziel.

Unter bestimmten Voraussetzungen fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) den Einbau von Wärmepumpen mit einem Zuschuss von bis zu 35%. Weitere Infos dazu finden Sie im Förderprogramm des BAFA.

Nächster Schritt: Fragen Sie eine Energieberaterin oder einen Energieberater, ob sich eine Wärmepumpe für Sie lohnt. Eine Fachfrau oder einen Fachmann in Ihrer Nähe finden Sie auf energie-effizienz-experten.de.

Weitere aktuelle Informationen zum Thema gibts beim Bundesverband Wärmepumpe.

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